Betrug bei „Help“
Osterholz-Scharmbeck. Eine regionale Hilfsgruppe aus Osterholz-Scharmbeck ist offenbar Ziel einer Betrugsmasche geworden. Nach Angaben der Gründerin Debbie Gödicke wurden am Freitag, 29. Mai, mehrere Mitglieder der WhatsApp-Gruppe „Help – wir verschenken und suchen Kostenloses“ geschädigt. Der bislang bekannte Schaden liege bei knapp 600 Euro. Mehrere Anzeigen seien inzwischen bei der Polizei gestellt worden.
Die Gruppe besteht seit mehreren Jahren. Gegründet wurde sie von Debbie Gödicke, nachdem sie nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gemeinsam mit ihrem Mann eine fünfköpfige ukrainische Familie bei sich aufgenommen hatte. Dabei sei deutlich geworden, wie groß der Bedarf an unkomplizierter Hilfe sei. Aus dieser Erfahrung heraus entstand eine Gruppe, in der Menschen kostenlos Kleidung, Möbel, Haushaltsgeräte und andere Dinge weitergeben.
Was zunächst vor allem als Unterstützung für geflüchtete Familien gedacht war, entwickelte sich nach Angaben der Gründerin zu einer größeren Gemeinschaft aus Solidarität, Nachhaltigkeit und gegenseitiger Hilfe. Umso größer sei nun die Betroffenheit über den mutmaßlichen Betrug.
Versandkostenabzocke
Nach bisherigen Erkenntnissen wurde unter anderem ein älteres Thermomix-Modell kostenlos in der Gruppe angeboten. Interessierte wurden anschließend in privaten Chats kontaktiert. Die Nachrichten wirkten freundlich und vertrauenswürdig. Im weiteren Verlauf hieß es, lediglich die Versandkosten müssten übernommen werden. Der Verdacht: Die angebotenen Gegenstände wurden nach der Zahlung nicht verschickt. Die angeblichen Versandkosten sollen demnach nur als Vorwand gedient haben, um Geld von den Interessierten zu erhalten.
Nach Angaben Gödickes wurden mehreren Personen neben dem Thermomix auch andere Artikel gegen geringe Beträge angeboten, darunter Toniefiguren, ein Dyson-Staubsauger und eine Nintendo 64. Einige Betroffene hätten sogar mehr Geld überwiesen als verlangt, weil sie die vermeintliche Aktion unterstützen wollten.
Für viele Mitglieder wiegt neben dem finanziellen Schaden vor allem der Vertrauensbruch schwer. Die Gruppe lebe davon, dass Menschen einander unkompliziert helfen, sagt Gödicke. Genau dieses Vertrauen sei ausgenutzt worden.
Nicht der erste Fall
Es sei nicht der erste Vorfall dieser Art in regionalen WhatsApp-Gruppen, berichtet die Initiatorin. Bereits in der ebenfalls von ihr gegründeten Gruppe „OHZ Events & Flohmärkte im Landkreis OHZ“ habe es zuvor einen Betrugsfall mit angebotenen Werder-Bremen-Tickets gegeben. Auch damals seien Zahlungen per Echtzeitüberweisung erfolgt.
Gödicke möchte deshalb für solche Maschen sensibilisieren. Besondere Vorsicht sei geboten, wenn in WhatsApp-, Facebook- oder Verschenke-Gruppen Versandangebote gemacht und Zahlungen per Echtzeitüberweisung verlangt würden. Trotz des Vorfalls solle „Help“ weiterhin ein Ort der Hilfe, Solidarität und Nachhaltigkeit bleiben.

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