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Bewohner haben Bedenken

Wo soll man in Worpswede würdevoll sterben? Bei der jüngsten Info-Veranstaltung zeigte sich, dass der aktuelle Plan für ein Hospiz im ehemaligen Hotel Bonner umstritten ist.
Bei der jüngsten Info-Veranstaltung zum geplanten Hospiz in Worpswede äußerten Nachbarn des ehemaligen Hotel Bonner ihren Unmut.

Bei der jüngsten Info-Veranstaltung zum geplanten Hospiz in Worpswede äußerten Nachbarn des ehemaligen Hotel Bonner ihren Unmut.

Bild: Akl

Worpswede. Rund siebzig Interessierte hatten den Weg zur zweiten Informationsveranstaltung zum Thema „Ein Hospiz in Worpswede“ in die Bötjer`sche Scheune gefunden. Eingeladen hatten wieder der Verein „Palliativ Versorgung Osterholz e.V. (PVO) und die Stiftung Maribondo da Floresta. Der Allgemeinmediziner Guido Will sagte in seiner Eröffnungsansprache, man wolle die Bevölkerung rechtzeitig mitnehmen auf dem Weg, in Worpswede ein Hospiz mit vorerst acht Plätzen zu errichten. Im Laufe des Abends zeigte sich, dass die Suche nach einem geeigneten Ort für solch eine Einrichtung kompliziertes ist, als anfangs gedacht.

 

Häuser des Lebens

Im gesamten Landkreis Osterholz mit seinen rund 110.000 Einwohnern gibt es derzeit kein Hospiz, das sterbenden Menschen ein würdiges und selbstbestimmtes Leben bis zu ihrem Tod ermöglicht. „Am Lebensende geht es nicht nur um die Medizin. Es geht um die Würde, es geht um die Nähe und um das, was uns Menschen alle ausmacht,“ so Guido Will. „Es geht hier nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“ Um dies zu gewährleisten, gibt es seit 10 Jahren die „PalliativVersorgungOsterholz PVO e.V.“ Speziell ausgebildete Palliativmediziner und Pflegefachkräfte mit Palliative Care-Weiterbildung betreuen und begleiten in Worpswede und im übrigen Landkreis Osterholz schwerkranke Patienten in ihrer letzten Lebensphase. Dies geschieht so lange wie möglich im häuslichen Umfeld. „Wenn Symptome extrem werden, wenn Angehörige an die Grenzen kommen oder wenn Einsamkeit zu groß wird, dann braucht es einen anderen Ort. Einen Ort, an dem man nicht untergebracht ist, sondern begleitet wird.“ Hospize seien solche Orte, keine Sterbehäuser, sondern Häuser des Lebens.

 

Schwierige Standortsuche

Erwin Bienewald von der Stiftung Maribondo da Floresta brachte die Anwesenden im Laufe der Veranstaltung auf den neuesten Stand. Dabei wurde schnell deutlich, dass sich die Standortsuche für ein Hospiz in der Gemeinde Worpswede wesentlich anspruchsvoller gestaltete, als von den Organisatoren zu Beginn ihrer Aktivitäten erwartet worden war. Bienewald erläuterte, man habe seit Wochen und Monaten diverse Grundstücke und Häuser besichtigt. Immer wieder musste man feststellen, dass diese nicht den Ansprüchen an ein Hospiz genügten. Mal eigneten sich die alte Bausubstanz der Gebäude nicht, ein anderes Mal lag das Grundstück in einem Landschaftsschutzgebiet oder beherbergte ein geschütztes Biotop.

Letztlich planen die Verantwortlichen das ehemalige Hotel Bonner in der Straße „Hinter dem Berg“ zu einem Hospiz umzubauen. Das Anwesen gehört mittlerweile der Stiftung Maribondo und sollte eigentlich zu einer Tagespflegeeinrichtung umgestaltet werden. Laut Aussage der Organisatoren, habe sowohl die Gemeinde als auch der Landkreis Osterholz die Planungen genehmigt. Das Architekturbüro Bernd Ritzenhoff entwarf bereits erste Pläne für das Hospiz-Projekt. Die Zeichnungen lagen zur Ansicht in der Bötjer`schen Scheune aus. Das idyllisch gelegene Grundstück liegt mitten in einem ruhigen Wohngebiet. Bewohner der umliegenden Häuser brachten auf der Veranstaltung ihre Bedenken über das Vorhaben zum Ausdruck und man spürte In der anschließenden Diskussion deutlich den großen Unmut und die Ablehnung der Betroffenen. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Projekt „Ein Hospiz für Worpswede“ weiterentwickelt.


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