

Schwanewede. „Wir haben ein großes Projekt vor der Brust“, informierte Schwanewedes Bürgermeisterin Christina Jantz-Herrmann. Das Projekt sei nicht nur groß hinsichtlich Baumasse und Finanzen, sondern auch hinsichtlich eines straffen, sehr sportlichen Zeitplans.
Es handelt sich bei dem Projekt um die zeitgemäße energetische Rundum-Sanierung des Sportzentrums mit Schwimmhalle sowie der großen Sporthalle der Waldschule. Neben der energetischen Sanierung sollen die Gebäude, die aus den 1960er Jahren stammen, beispielsweise mit Rampen und Personenfahrstuhl barrierefrei werden.
Einen Zeitplan hat das Bundesförderprogramm zur „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ (SJK) vorgegeben. Auf das SJK-Fördergeld hat sich die Gemeinde Schwanewede beworben und den Zuschlag von über 4,4 Millionen Euro erhalten. Voraussetzung ist eine 55-prozentige Co-Finanzierung durch die Gemeinde von rund 5,3 Millionen Euro, sodass das Projekt über 9.7 Millionen Euro umfasst.
Großbauprojekt in nur einem Jahr
Bis Ende 2027 muss alles abgerechnet und nachgewiesen sein Am Ende der Sommerferien 2027 ist daher geplant, fertig zu werden. „Mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ sieht die Bürgermeisterin auf das Projekt. Da sei zum einen die Freude über die zugesagte Förderung. Zum anderen gibt es die mit dem Bau verbundenen Einschränkungen für die Nutzer der Sportanlagen, denn die aufwendigen Arbeiten seien nicht bei laufendem Betrieb möglich. „Wir möchten daher versuchen, dass die Vereine sich solidarisch unterhaken“, hofft die Bürgermeisterin. Dass die Nutzer sich gegenseitig anderenorts mit Sporträumlichkeiten aushelfen oder zusammenrücken. Aus dem Rathaus wird Hilfestellung angeboten, nach Ausweichmöglichkeiten für Sporttrainings oder Schwimmunterrichte zu suchen.
Die Notwendigkeit zur energetischen Sanierung ist gegeben, die Fördermillionen geben den Zeitpunkt vor, die Zeitspanne der Einschränkungen ist überschaubar. „Es geht ins Eingemachte“, so Stephan Dickel, Fachbereichsleiter für den Fachbereich Bauen und Gemeindeentwicklung. Es gehe nicht um Modernisierung, wie neue Fußböden und Verschönerungen, sondern um Dämmung und andere energetische Maßnahmen mit dem Ziel, Energie einzusparen. So sollen die Gebäude kosteneffizienter betrieben werden können. Nach der Sanierung verbrauchen die Schulsporthalle und das Sport-/Kulturzentrum 30 Prozent weniger Energie als der gesetzliche Neubaustandard.
Start der Baumaßnahmen
Die vorgesehnen Maßnahmen leisten einen wesentlichen Beitrag zur energetischen Ertüchtigung und zur Erreichung der Ziele des Projektaufrufs sowie des Klimaschutzkonzeptes. Gemäß vorläufigen Berechnungen eines beteiligten Energieeffizienzexperten kann der Primärenergiebedarf der Turnhalle um etwa 66 Prozent und des Sportzentrums um etwa 67 Prozent reduziert werden. Die CO2-Emissionen beider Gebäude sollen um mehr als 50 Prozent gesenkt werden. Am 15. November sollen die Baumaßnahmen starten. Für den Sportbetrieb werden de Gebäude gesperrt.
Fassaden und Dächer werden gedämmt, Fenster und Außentüren getauscht. Die Wärmeversorgung soll künftig durch Wärmepumpen erfolgen. Die Beleuchtung wird auf LEDs umgerüstet. In den Umkleiden und im Gymnastikraum wird eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung installiert. Umkleiden und sanitäre Anlagen werden zudem barrierefrei gestaltet. Das Sportzentrum erhält außerdem einen Personenaufzug. Bei der großen Sporthalle der Waldschule kommt eine Photovoltaikanlage auf das Dach.
Die bauausführenden Firmen sind noch nicht gefunden, das vorgeschriebene Ausschreibungsverfahren wird erfolgen.



