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Wenn jede Sekunde zählt

Bei einer Großübung im Landkreis Osterholz haben Feuerwehr, DRK, THW und DLRG ihre Zusammenarbeit unter realistischen Bedingungen erprobt. Vier Einsatzszenarien rund um Neu St. Jürgen stellten die rund 140 Beteiligten vor unterschiedliche Herausforderungen.

 

Die Übung am Bahnübergang stellte das komplexeste Szenario dar.

Die Übung am Bahnübergang stellte das komplexeste Szenario dar.

Bild: Eb

Landkreis Osterholz. Rund 140 Einsatzkräfte der Feuerwehren im Landkreis Osterholz haben gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), dem Technischen Hilfswerk (THW) und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) den Ernstfall geprobt. Bei einer Großübung mussten sie an vier Einsatzorten unterschiedliche Schadenslagen bewältigen.

Mit insgesamt 25 Einsatzfahrzeugen rückten die Beteiligten zunächst in einer gemeinsamen Kolonne ins Übungsgebiet aus. Bereitschaftsführer Andreas Berger und sein Stellvertreter Timo Kück hatten vier anspruchsvolle Szenarien vorbereitet.

Die größte Herausforderung wartete an einem Bahnübergang im Gewerbegebiet Neu St. Jürgen. Dort wurde die Kollision einer Regionalbahn mit einem Pkw simuliert. Während mehrere Personen im Auto eingeklemmt waren, mussten zahlreiche Verletzte im Zug versorgt werden. Zusätzlich bestand der Verdacht auf einen Gefahrstoffaustritt. Realistisch geschminkte Unfalldarsteller sowie Rauch und Flammen, die das THW mithilfe von Pyrotechnik erzeugte, erschwerte die Rettungsarbeiten. „Eine erfolgreiche Gefahrenabwehr entsteht nicht durch eine einzelne Organisation, sondern durch das Zusammenspiel aller Kräfte“, betonte Berger.

Auch an den weiteren Übungsorten waren unterschiedliche Fähigkeiten gefragt. Bei Melchers Hütte mussten vier Verletzte nach einem angenommenen Kanuunfall aus der Hamme gerettet werden. Dabei arbeiteten Feuerwehr und DLRG vom Land und vom Wasser aus zusammen. Die Übung diente zugleich dazu, die Weiterentwicklung der bisherigen Kreisfeuerwehrbereitschaft zu einer Feuerwehrbereitschaft Niedersachsen zu erproben. Künftig muss diese in der Lage sein, auch außerhalb des Landkreises mindestens 48 Stunden eigenständig zu arbeiten. Dafür sind unter anderem eine zusätzlich Fachgruppe für Versorgung und Eigenschutz sowie eine Führungsgruppe vorgesehen.

Unter den Beobachtern waren Kreisdezernent Dominik Vinbruck sowie Bürgermeister Stefan Schwenke aus Worpswede und Stefan Ritthaler aus Grasberg. Nach rund vier Stunden endete die Großübung am Feuerwehrhaus Neu St. Jürgen mit einer gemeinsamen Nachbesprechung.


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