

Landkreis Rotenburg. Rund 60 Gäste aus Verwaltung, Politik, Hotellerie, Gastronomie sowie der Freizeit und Kulturwirtschaft nahmen an der Vorstellung der neuen dwif-Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus im Landkreis Rotenburg (Wümme)“ teil. Landrat Marco Prietz betonte die Bedeutung aktueller Daten für strategische Entscheidungen. Der Landkreis sei zwar keine klassische Urlaubsregion mit großen Freizeitparks oder touristischen Hotspots. Seine Stärken lägen jedoch in Natur, Ruhe und authentischen Aktivangeboten. Darin stecke großes Potenzial für zusätzliche Wertschöpfung.
Die vom Touristikverband finanzierte und von der Sparkasse Rotenburg Osterholz und Scheeßel unterstützte Studie beziffert den touristischen Bruttoumsatz im Landkreis auf jährlich 289 Millionen Euro. Daraus ergibt sich eine Wertschöpfung von 138,5 Millionen Euro. Rund 4.034 Erwerbstätige profitieren demnach direkt oder indirekt vom Tourismus. Etwa 26,8 Millionen Euro fließen an die öffentliche Hand.
Tagesgäste prägen den Tourismus
Insgesamt zählt der Landkreis jährlich knapp acht Millionen Aufenthaltstage. Davon entfallen 5,5 Millionen auf Tagesreisen. Ihr Anteil liegt damit bei rund 69 Prozent. Tagesgäste geben i Durchschnitt 25,50 Euro aus Übernachtungsgäste und 135 Euro.
Eine große Rolle spielen Besuche bei Freunden und Verwandten. Sie machen mehr als die Hälfte der Übernachtungen aus. Im Durchschnitt kommen diese Gäste fünfmal pro Jahr und bleiben jeweils 2,3 Nächte.
Besonders große Chancen sieht die Studie beim Wander- und Radtourismus. Mehr als 80 Betriebe beteiligten sich an einer Befragung. Demnach fahren 65,8 Prozent der Gäste während ihres Aufenthalts täglich Rad, 58,2 Prozent gehen wandern.
Auf das Wandern entfallen jährlich rund 545.000 Aufenthaltstage und 14,9 Millionen Euro Umsatz. Der Radtourismus erreicht etwa 536.000 Aufenthaltstage und 18,3 Millionen Euro Umsatz. Die NORDPFADE hätten sich inzwischen etabliert. Die geplanten NORDROUTEN sollen die Position des Landkreises als Aktivregion weiter stärken.
Angebote besser buchbar machen
Trotz einer durchschnittlichen Auslastung der Beherbergungsbetriebe von lediglich 25,5 Prozent sieht die Studie eine solide Ausgangslage. Vorteile seien die stabile Nachfrage sowie die Lage zwischen Hamburg und Bremen.
Verbesserungsmöglichkeiten bestehen nach Einschätzung der Fachleute unter anderem bei der Qualität und Buchbarkeit touristischer Angebote, bei der Infrastruktur und bei verlässlichen Öffnungszeiten. Zudem würden Reisen immer kurzfristiger gebucht. Darauf müssten sich die Anbieter mit flexiblen Angeboten einstellen. Zu den Empfehlungen gehören mehr direkt buchbare Angebote, eine stärkere Einbindung regionaler Produkte sowie das Ziel, Tagesgäste für mehrtägige Aufenthalte zu gewinnen.
„Wir haben eine gute Basis und wissen jetzt genauer, wo wir stehen“, sagte Geschäftsführer vom Touristikverband Landkreis Rotenburg (Wümme) e. V., Udo Fischer. Entscheiden sei es nun, die Qualität zu erhöhen, Angebote sichtbarer und leichter buchbar zu machen und mehr Wertschöpfung in der Region zu halten.



