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Uwe Bredehöft

Marc Breitenfeld hat schon einiges ins Rollen gebracht

Gnarrenburg. Ein Hauptziel des neuen Gnarrenburger Bürgermeisters ist die Aufstockung des Personals in einer der kleinsten Verwaltungen des Landkreises.
Marc Breitenfeld hat sich viel vorgenommen, um die Gemeinde nach vorne zu bringen.

Marc Breitenfeld hat sich viel vorgenommen, um die Gemeinde nach vorne zu bringen.

Seine ersten 100 Tage als Bürgermeister der Gemeinde Gnarrenburg hat Marc Breitenfeld (CDU) nun hinter sich. Bei der Bürgermeisterwahl im September vergangenen Jahres setzte er sich mit fast 60 Prozent der Stimmen gegen seine Mitbewerber Marcel van der Pütten (von der SPD unterstützt) und Phillip Jagels (Die Partei) sehr deutlich durch. Aber auch im Gemeinderat konnte die CDU einen großen Stimmenanteil hinzugewinnen und mit 50,90 Prozent sogar die absolute Mehrheit erreichen.
Politisch wurde ein großer Teil von Breitenfelds Agenda bereits übernommen und mit der CDU eine gemeinsame Zielrichtung für die nächsten fünf Jahre erarbeitet. Diese Ziele umzusetzen, steht nun fest in Breitenfelds Absicht. Die Frage, ob er sich als Bürgermeister bereits gut in der Gemeinde eingelebt hat, beantwortet Marc Breitenfeld mit einem eindeutigen Ja.
 
Das Wohl der Bürger:innen im Blick
 
Er habe vom ersten Tag an das Gefühl gehabt, angekommen zu sein. Die Aufgaben und die Verantwortung seien ihm vertraut und auch im Kreise des Rathaus-Teams fühle er sich sehr wohl. Die Tage seien jedoch lang und bestünden aus unzählige Besprechungen, Telefonaten, E-Mails und jeder Menge Papierkram. Jeder Tag sei anders, eine neue Herausforderung und spannend.
Um die Gemeinde bestmöglich voranzubringen, sei es jetzt wichtig, sich auf das Gemeinwohl der Bürger:innen zu konzentrieren und gemeinsam mit allen bestmögliche Lösungen zu erarbeiten.
Traurig stimme ihn hierbei allerdings, dass durch Einzelne - gerade im Bereich der Weiterentwicklung des touristischen Potenzials der Gemeinde, der verstärkten Ausweisung von Bau- und Gewerbegrundstücken sowie der intensiveren Information, Kommunikation und Einbindung der Bürger:innen - Gegenwind komme. „Unseriös Informationen und Zahlen aus dem Zusammenhang zu reißen, um Parteipolitik zu machen, hilft niemandem und stört eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, auf die es gerade auf kommunaler Ebene besonders ankommt“, sagt Breitenfeld. Denn es gehe darum, gemeinsam etwas für die Bürger:innen zu erreichen und die Gemeinde konstruktiv voranzubringen.
 
Menschen mehr beteiligen
 
Daher sei es ihm auch besonders wichtig, die Menschen mitzunehmen und regelmäßig zu informieren. So sollen insbesondere der neue Jugendrat bei sämtlichen Jugendthemen und der Seniorenrat bei Entscheidungen, die die Seniorinnen betreffen, wesentlich stärker an der Entscheidungsfindung beteiligt werden.
Zudem gebe es mittlerweile verschiedene Arbeitsgruppen, in denen Personen aus Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit an Projekten, wie der Einrichtung einer Seniorenberatungsstelle, der Sanierung des Freibades, der Neuausrichtung der Jugendarbeit oder der kulturellen Weiterentwicklung der Gemeinde, mitarbeiten.
 
