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Kandidaten im Gespräch

Selsingen (eb). Die Landtagskandidaten Bernd Wölbern (SPD) und Dr. Marco Mohrmann (CDU) stellten sich den Fragen der Wählergemeinschaft Freier Bürger. 

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Bernd Wölbern (2. v. li.) und Marco Mohrmann (re.) stellten sich den Fragen von Hubert Fiedler (li.) und Bernd Petersen (WFB).

Bernd Wölbern (2. v. li.) und Marco Mohrmann (re.) stellten sich den Fragen von Hubert Fiedler (li.) und Bernd Petersen (WFB).

Konkret ging es dabei um die Reaktivierung von Bahnstrecken, Vorranggebiete für Windparks, Photovoltaik-Freiflächenanlagen, Krankenhausfinanzierung, Hausarztversorgung auf dem Land, Klassengrößen in den Schulen sowie den Umgang mit dem Wolfsproblem.

Es sei klar geworden, dass beide Kandidaten (noch) einer Koalition angehören, so Reinhard Lindenberg Fraktionsvorsitzender der WFB in der Samtgemeinde Selsingen. So hätten beide Kandidaten betont, dass es im Zuge der Reaktivierung von Bahnstrecken zunächst bei den Strecken BRV-STD und Zeven-Tostedt bleiben sollte.

 

Uneinigkeit bei Windparks und PV-Freiflächenanlagen

 

Auf die Frage, ob Windparkbetreiber verpflichtet werden sollten, betroffene Bürger:innen oder Kommunen an Gewinnen zu beteiligen, signalisierte Wölbern Zustimmung. Solch ein Gesetz sollte es auch in Niedersachsen geben, evtl. sollte es auch für PV-Freiflächenanlagen gelten, so Wölbern. Mohrmann fürchtet hingegen, dass ein solches Gesetz Windparks verhindern könnte.

Die Genehmigung zur Auswahl von Photovoltaik-Freiflächen, die derzeit in der Hand der Kommunen liegt, sollte laut Mohrmann auch bei den Kommunen bleiben, dem Landkreis fehle dafür Personal. Wölbern ist dagegen der Ansicht, dass der Landkreis die Genehmigung in einem Regionalen Raumordnungsprogramm regeln sollte.

Beim Thema Krankenhausfinanzierung betonten Wölbern und Mohrmann, dass gemeinsam ein Gesetz beschlossen worden sei, das eine kleinteilige Versorgung der Regionen unterstütze. Das müsse erst einmal wirken.

Auch beim Thema Hausarztversorgung wiesen Mohrmann und Wölbern auf ein gemeinsames Vorgehen hin. Man habe die Medizinstudienplätze von ca. 590 auf 800 erhöht. Eine „Landarztquote“ bei Studienplatzvergaben und ein Stipendienmodell im Landkreis sollen helfen, mehr Ärztinnen in den ländlichen Raum zu holen. Wegen der Dauer von Studium und Ausbildung seien Erfolge aber erst in sechs bis acht Jahren zu erwarten.

Wölbern und Mohrmann sprachen sich zudem bei de dafür aus, die „Klassenteiler“ in den Schulen auszugleichen. Derzeit beträgt die maximale Klassengröße in der Oberstufe des beruflichen Gymnasiums 31, während es im allgemeinbildenden Gymnasium nur 24 sind.

 

Wolfspopulation begrenzen

 

Zum Thema Wolf sagte Mohrmann: „Die Wolfspopulation ist viel zu groß. Wenn ein so genannter guter Erhaltungszustand festgestellt ist, sollte die Population mit der Büchse kurzgehalten werden.“

Wölbern meint, dass die Klarheit über die Bestandsgröße fehle. „Der Wolf muss so in Grenzen gehalten werden, dass Weidetierhaltung nicht gefährdet ist. Man muss ihn bejagen dürfen“, so Wölbern.

Zu einem Schlagabtausch sei es bei der Fragerunde nicht gekommen, fasst Lindenberg zusammen. Insgesamt sei der Eindruck entstanden, dass beide Kandidaten sich um eine gute Vertretung der Interessen dieser Region in Hannover bemühen würden.


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