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Das Beste ist das Basteln - Erfolgreicher 5. Osterholzer Modellbahntag in der Stadthalle

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Schnell und elegant auch als Modell durchschnitt der ICE die Kunstlandschaft.  Foto: ek

Schnell und elegant auch als Modell durchschnitt der ICE die Kunstlandschaft. Foto: ek

Osterholz-Scharmbeck (ek). Die Stadthalle Osterholz-Scharmbeck war ein schönes Ausflugsziel, als am Sonntag dort die Modellbahnfreunde Osterholz-Scharmbeck und Gleichgesinnte aus der Region ihre eigenen kleinen Welten aufgebaut hatten. Man musste kein Modelleisenbahner sein, um sich von der Leidenschaft der Aussteller anstecken zu lassen.
Auf verschiedenen Spurgrößen fuhren die Modellbahnen auf den Schienen hin und her, vorbei an Landschaften und Städten, in denen ganz detailverliebt kleine Szenen nachgebaut worden waren. Fand in einer Kirche ein Gottesdienst statt, so saßen auf einer Ausflugsterrasse viele kleine Figuren aus Plastik scheinbar bei Kaffee und Kuchen zusammen. Kühe auf Weiden, Pferde auf Koppeln, Bäume, Seen, Bahnhöfe und Bahnschranken konnten betrachtet werden.
Gleich im Eingang konnte man Monno Marten aus dem Bremer Schnoor dabei beobachten, wie er aus Papierbögen kleine Modelle von Autos, Puppenstuben, Marktplätzen oder Brücken mit einem Cuttermesser schnitt und klebte. „Es ist schwierig, diese Modelle zusammenzukleben“, sagte Marten. Aber wenn es auf Anhieb nicht klappt, dann versucht man sich eben am nächsten Bastelbogen, auf den man sich sein Wunschmodell kopiert hat. „Man verbraucht ja nur Papier“, sagte der Mann, der nach eigenen Angaben wohl den verstaubtesten Laden im Schnoor führt. „Im Atelier GAG gibt es professionelle Bastelbögen von allem, was das Herz begehrt“, sagte er. Monno Marten selbst habe seiner Freundin das Interieur einer Puppenstube geschnitten und geklebt. Das Ergebnis, das in eine kleine Schachtel passt, ist einfach entzückend. „Es gibt auch viele Bastelbögen im Internet zu finden. Das ist ein schöner und günstiger Einstieg“, fand Marten. So erhielte die digitale Welt auch durchaus mal einen Pluspunkt.
Fiete aus Bremerhaven stand lange an den Modellbahnschienen in einem Dioramen und zeigte seinem Vater immer wieder die ihn faszinierenden Details. „Ich habe eine große Lego-Bahn, die aus meinem Zimmer fährt, draußen wendet und wieder hereinfährt“, erzählte der sechsjährige Bremerhavener. Er und sein Vater Matthias bauen und fahren mit dem Eisenbahnclub Bremerhaven. Neben einer Dampflok für Fiete und einer für Papa Matthias ist nun auch ein neuer Zug, ein ICE, in Fietes Besitz. „Das habe ich zu Weihnachten bekommen – und Werder-Bettwäsche!“
Auf der Bühne haben die Modellbahnfreunde aus Bremen-Nord ihre Bahn aufgebaut, die außerhalb der Schautage in vielen Einzelplatten unter Hauben im Keller lagert. Sie sei der Beweis, dass gemeinsames Gestalten tolle Ergebnisse erziele, sagte Arno Grobarth. Auch in seinem eigenen Keller sei seinem Hobby ein eigener Raum gewidmet. Aber zum Spielen gehe er eher selten in den Keller. „Das ist zweitrangig. Das Beste ist das Basteln.“ Die Materialien wie Holz, Metall, Kunststoff und das Zusammenspiel mit Elektronik mache aus dem Modellbahnbau ein vielseitiges Hobby. Und dass die Modelleisenbahner nicht nur kleine Waggons und Miniaturlandschaften mit allem Drum und Dran im Kopf haben, sondern durchaus viel von ihrer realen Umwelt mitbekommen, zeigte sich allein daran, dass sie ihre Einnahmen, auch aus Kuchen- und Loseverkauf generiert, dem Verein „Lachende Kinder in Nepal e.V.“ zusprachen. Zu Recht konnten sich die Veranstalter, die Modellbahnfreunde aus Osterholz-Scharmbeck über reges Interesse an ihrem Hobby erfreuen, das Mädchen und Jungen, Frauen und Männer aller Altersstufen zeigten.


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