

Bremervörde. Mit großem Engagement wurde im Januar an der BBS Bremervörde das 80-stündige ReZA-Modul (Rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation) unter der Leitung des Heilpädagogen Malte Holsten durchgeführt. Landwirte und Landwirtinnen konnten hier ihr Wissen vertiefen und sich darauf vorbereiten, künftig als Ausbilderinnen und Ausbilder für Werkerinnen und Werker in der Landwirtschaft tätig zu werden.
Die Ausbildung richtet sich gezielt an Menschen, die aus verschiedenen Gründen – etwa aufgrund von Lern- oder Entwicklungsbeeinträchtigungen – die reguläre landwirtschaftliche Ausbildung nicht absolvieren können. Die praxisorientierte und theoriereduzierte Ausbildung ermöglicht ihnen einen niedrigschwelligen Zugang zur Landwirtschaft und eröffnet berufliche Perspektiven.
Breites Teilnehmerfeld
Insgesamt nutzten 17 Teilnehmende die Gelegenheit, an dem ReZA-Kurs teilzunehmen. Darunter waren 14 Schülerinnen und Schüler der Zweijährigen Fachschule für Agrarwirtschaft, zwei externe Landwirte sowie eine Lehrkraft der BBS. Alle brachten eigene Erfahrungen und Fragestellungen ein.
Die Bildungsgangs-Gruppe Agrarwirtschaft unter der Leitung von Dorothee Lux und Hauptreferent Malte Holsten kooperierten bei der Organisation des Moduls, um die 80-stündige Weiterbildung abwechslungsreich und praxisnah zu gestalten.
Pädagogik, Recht und Praxiswissen
Holsten sorgte für überraschend spannende Tage rund um Pädagogik und Didaktik, medizinische Grundlagen, Psychologie sowie Sozialhilferecht. Florian Acker informierte die Teilnehmenden über die UN-Behindertenrechtskonvention und das Bundesteilhabegesetz. Benjamin Horst von der Bundesagentur für Arbeit betonte, dass die fachpraktische Ausbildung künftig eine immer größere Rolle spielen werden und neue Möglichkeiten in vielen Berufsfeldern eröffne. Zudem gab er eine praxisnahen Einblick in den Weg von der Entscheidung für die Werker-Ausbildung bis zum unterschriebenen Ausbildungsvertrag.
Erfahrungen aus der Praxis
Wertvolle Hinweise erhielten die angehenden Ausbilderinnen und Ausbilder von Christian Klindworth. Der Landwirt bildet seit mehr als zehn Jahren Werker aus und beantwortet anhand seiner praktischen Erfahrungen zahlreiche Fragen zur Ausbildungsform.
Am letzten Kurstag stellte Inger Martens, Ausbildungsberaterin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Ausbildungsordnung für Werkerinnen und Werker in der Landwirtschaft vor und erläuterte den Weg zur Anerkennung eines landwirtschaftlichen Betriebs als Ausbildungsbetrieb.
Unterstützung aus der Region
Die Durchführung des ReZA-Moduls wurde unter anderem durch eine großzügige finanzielle Spende des Lions-Clubs Bremervörde ermöglicht.
Schülerinnen und Schüler der Berufseinstiegsschule Klasse 2 Hauswirtschaft sowie der Sprachlernklasse 2 sorgten für die kulinarische Stärkung.
Ein besonderer Dank gilt allen, die an Finanzierung, Planung und Durchführung des ReZA-Moduls beteiligt waren.


