Ralf G. Poppe

Jugendliche fordern Antworten zum zugesagten Skaterplatz

Bremervörde. Die Skater und BMX-Fahrer Jannes Wittig und Keno Huland wollen die Politik an gemachte Zusagen erinnern und vertrauen auf Hilfe aus dem Rathaus bei der Einrichtung eines Skaterplatzes.

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Wollen wissen, wann endlich eine Skateranalge in der Stadt realisiert wird: Keno Huland (li.) und Jannes Wittig.  Foto: rgp

Wollen wissen, wann endlich eine Skateranalge in der Stadt realisiert wird: Keno Huland (li.) und Jannes Wittig. Foto: rgp

Wenn Jannes Wittig und Keno Huland mit ihren Freunden auf BMX-Rädern durch die Stadt fahren, werden sie oft von Leuten angesprochen, denen das nicht gefällt. Auch auf dem Schulgelände dürfen sie ihre „Dirtjumps“ nicht üben und werden vom Hausmeister vom Grundstück verwiesen. „Wir wollen doch niemanden ärgern, aber wir wissen nicht, wo wir überhaupt fahren dürfen“, sagen die beiden BMX-Fans.
Bereits im Sommer 2020 hatten die Jugendlichen sich deshalb im Stadtrat zu Wort gemeldet, um ihr Anliegen zur Einrichtung eines Skaterplatzes vorzutragen (der ANZEIGER berichtete). Es folgten Gespräche mit Bürgermeister Detlev Fischer und dem Planer, der auch die Anlage in der Bremer Überseestadt verantwortete.
 
Skateranlage am Schulzentrum
 
Der Rat sprach sich für eine Skateranlage am Schulzentrum Birkenweg/Gnarrenburger Straße und gegen Planungen im Industriegebiet an der Gutenbergstraße aus, wo es schon einmal eine Skateranlage gegeben hatte, die jedoch wieder abgebaut wurde.
Huland und Wittig freuen sich sehr über die zugesagte Hilfe für eine Anlage am Schulzentrum. Denn dort könne man sicher auch in Freistunden oder nach der Schule sportlich aktiv werden. Doch die Jugendlichen fragen sich, wann es endlich soweit ist und wollen verhindern, dass die ihnen von der Politik versprochenen Hilfen völlig in Vergessenheit geraten - auch im Namen der anderen, ungefähr 25-40 weiteren Skater und/oder BMX-Radsportler:innen im Alter zwischen neun und 21 Jahren.
 
Zweifel an der Umsetzung
 
„Wir wissen ja auch nicht, ob der kommende Bürgermeister bei unserem Anliegen mitmacht“, zweifelt Wittig derzeit an der Umsetzung der Zusagen. Huland: „Als wir im Stadtrat vorsprachen, waren die Stadtratsmitglieder gefühlt fast zu 100 Prozent für unser Anliegen.“ Wittig: „Die Realisierung des Skaterparks wurde uns versprochen. Leider hinkt die Hilfe des Bürgermeisters nun etwas hinterher.“
Auf Anfrage des ANZEIGER erklärt die Erste Stadträtin Dr. Silke Fricke, dass zur Einrichtung einer Skateranlage zunächst die alte Realschule bzw. der alte OS-Würfel abgerissen werden müssten. Da allerdings ab Februar die Grundschule Engeo ihr Übergangsquartier genau dort haben werde (für die Bauphase an ihrer Schule, die einen Anbau erhalten wird), werde der Abriss erst nach Auszug der Grundschule erfolgen, voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2022.
 
Untersuchung abwarten
 
Zu den entstehenden Kosten könne man noch nichts Konkretes sagen, da diese von der Größe und Ausgestaltung der Skateranlage abhingen. Es werde sich aber um einen mittleren sechsstelligen Betrag handeln. Der Verwaltungsausschuss habe beschlossen, dass die Stadt einen Antrag auf Förderung aus dem Sportstättenprogramm stellen werde. Bevor das geschehe, müsse jedoch sichergestellt werden, dass auf dem Grundstück überhaupt eine Skateranlage gebaut werden dürfe. Deshalb laufe zurzeit eine schalltechnische Untersuchung, so Fricke.
 
Keine Hilfe von Finanzinstituten
 
Die Jugendlichen haben unterdessen auch bereits bei der Volksbank sowie der Sparkasse vorgesprochen. Doch die Finanzinstitute können aufgrund ihrer Statuten lediglich dann finanzielle Hilfen gewähren, wenn ein Förderverein gegründet werden würde. „Und das möchten die verantwortlichen Politiker:innen hier nicht so gern“, sagt Jannes Wittig.
„Uns bleibt deshalb nichts anderes übrig, als weiter auf die Missstände für die Jugendlichen in der Stadt hinzuweisen“, sagen die Jugendlichen unisono.


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