Lis Engelken (Worpsweder Museumsverbund)

"Ceremony": Klingende Performance

Zum Abschluss von „Impuls Paula“ erinnert Martina Morger am 31. Oktober mit einer Performance in der Worpsweder Bergstraße an den Glockenstreich von Paula Becker und Clara Westhoff.

Mit ihrem Glockenkostüm bringt Martina Morger die Straße zum Klingen.

Klingend und schwingend bewegt sich die Künstlerin durch den öffentlichen Raum – hier in Liechtenstein.

Bild: Sandra Maier / Kunstmuseum Liechtenstein

Worpswede. Glocken prägen seit Jahrhunderten unsere Rhythmen und Rituale: Sie rufen zur Feier und Andacht, warnen aber auch und disziplinieren. In „Ceremony“ zieht Martina Morger am 31. Oktober in einem goldenen, mit zahlreichen Glocken besetzten Kostüm durch Worpswede und versetzt den öffentlichen Raum mit jedem Schritt in Schwingung. Um 16 Uhr setzt sich die multimediale Künstlerin an der Zionskirche in Bewegung und zieht durch die Bergstraße, bis sie gegen 16.30 Uhr ihre Prozession mit einem kleinen Empfang an der Großen Kunstschau abschließt. So entsteht für rund 30 Minuten eine bewegte Klangspur durch den Ort.

Im Jahr 1900 erlaubten sich die jungen Künstlerinnen Paula Becker und Clara Westhoff einen folgenreichen Streich: Sie läuteten unerlaubt die Glocken der Zionskirche. Das Läuten wurde als Feueralarm verstanden. Als Konsequenz mussten die beiden Künstlerinnen Teile des Kircheninnenraums gestalten – Arbeiten, die dort bis heute zu sehen sind. 126 Jahre später greift die Performance „Ceremony“ diese beliebte Geschichte wieder auf. Die eigens für Worpswede weiterentwickelte Performance verbindet lokale Geschichte mit christlichen wie heidnischen Formen der Prozession und verwandelt den alltäglichen Gang durch Gold und Ornamente in eine süß klingende Einforderung von Raum.

Diese Performance entsteht in Zusammenarbeit mit den Künstlerhäusern Worpswede und wird unterstützt durch den Worpsweder Museumsverbund und den Förderverein kukuwi.

Sie wird produziert in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Liechtenstein, für Kostüm und Styling ist Lia Hossain verantwortlich. Martina Morger ist multimediale Künstlerin in Liechtenstein und Hannover. Ihre Arbeiten verhandeln Fragen von Repräsentation, Fürsorge, Erschöpfung und Begehren und fördern zugängliche Diskurse sowie internationale kulturelle Vernetzung. Mehr Informationen gibt es auf www.worpswede-museen.de und auf www.martinamorger.com.


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