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Maike Bielfeldt gibt IHK-Geschäftsführung ab

Landkreis: IHK Geschäftsführerin wechselt sie nach sechseinhalb Jahren im Amt zum 1. September nach Hannover.

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IHK Geschäftsführerin Maike Bielfeldt verlässt den Elbe-Weser-raum und wechselt zum 1. September nach Hannover.  Foto: rpg

IHK Geschäftsführerin Maike Bielfeldt verlässt den Elbe-Weser-raum und wechselt zum 1. September nach Hannover. Foto: rpg

Foto: Patrick Viol

Als Maike Bielfeldt im Frühjahr 2014 als erste Frau die Hauptgeschäftsführung der IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum antrat, konnte niemand ahnen, dass es in ihrer Ära gelingen würde, den Elbe-Weser-Raum z. B. zur Modellregion für Zukunftsthemen zu machen. Nun wechselt sie nach sechseinhalb Jahren im Amt zum 1. September nach Hannover.
In ihrer Amtszeit wurde nicht nur ein Frauennetzwerk mit über 400 Mitgliedern etabliert und der Elbe-Weser-Raum zur Modellregion für Zukunftsthemen wie mit Wasserstoff betriebenen Personenzügen gestaltet. Auch die 150-Jahr-Feier der IHK Stade gestaltete sie mit ihrem Team als ein fröhliches Event mit viel Resonanz. In ihrem letzten halben Zuständigkeitsjahr wurde sie noch einmal besonders gefordert. Doch auch in Zeiten von Covid-19 packte Bielfeldt sozusagen bis zum letzten Arbeitstag tatkräftig an und baute die IHK innerhalb kürzester Zeit zu einem schlagkräftigen Krisenstab um. Über 5.000 Mitgliedsunternehmen wurden beraten, um deren Fortbestand absichern zu helfen. Fragen wurden beantwortet, Ängste genommen. Bevor Bielfeldt nun mit Wirkung ab dem 1. September ihre neue Aufgabe als Hauptgeschäftsführerin der IHK Hannover, bzw. als Nachfolgerin von Dr. Horst Schrage, antritt, gab sie dem ANZEIGER einen Einblick in ihren vielfältigen und spannenden beruflichen Werdegang zu geben.
ANZEIGER: Der Tag des Abschieds aus Stade naht. Ihre Aufgaben wird fortan Herr Holger Bartsch als neuer Hauptgeschäftsführer wahrnehmen. Herr Bartsch führte bislang das Ressort Recht und Steuern. Was möchten Sie Ihrem Nachfolger gern sagen?
 
Bielfeldt: Holger Bartsch ist ein exzellenter Kenner der IHK-Welt. Ich habe gern eng und vertrauensvoll mit ihm zusammengearbeitet, darum bin ich sicher, dass er die IHK Stade in bestem Sinne weiterführen wird. Darum: Lieber Holger, nun ist es Deine Handschrift, die die IHK prägen wird. Ich freue mich sehr darauf, ab September von Hannover aus mit Dir und den anderen Hauptgeschäftsführern die Zukunft unserer Organisation zu gestalten.
 
ANZEIGER: Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre in Hamburg wurden Sie zum Ende der 1990er Jahre in der damaligen deutschen Hauptstadt Bonn persönliche Referentin des Hauptgeschäftsführers des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Dort erarbeiteten Sie u.a. neue Möglichkeiten der Digitalisierung, die heute zu den Standards zählen.
 
Bielfeldt: Zum 1. Januar 1996 startete ich in einem Trainee-Programm. Es hatte die Besonderheit, aus fünf Stationen zu bestehen. Drei Stationen waren bei einer IHK zu absolvieren, eine beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und eine bei einer Auslandshandelskammer. Bei meiner ersten Station wurde ich mit der Aufgabe betraut, mir Gedanken darüber zu machen, was das Themenfeld „elektronische Unterschrift“ für die IHK-Welt an Möglichkeiten beinhalten könnte. Dadurch ist damals mein zweites Steckenpferd, die Digitalisierung, entstanden. Das Internet steckte zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen, aber mir war schnell klar, vieles würde online machbar sein, was damals Papierberge verursachte. Mein Konzept fand der damalige DIHK-Chef so gut, dass er mich unbedingt halten wollte. Ich war 27 und empfand das als große Ehre. Allerdings wollte ich auch meine Auslandspläne aufrechterhalten und das Digitalisierungsprojekt weiterführen. Beides wurde mir zugesagt. So fielen in die vier Jahre meiner DIHK-Büroleitung im Jahr 2000 auch die drei Monate meiner Auslandsstation in Sydney. Und dort hatte ich das Glück, die Olympischen Spiele hautnah zu erleben. Ich durfte eine Unternehmerdelegation vor Ort begleiten. Und was das Thema Digitalisierung angeht: Die von mir entwickelte elektronische Datenverarbeitung wurde das bestverkaufte Produkt, dass IHKs jemals angeboten haben. Darauf bin ich stolz.
 
ANZEIGER: Zurück in die Zukunft. Wie werden Sie die Menschen des Elbe-Weser-Raumes bzw. Kolleg*innen oder Ehrenamtliche der IHK Stade zukünftig erinnern?
 Bielfeldt: Ich bin und bleibe für sie da, und freue mich darüber, wenn man sich in Hannover einmal über den Weg läuft.


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