Käte Heins

Tankstelle für Insekten

Stubben (khe). Mit der Aktion möchte der Naturschutzbund auf die Problematik des Insektensterbens hinweisen.

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Der Vorgarten am Stubbener Dorfzentrum soll eine Tankstelle für Insekten werden.

Der Vorgarten am Stubbener Dorfzentrum soll eine Tankstelle für Insekten werden.

In den neuen Räumen der NABU-Geschäftsstelle in Stubben haben sich die Mitglieder inzwischen gut eingelebt. Das Büro ist eine Bereicherung für den Ort, finden nicht nur die Naturschützer:innen.
Nicht so gut ins Bild passte die eintönige Grasfläche vor dem Dorfzentrum. „Gras kann jeder“, sagten sich Anrainer:innen, Mitglieder des Bürgervereins und der NABU-Ortsgruppe und ackerten kräftig, bis aus der öden Rasenfläche eine „Insektentankstelle“ wurde.
Biologin Renate Gründling ist begeistert. Mit großzügiger Unterstützung ortsansässiger Firmen konnte das Projekt planmäßig umgesetzt werden. Es wurden über einhundert sogenannte Trachtpflanzen - die für Wildbienenarten ein großes Angebot an Pollen und Nektar bereithalten - gepflanzt. Die Norddeutsche Landschaftspflege aus Geestenseth hat Stelen aus Eschenholz mit passenden Nisthohlräumen gespendet. Landwirt Henning Puckhaber lieferte diverse Findlinge. Diese dienen den Insekten als Rückzugsort.
Gründling weist auf den wichtigen Einsatz von Wildbienen bei der Pflanzenbestäubung hin. Derzeit stehen über 50 Prozent der heimischen Wildbienen auf der roten Liste. Ohne Wildbienen gäbe es kein Obst, kein Gemüse und keine Blumen. Wer den Wildbienen hilft, fördert damit auch die Nahrungsgrundlage der Menschen.
Die große Artenvielfalt und Bestäuberleistung der bis heute in Deutschland beschriebenen 585 Wildbienenarten ist unbekannt. Jede Art hat ihre besonderen Bedürfnisse. Die wichtigsten Lebensgrundlagen sind Nahrungspflanzen, geeignete Nistmöglichkeiten und passendes Baumaterial. 75 Prozent der Wildbienenarten nisten im Erdboden. Offene Bodenflächen, aber auch Sandflächen werden dankbar angenommen. Hohlräume in Trockenmauern oder Pflanzenstängeln sind ebenfalls sehr beliebt.
Eine Broschüre, die Informationen über die Anlage schöner, naturnaher Gärten, gibt es im Rathaus der Gemeinde Beverstedt. Kostenlos verteilt wird auch wieder die Biber-Blühmischung.


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