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Klimaschutz im Moor

Moore sind für Gnarrenburg ein zentrales Zukunftsthema: Bei der Moorwoche wurden Forschungsprojekte vorgestellt, die Klimaschutz, Landwirtschaft und regionale Wertschöpfung zusammenbringen sollen.

 

Bei einer Exkursion ins Moor gab es für die Teilnehmenden Einblicke in die Bewirtschaftung nasser Moorstandorte.

Bei einer Exkursion ins Moor gab es für die Teilnehmenden Einblicke in die Bewirtschaftung nasser Moorstandorte.

Bild: Eb

Gnarrenburg. Die Gemeinde Gnarrenburg entwickelt sich zunehmende zu einem der wichtigsten Moorstandorte Niedersachsens. Im Rahmen der diesjährigen Moorwoche Mitte Juni kamen Vertreter:innen aus Wissenschaft, Landwirtschaft, Verwaltung und Fachbehörden zusammen, um gemeinsame über die Zukunft der Moorregion zu beraten sowie aktuelle Forschungsprojekte, Fördermöglichkeiten und Perspektiven der Moortransformation vorzustellen.

Die Bedeutung der Moore für den Klimaschutz wird in Gnarrenbrug besonders deutlich: Von den rund 12.000 Hektar Gemeindefläche entfallen etwa 7.900 Hektar auf Moorflächen. Während die energetischen Emissionen der Gemeinde laut Klimaschutzkonzept bei rund 43.000 CO2-Äquivalenten pro Jahr liegen, verursachen die entwässerten Moorfläche mehr als 190.000 CO2-Äquivalente jährlich. „Diese Zahlen verdeutlichen, weshalb die Moorentwicklung und die Reduzierung der Mooremissionen einen zentrale Schwerpunkt unserer kommunalen Klimaschutzarbeit bilden“, erklärt Klimaschutzmanagerin Simone Kasnitz.

 

Forschungsprojekte

Bereits seit mehr als zehn Jahren wird im Gnarrenburger Moor im Rahmen der Forschungsprojekte GnaMo 1 und GnaMo 2 an klimaschonenden Bewirtschaftungsformen und nachhaltigen Nutzungskonzepten für Moorflächen geforscht. Die Gemeinde arbeitet dabei eng mit wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen und ist heute Kooperationspartner mehrerer Forschungs- und Modellprojekte.

Kürzlich wurden die aktuellen Ostfalia-Forschungsprojekte MoniMoor, NassMoor und MoorPV vorgestellt. Im Projekt MoniMoor werden wasserwirtschaftliche Daten und Steuerungsmöglichkeiten für den optimiertes Wassermanagement in Mooren untersucht. NassMoor entwickelt Konzepte für eine langfristige und klimawandelangepasste Wiedervernässung von Hochmooren. Im Projekt MoorPV wird erforscht, wie die Erzeugung erneuerbarer Energien durch Photovoltaik mit der Wiedervernässung von Moorflächen und den Zielen des Klimaschutzes kombiniert werden kann. Die Gemeinde Gnarrenburg ist Kooperationspartner in allen drei Projekten.

 

PALU-Leuchtturmregion

Zusätzlich zu den Projekten stellte auch Zukunft Moor seine Ansätze zur klimaschonenden Nutzung wiedervernässter Moorflächen sowie praktische Erfahrungen aus der Paludikultur vor.

Anschließend wurden bei einem fachlichen Austausch Erfahrungen diskutiert und neue Kooperationsansätze entwickelt. Eine Exkursion zu den Flächen von Zukunft Moor bot den Teilnehmenden konkrete Einblicke in die Bewirtschaftung nasser Moorstandorte und zeigte die Chancen für Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und eine zukunftsfähige Landwirtschaft auf.

Mit der gemeinsamen Bewerbung als PALU-Leuchtturmregion wollen die Gemeinde Gnarrenburg, das Landvolk Kreisverband Bremervörde-Zeven e. V. und Zukunft Moor bundesweit eine Modellregion für die Verbindung von Klimaschutz, Wiedervernässung und wirtschaftlicher Nutzung nasser Moorflächen schaffen. Ziel ist es, neue Wertschöpfungsmöglichkeiten für die Landwirtschaft zu entwickeln.

Die Moorwoche machte deutlich, dass die Herausforderungen des Klima- und Moorschutzes nur gemeinsam bewältigt werden können. Wissenschaft, Landwirtschaft, Kommunen und Fachbehörden arbeiten Hand in Hand, um Lösungen zu entwickeln, die sowohl dem Klimaschutz als auch den Interessen der landwirtschaftlichen Betriebe und der regionalen Entwicklung gerecht werden.


UNTERNEHMEN DER REGION

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