

Bremervörde. Seit gut eineinhalb Jahren ist Bettina Paquet offiziell Rektorin der Findorff-Realschule. Sie hat sich für Aktionen zum Orange-Day, den Escape-Room sowie für Umwelt- und Tierschutz eingesetzt. Anlässlich ihres 20-jährigen Dienstjubiläums spricht sie über ihr schulisches Engagement und ihre Ideen.
Bettina Paquet kommt ursprünglich aus Dithmarschen in Schleswig-Holstein. Sie hat in Flensburg studiert, und wäre eigentlich sogar gerne im hohen Norden geblieben. Nach ihrem Studium war eine Verbeamtung auf Lebenszeit in ihrem Heimatbundesland jedoch schwer realisierbar. Aus diesem Grund wechselte Paquet nach Niedersachsen, wo ihr Wunsch umgehend erfüllt wurde. Seit Februar 2008 lebt und unterrichtet sie in bremervörde und fühlt sich in der Ostestadt sehr wohl.
Die eigenständige Realschule schützen
Bettina Paquet beschreibt sich selbst als bodenständig. Daher trug sie auch den Wunsch nach beruflicher Sicherheit in sich. „Nachdem ich begonnen hatte, Lehramt für die Grund- und Hauptschule zu studieren, wollte ich mich gern weiterqualifizieren“, erzählt die Schulleiterin. Daher entschied sie sich dazu, parallel Lehramt auf Realschule zu studieren. „Es hat beides funktioniert“, erzählt sie lächelnd.
Um auch praktische Erfahrungen in den verschiedenen Schulformen zu erlangen, durchlief sie insgesamt zwei Referendariate und entschied sich letztlich für die Schulform Realschule: „Ich möchte, dass wir in Bremervörde auf jeden Fall eine eigenständige Realschule bleiben, weil ich hinter dem System Realschule stehe. Es ist eine bewährte Schulform. Wir arbeiten seit vielen Jahren erfolgreich, bilden die Kinder wirklich gut aus. Die Jugendlichen, wie wir aus der Schule entlassen, sind bei den umliegenden Betrieben sehr gefragt. Sie gehen ihren Weg. Sei es, dass sie im Handwerk in die Ausbildung gehen oder an die BBS wechseln, um anschließend dort ihr Abitur zu machen.“
Paquet findet, dass man sowohl berufliche Orientierung anbieten sollte, als auch gut auf die weiterführenden Bildungswege vorbereiten muss. Ihre Schüler stehen mit beiden Füßen auf dem Boden und entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit können sie sich nach der Schule beruflich (fast) alles aussuchen. „Das heißt, die Wege sind alle offen und sie sind nicht diesem Leistungsdruck ausgesetzt.“
Wunderbare Mensa
Für alle aktuellen Schüler:innen möchte die Rektorin das Umfeld an ihrer Schule so attraktiv wie möglich gestalten. „Bei der Planung der neuen Schule hätten wir uns an einigen Stellen noch Weiterentwicklungen gewünscht. Der Schulhof ist recht klein“, sagt Paquet. Doch sie bleibt grundsätzlich optimistisch. Ihr Glas ist stets halbvoll und sie versucht, aus allen Gegebenheiten das Beste zu machen.
Der gesamte vordere Bereich der Mensa – wo sich die Bühne befindet – ist nicht nur für den reguläten Schüleraufenthalt freigegeben. Die Bühne steht nicht nur der Schule, sondern auch anderen Bildungseinrichtungen zur Verfügung. Zudem probt dort regelmäßig die Stadtkapelle. „Es ist ein toller Veranstaltungsraum mit einer großartigen Bühne und wunderbarer Technik.“
Grünstreife als Zusatzfläche
Die Schule verfügt über keine Regenüberdachung. „Das bedeutet, dass wir die Kinder bei schlechtem Wetter in das Schulgebäude lassen. Dann nutzen sie beispielsweise die Flure als Aufenthaltsorte.“ Paquet hat sich frühzeitig für eine Verbesserung eingesetzt: Vor etwa zwei Jahren sind durch ihr Engagement sogenannte Lernnischen entstanden. Die Schüler:innen nutzen und pflegen diese regelmäßig.
Darüber hinaus wird derzeit ein weiterer Aufenthaltsraum neben dem Foyer geplant. Dort sollen Spiel- und Freizeitangebote wie ein Tischkicker, Air-Hockey, neue Sitzgelegenheiten und Brettspiele eingerichtet werden. Ziel ist es, den Kindern und Jugendlichen in den Pausen und Freistunden zusätzliche Möglichkeiten zum verweilen, Begegnen und Entspannen zu bieten und die Aufenthaltsqualität innerhalb des Schulgebäudes zu verbessern.
Um den Schulhof weiter aufzuwerten, möchte Paquet außerdem den bislang brachliegenden Grünstreifen am Sportplatz, der manchmal auch als Parkplatz genutzt wird, für die Schüler:innen freigeben: „Ich wünsche mir, dass wir unseren Schulhof auf diese Weise erweitern können. Baulich sind uns durch Turnhalle, Gymnasium und BBS enge Grenzen gesetzt. Wenn wir jedoch zumindest diesen Grünstreifen dazubekämen, könnten wir dort wirklich schöne und attraktive Spielgeräte aufstellen.“
Als sehr positiv bewertet die Schule in diesem Zusammenhang auch den Willen der Stadt Bremervörde, den Sportplatz sanieren zu wollen und auf dem derzeit noch brachliegenden Grünstreifen einen Bewegungspark zu errichten. Dieses Vorhaben soll durch ein Bundesprogramm finanzielle unterstützt werden.
Grundsätzlich legt Bettina Paquet großen Wert auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt Bremervörde sowie mit den gewählten Politischen Vertreterinnen und Vertretern. „Es gibt immer wieder einen konstruktiven Austausch darüber, was sinnvoll, machbar und nachhaltig ist“, betont sie. Dabei geht es nicht selten darum, gemeinsam die beste Lösung zu finden – auch vor dem Hintergrund begrenzter finanzieller und organisatorischer Ressourcen.
Ebenso hebt die Rektorin die enge und verlässliche Zusammenarbeit innerhalb der Schulgemeinschaft hervor. Viele Projekte und Ideen wären ohne das Engagement der Kolleginnen und Kollegen sowie die Unterstützung der Elternschaft nicht umsetzbar. „Schule funktioniert nur gemeinsam“, sagt Paquet. Der offene Austausch, gegenseitiges Vertrauen und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sind für die zentrale Bausteine einer lebendigen und zukunftsorientierten Schulkultur.



