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Kostenlose Tampons auch in Deutschland?

(lst). Tampons, Binden und Co. sollten - wie es in Schottland bereits der Fall ist - auch in Deutschland kostenlos erhältlich sein, finden viele unserer Leser:innen und reagieren damit auf unsere neue Rubrik „Nachgefragt“.

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Für Hygieneartikel müssen Frauen, die ihre Periode haben, selbst bezahlen.  Foto: Adobe Stock/nenetus

Für Hygieneartikel müssen Frauen, die ihre Periode haben, selbst bezahlen. Foto: Adobe Stock/nenetus

Foto: Lifestock

„Ich bin dafür, dass wir Frauen nicht länger finanziell bluten sollten während der Periode! Wie Schottland es vormacht, darf Deutschland es gerne nachmachen“, schreibt zum Beispiel Martina Mysegades. Auch Rolf Hoenack ist dafür, macht allerdings die Einschränkung, dass die Kosten nur für Mittellose übernommen werden sollten.
Andrea Lischka findet, dass „die Diskussion über eine gänzliche Steuerbefreiung und ein kostenloses Angebot in öffentlichen Gebäuden durchaus berechtigt ist.“ Sie weist zudem darauf hin, dass die Absenkung auf den für den Grundbedarf geltenden Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent für Tampons und Co. im Geldbeutel womöglich kaum einen Unterschied mache - in der leidigen Frage nach Gleichberechtigung aber sehr wohl, auch wenn damit vielleicht noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sei.
Die Leserin kritisiert allerdings auch unsere plakative Wortwahl und störte sich unter anderem an dem Begriff „Durchschnittsfrau“.
Mit diesem Begriff sollte nur verdeutlicht werden, dass nicht jede Frau per se ihre Periode hat und somit auch nicht jede Frau Tampons usw. benötigt. Schließlich gibt es auch Frauen ohne Uterus, Frauen nach der Menopause und Frauen, die in Folge der von ihnen gewählten Verhütungsmethode keine Regelblutung mehr haben.
Die „Durchschnittsfrau“ aber, die ihre Tage hat - und das trifft auf die große Mehrheit aller ca. Zwölf- bis 50-jährigen weiblichen Menschen zu - gibt in ihrem Leben rund 21.000 Euro für ihre Menstruation aus, inklusive neuer Unterwäsche und Schmerzmittel.
Es bleibt abzuwarten, ob sich die Politik des Themas annehmen wird, oder ob es auch weiterhin Mädchen und Frauen geben wird, die sich keine Hygieneartikel leisten können und sich in der Konsequenz (Achtung Wortspiel) regelmäßig nicht aus dem Haus trauen - aus Scham, sich öffentlich mit Blut zu beflecken.


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