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Pastorin nimmt Dienst im Hospiz auf

Bremervörde (eb). Seit Oktober ist Anja von Issendorff als Pastorin im Bremervörder Hospiz tätig. Neben der Begleitung von Sterbenden und deren Angehörigen ist die Theologin Ansprechpartnerin für die Mitarbeitenden.

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Pastorin Anja von Issendorf ist seit Oktober im Bremervörder Hospiz tätig. Foto: eb

Pastorin Anja von Issendorf ist seit Oktober im Bremervörder Hospiz tätig. Foto: eb

Foto: Tina Garms

Bremervörde (eb). Seit Oktober ist Anja von Issendorff als Pastorin im Bremervörder Hospiz tätig. Neben der Begleitung von Sterbenden und deren Angehörigen ist die Theologin Ansprechpartnerin für die Mitarbeitenden. Sie hält Andachten, segnet Verstorbene aus und will ein Trauer-Café installieren sowie Fortbildungen für die Haupt- und Ehrenamtlichen anbieten. Schon als junge Frau hat Anja von Issendorff erfahren, wie es ist, wenn Menschen sterben. „Ich war als 16-Jährige eine „Grüne Dame“ und habe ehrenamtlich im Krankenhaus gearbeitet. Dort sind Menschen in meinem Beisein verstorben“, sagt die 35-Jährige. Mit ihrer neuen Tätigkeit als Pastorin im Hospiz schließt sich für von Issendorff ein Kreis, denn sie hatte seit den frühen Jugenderfahrungen das Gefühl, „dass es mein Weg sein könnte, Sterbende zu begleiten - es war dann auch meine Motivation für das Theologie-Studium.“ Gebürtig aus Bremervörde Die gebürtige Bremervörderin studierte in Wuppertal, Mainz und Göttingen Evangelische Theologie. Ihr weiterer beruflicher Weg führte sie über Stationen in Irland und ihr Vikariat in der Nähe von Lüneburg 2014 in die Gemeinde Bruchhausen. Dort war sie als Gemeindepastorin tätig, absolvierte eine Ausbildung in Klinischer Seelsorge und übernahm für drei Jahre die Aufgabe der Kirchenkreisjugendpastorin in Syke-Hoya. „In dieser Zeit hat mich neben der Arbeit mit Jugendlichen besonders die Begleitung Trauernder und Sterbender berührt. Ich glaube, dass da unser Glaube konkret wird - wenn wir wahrnehmen, dass unser Leben endlich ist und fragmentarisch - und wir an den entscheidenden Punkten nicht allein sind.“ Liebevolle und warme Atmosphäre Ihre Aufgabe im „Hospiz zwischen Elbe und Weser“, das 2014 eröffnet wurde und sich dem christlichen Menschenbild verpflichtet weiß, nimmt von Issendorff mit einer halben Stelle wahr. „Die liebevolle und warme Atmosphäre im Haus schätze ich sehr,“ so die Geistliche. „Ich denke, das Sterben Leben ist“, formuliert die Hospiz-Pastorin ihre Überzeugung. „Verluste und Endlichkeit versuchen wir oft zu verdrängen - aber beides macht unser Leben reich und tief. Trauer verändert die Sicht auf das Leben. Mich jedenfalls lässt das Thema nicht los. Weil ich eben gerade hier spüre, dass Gott mitgeht, aushält, da ist. Dass ich mit ihm streiten kann und er mich immer wieder auffängt.“ Anja von Issendorff ist Mutter einer kleinen Tochter und verheiratet mit Florian von Issendorff, der in Gnarrenburg Gemeindepastor ist. Adäquate seelsorgerische Betreuung Superintendent Wilhelm Helmers (Bremervörde) ist froh, „dass in Zusammenarbeit mit der Landeskirche diese neue und einzigartige Stelle für hospizliche Arbeit eingerichtet werden konnte und wir damit für Gäste, Angehörige, Mitarbeitende und die zahlreichen Ehrenamtlichen eine adäquate seelsorgerliche Betreuung anbieten können“. Das Angebot des Hospizes würde so weiter gestärkt. „Anja von Issendorff ist durch ihren Werdegang und ihre seelsorgerliche Befähigung ideal für diese Stelle geeignet“, so der leitende Geistliche des Kirchenkreises Bremervörde-Zeven. Auch Regionalbischof Dr. Hans Christian Brandy (Stade) freut sich über die neu geschaffene Stelle. „Das Hospiz in Bremervörde schärft damit weiter sein Profil als ein segensreiches Haus, in dem Menschen würdevoll ein Zuhause finden und mit Anteilnahme und Respekt bis zum letzten Atemzug begleitet werden. Dabei spielt das Angebot seelsorglicher Begleitung eine besondere Rolle. Ich schätze Anja von Issendorff und ihre Arbeit sehr.“ Das Bremervörder Hospiz bietet elf schwerkranken Menschen aus der gesamten Region ein letztes Zuhause. Seit dem letzten Jahr ist ein Tageshospiz hinzugekommen, in dem eine teilstationäre Hospizversorgung möglich ist.


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