In Erschließung investieren
 
Um die gesteckten Aufgaben und Ziele erreichen zu können, sei es jedoch erst einmal erforderlich gewesen, die entsprechenden Haushaltsmittel bereitzustellen. Deshalb seien im Februar verabschiedeten Haushaltsplan 2022 auch hohe Summen für den Ankauf und die Erschließung von Bau- und Gewerbegrundstücken bereitgestellt geworden. „Es hilft der Gemeinde nicht, wenn bei der derzeitigen Inflation und den aktuellen Zinssätzen, die für die Gemeinde nahezu bei Null liegen, nicht investiert wird, damit die Bilanz schöner aussieht“, erklärt Marc Breitenfeld. Dieses falle der Gemeinde sonst später bei der Gewerbe- und Einkommensteuer sowie der Kreisumlage auf die Füße.
Außerdem sei die Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde - insbesondere in den Moorortschaften - seit Jahren rückläufig. Diese Entwicklung sei gefährlich. Auch bei der Feuerwehrinfrastruktur sei seit den 1970er Jahren nicht viel passiert, und bei den Kindertagesstätten und Schulen bestehe auch weiterhin Handlungsbedarf. Im Bereich der Straßensanierung wurden im Haushaltsjahr 2022 bereits dreißig Prozent mehr in den Haushalt eingestellt. Allerdings sei es auch wichtig, zusätzliche Einnahmen zu generieren. Über Bauland- und Gewerbeentwicklung, Freiflächenfotovoltaik und Windkraftanlagen in Verbindung mit einer hohen Attraktivität der Gemeinde, einer Verbesserung der Lebensqualität sowie der Erschließung weiteren touristischen Potenzials sieht Breitenfeld jedoch zahlreiche Chancen und Möglichkeiten.
 
Mehr Personal im Rathaus
 
Aber nicht nur Haushaltsmittel müssen zur Verfügung gestellt werden, auch das ausgebildete Personal zur Umsetzung muss vorhanden sein. Im Rathaus verfügt die Gemeinde jedoch über eine der kleinsten Verwaltungen im ganzen Landkreis und liegt im gemeindeweiten Vergleich deutlich im untersten Viertel. Daher sei weiteres Fachpersonal - besonders für die Bereiche Bauleitplanung, IT, Tourismus, Öffentlichkeitsarbeit sowie Klima und Umwelt - dringend erforderlich.
Zurzeit ist nur Breitenfelds allgemeiner Vertreter, Frank Schröder, befähigt, neben zahlreichen weiteren Aufgaben das riesige Feld der Bauleitplanung zu bearbeiten. Das Bauamt selbst verfügt lediglich über zwei Techniker und zwei Halbtagskräfte zur Unterstützung. Das reiche für die kommenden Aufgaben vorne und hinten nicht aus, ist Breitenfeld überzeugt.
Im Bereich Klima, Umwelt, Energie und der Jugendarbeit gebe es überhaupt keine personellen Ressourcen. Auch komme der einzige IT-Mitarbeiter permanent an seine Belastungsgrenze, sodass es zur Umsetzung der ausgeplanten Digitalisierung von Rathaus und Verwaltung dringend erforderlich sei, eine zweite Fachkraft einzustellen.
Im Tourismus der Moormetropole Gnarrenburg sieht Breitenfeld zudem weiteres Potenzial, das mit einer 450-Euro-Kraft und ehrenamtlichen Kräften jedoch nicht zu erschließen sei. Auch hier bedürfe es einer Fachkraft, um den Bereich konzeptionell weiterzuentwickeln. Ferner sei auch der Bauhof für die Gemeindegröße klar unterbesetzt, was die Mitarbeitenden bei den zu erfüllenden Aufgaben oft an ihre Grenzen führe. Ein Bewerbungsverfahren sei hier jedoch bereits eingeleitet. „Es gibt in den nächsten Jahren viel zu tun. Doch gemeinsam können wir die gesteckten Ziele umsetzen“, sagt Marc Breitenfeld.


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