Mareike Kerouche

„Anzeigenblätter stärken den Zusammenhalt“ - Kostenlose Grundversorgung mit lokalen Informationen muss gesichert werden

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BVDA-Geschäftsführer Dr. Jörg Eggers erklärt, warum der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter eine Infrastrukturförderung für die Zustelllogistik fordert  Foto: BVDA / Bernd Brundert

BVDA-Geschäftsführer Dr. Jörg Eggers erklärt, warum der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter eine Infrastrukturförderung für die Zustelllogistik fordert Foto: BVDA / Bernd Brundert

(BVDA). Der Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Anzeigenblätter (BVDA), Dr. Jörg Eggers beleuchtet die Rolle der Anzeigenblätter für die politische Meinungsbildung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Printmedienbranche gefährden vor allem steigende Kosten die flächendeckende Zustellung. Daher setzt sich der BVDA für eine staatliche Infrastrukturförderung ein, damit die Leserinnen und Leser auch in Zukunft Ihr kostenloses Anzeigenblatt erhalten.
 
ANZEIGER: Was zeichnet die Wochenblätter in Deutschland aus?
Antwort: Sie bieten regelmäßig und verlässlich kostenlose redaktionelle und werbliche Informationen - das bedeutet: Berichte über Vereine, Projekte und Freiwilligeninitiativen, über lokale Politik und Wirtschaft, Einkaufstipps und Ratgeberinformationen. Sie sorgen so für Transparenz im direkten Lebensumfeld der Menschen, verleihen den ehrenamtlich Tätigen ein Gesicht. Anzeigenblätter tragen damit zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Mit einer nahezu flächendeckenden Zustellung sorgen sie für eine quasi kostenlose Grundversorgung mit Informationen aus dem Nahbereich.
 
Warum fordert der BVDA eine Infrastrukturförderung für die Zustelllogistik?
Anzeigenblätter finanzieren sich ausschließlich durch Werbung. Der Werbemarkt stagniert in den letzten Jahren, gleichzeitig führen die verschiedenen, besonders digitalen Werbemöglichkeiten zu einem verschärften Wettbewerbsdruck. Hinzu kommen immense Kostensteigerungen in der Zustellung. Dies alleine würde noch keine staatliche Hilfe rechtfertigen, dafür sind andere Gründe schlagkräftig: Wer Pressefreiheit und -vielfalt sichern möchte stärken möchte, wer den lokalen Einzelhandel gegenüber den internationalen Internetgiganten, wer kontinuierlich Berichterstattung über das Ehrenamt wichtig findet, der muss unser Anliegen teilen: Anzeigenblätter als Informationslieferanten und Marktplatz im Lokalen zu unterstützen.
 
Warum sollen ausgerechnet Anzeigenblätter vom Staat unterstützt werden? Und wäre dies nicht eine Abhängigkeit der freien Presse?
Vorweg: Eine Förderung, die alleine auf die Infrastruktur des Zustellnetzes ausgelegt ist, nimmt keinen Einfluss auf redaktionelle Inhalte. Sie trägt vor allem dazu bei, dass redaktionelle Inhalte die Menschen flächendeckend erreichen. Dies ist im Zeitalter von Fake News von unschätzbarem Wert, denn professioneller Journalismus ist eine wesentliche Grundlage für eine Meinungsbildung auf der Basis von Fakten. Speziell Anzeigenblätter begleiten die zahlreichen Ehrenamtlichen redaktionell und wertschätzen so deren Engagement. Als lokale journalistische Plattform zeigen sie auf, wo und wie die Lebensbedingungen im Nahbereich durch freiwilliges Engagement verbessert werden können. Als Berichterstatter und Wegweiser leisten Wochenblätter in diesem Kontext einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese Voraussetzungen zu erhalten ist das Anliegen einer Infrastrukturförderung. Die staatliche Unterstützung wäre somit ein wichtiger Beitrag, um unser demokratisches Gemeinwesen zu stärken.
Der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) ist die Spitzenorganisation der deutschen Anzeigenblattverlage. Ihm gehören 207 Verlage mit 884 Titeln und einer Wochenauflage von 63,6 Mio. Exemplaren an. Anzeigenblätter werden bundesweit von mehr als 50 Millionen Menschen über 14 Jahren gelesen. anerkannt.


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