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Viele Ideen für die Zukunft der Börde

Hollseth (uml). Die Samtgemeinde will einen Entwicklungsplan aufstellen.

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In Hollnseth wünschen sich die Menschen unter anderem die ÖPNV-Anbindung an Bremervörde sowie spezielle Einkaufsbusse.

Die Gremien der Samtgemeinde Börde Lamstedt haben die Absicht, unter Einbindung der Mitgliedsgemeinden, einen Bördeentwicklungsplan aufzustellen. Es geht dabei um die Themen Mobilität, Daseinsvorsorge, Klimaschutz, Angebote für die Jugend und Seniorinnen sowie Wünsche aus der Bevölkerung.

Etwa 40 Bürger:innen aus der Südbörde waren kürzlich dem Aufruf des Gemeinderates Hollnseth gefolgt und hatten teilweise bereits im Vorwege ihre Anregungen bei Bürgermeisterin Melanie Steffens abgegeben, die dann im Beisein des Gemeinderates und des Samtgemeindebürgermeisters Holger Meyer vorgestellt wurden. Diese Projekte sollen als Arbeitsliste für den Rat und die Verwaltung dienen und je nach finanziellen oder förderungstechnischen Möglichkeiten umgesetzt werden.

 

Breitbandausbau, Bürgerbus und Carsharing

 

Im Bereich „Zukunft für die Dörfer“ ging es um Breitband für alle, bezahlbaren (Miet-)Wohnraum, Standortsicherung der Kita inklusive Krippenplätze aber auch um die Gewinnung von Bauland, Ausbau von Fahrradwegen und einer zusätzlichen Beleuchtung am historischen Mühlenweg. Dieser wird in Kürze dank eines Leader-Förderprogrammes erneuert.

Ein großer Wunsch aus den Ortsteilen Langeln und Abbenseth war die Anbindung an den Bürgerbus sowie die Ausweitung des Angebotes auch auf den Samstag. Dies könne aber nur umgesetzt werden, wenn sich ehrenamtliche Fahrer:innen beim Bürgerbusverein melden, damit evtl. ein weiterer Bus angeschafft werden kann. Auch die Anbindung an Bremervörde durch den ÖPNV ist ein wichtiges Anliegen, denn viele Schüler:innen nutzen nach der 10. Klasse die weiterführenden Schulen in der Oste-Stadt. In Sachen Mobilität kamen Ideen bezüglich einer Mitfahrerapp oder der Urban-App sowie des Carsharings auf.

 

Dorfschwestern und Dorfbrüder

 

Um die Ärzte und Pflegedienste zu entlasten war die Idee der Dorfschwestern/Dorfbrüder vorgeschlagen worden. Dabei handelt es sich um ehrenamtliche, qualifizierte Ersthelfer:innen, die über eine App alarmiert werden und im Notfall durch ihre räumliche Nähe schnell Erste Hilfe leisten können, bis der Rettungsdienst eintrifft. Geplant ist, die App für Ersthelfer:innen/Mobile Retter vorzustellen. Für den Defibrillator soll es eine Schulung für alle Hollner:innen geben.

Auch die Lebensmittel-Versorgung in der Fläche ist immer ein Thema, hier besteht der Wunsch nach Einkaufsbussen oder der Möglichkeit, sich die Einkäufe liefern zu lassen. Aber auch der Klimaschutz war ein großes Thema. Ausbau von PV-Anlagen, Windenergie, Regionalstrom, eventuelle Solarpflicht für Neubauten und PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden sowie der Artenschutz, Baumpflege und das sinnvolle Bepflanzen des öffentlichen Raumes standen hier auf der Wunschliste. Aber auch in Sachen Seniorenarbeit und Kinder-/Jugendbetreuung gab es Vorschläge und es wurde auf das sich in Gründung befindende Jugendparlament hingewiesen, bei dem sich Jugendliche für zeitlich befristete Projekte stark machen und einbringen können.

 

Nur noch zwei Friedhöfe statt drei?

 

Die neue Bestattungskultur sorgt für gestiegene Kosten bei der Kapellennutzung und den Friedhofsgebühren, hier überlegt die Gemeinde Hollnseth, perspektivisch künftig von drei Friedhöfen nur noch zwei aktiv zu betreiben.

Verschiedene Gemeindeprojekte standen ebenfalls mit auf der Wunschliste, wie die Bürgermeisterinnengesprächsstunde, regelmäßige Versammlungen mit Aktualisierung des Bördeentwicklungsplanes aber auch Fußgängerquerungen, Straßenausbesserungen und der Wunsch nach einem Dorfgemeinschaftshaus in Abbenseth.

 

Brunnen fürs Dorf?

 

Michael Schwieger schlug die Errichtung eines historischen Brunnen im Ortskern in Anlehnung an den Ortsnamensgeber „Hollana“ (Wasserloch) vor. Dieser könnte an der Stelle des ehemaligen Notteiches und der Hollener Quelle im Ortskern errichtet werden und evtl. sogar wasserführend sein. Ein Findling mit entsprechend restaurierter Inschrift würde das Projekt vervollständigen, für das aktuell noch Unterstützer:innen gesucht werden.

Die Teilnehmenden wünschten sich einstimmig eine Sitzung im nächsten Jahr, bei der die Umsetzung der einzelnen Projekte dargestellt werden sollte.


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