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Canto Elementar zeichnete SOS-Kita aus

Worpswede (cne). Davon, dass Singen ein unverzichtbarer Bestandteil des menschlichen Lebens ist, ist man in der Kita im Quartier Worpswede derart überzeugt, dass er nun offiziell zum „Canto-Kindergarten“ ernannt wurde.

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Von Dr. Karl Adamek (Bildmitte, mit Gitarre) erhielt die SOS-Kindertagesstätte um Quartier Worpswede die Auszeichnung „Canto-Kindergarten“.

Von Dr. Karl Adamek (Bildmitte, mit Gitarre) erhielt die SOS-Kindertagesstätte um Quartier Worpswede die Auszeichnung „Canto-Kindergarten“.

„…wo man singt, da lass‘ dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder…“, klingt es aus dem Hof neben der „Kita im Quartier Worpswede“. Hier haben sich der Gründer von Canto elementar, Musikpsychologe Dr. Karl Adamek, und jene Singpatinnen versammelt, die in regelmäßigen Abständen im Kindergarten mit den Kindern deutsche Volksweisen singen. Gleich soll Adamek die Ehrenurkunde des Canto Elementar, sozusagen den gesanglichen Ritterschlag, an die Einrichtung verleihen, der die Kindertagesstätte dann offiziell als „Canto-Kindergarten“ ausweist.
 
Singen als Lebenshilfe
 
Am 1. Mai 1999 gründete Adamek den Verein „Il canto del mondo - Internationales Netzwerk zur Förderung der Alltagskulturen des Singens e. V.“ Diese Initiative zur Förderung des Alltagssingens wurde im Herbst 1998 auf Initiative Adameks unter der Schirmherrschaft von Lord Yehudi Menuhin begonnen.
Die Gründung dieses Netzwerkes mit Sängerinnen und Sängern war für Adamek die praktische Konsequenz seiner empirischen Forschungsergebnisse, die er in seinem Buch „Singen als Lebenshilfe“ 1996 veröffentlichte und das nach 40 Jahren weitgehender Gesangsabstinenz in der deutschen Pädagogik einen Anfang für eine Rückbesinnung auf den Wert des Singens als Selbstausdruck des Menschen setzte. „Irgendwann in den 60er Jahren hatten die politisch Verantwortlichen beschlossen, dass Erzieher:innen nicht mehr in Gesang ausgebildet sein müssten“, bedauerte Adamek. Die empirischen Fakten zeigten jedoch, dass das Singen zur Natur des Menschen gehöre und nicht ohne Schaden an psychischer und physischer Gesundheit im Leben fehlen kann. „Wie alt und hinfällig Menschen später auch sind - sie erinnern sich immer noch die Lieder, die sie in ihrer Kindheit und Jugend gelernt haben“, erläuterte Adamek den Elternvertreterinnen, Vertreterinnen des SOS-Kinderdorfes und den anwesenden Singpatinnen, die zu der Urkunden-Verleihung in den Nachbarschafts-Treff „Umme Ecke“ in Worpswede gekommen waren.
 
Auszeichnung für Engagement
 
Marion Stein, Leiterin der Kita, und ihre Mitarbeiterinnen können bezeugen, wie hoch das Singen bei den Kindern im Kurs steht: „Jeden Dienstag warten sie Kleinen schon gespannt auf die Ankunft der Singpatinnen, räumen den Weg von Spielsachen frei und sorgen dafür, dass die älteren unter den Singpatinnen sicher und bequem an ihren Platz kommen“. Selbst die Corona-Pandemie konnte die Sangeslust der Kindergarten-Kinder und ihrer Singpatinnen nicht dämpfen: „Wir haben, getrennt durch den Zaun, miteinander gesungen.“
Nun erhielten Sabine Gapp-Bauß, Christa Grimm, Werner Hassenpflug, Birte Huckfeld, Anneliese Lück, Susanne Meyer und Karin Rohde und nicht zuletzt Regina Kistermann in Anerkennung ihrer ehrenamtlichen Arbeit mit den Kindergarten-Kindern ihre Singpaten-Urkunden aus den Händen von Karl Adamek. „Erzählen Sie weiter, wie viel Freude das Engagement als Singpate macht“, warb Adamek, denn noch immer sucht Canto Elementar nach Singpatinnen, da inzwischen auch andere Kindergärten im Landkreis, darunter die SOS-Kinderdorf-Kindergärten Wunderwelt und Regenbogenland, Interesse an dem Projekt angemeldet haben.
 Interessierte melden sich bei Regina Kistermann unter der Nummer 0172/7622678.


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