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Ingrid Mahnken

Kinder sind Spurensucher - Gelungene Kommunikation in der Familie

Gnarrenburg. Kinder machen viel Arbeit, Ärger, Stress, aber auch sehr viel Freude. Wie gelungene Kommunikation in der Familie und in der Gemeinschaft funktioniert, wie Konflikte zwischen Eltern und Kindern, zwischen Geschwistern und Freunden gelöst werden können und wie sich sogar aus den Konfliktpotenzialen Verständnis und Rücksicht für ein besseres Zusammenleben entwickeln kann, standen im Mittelpunkt des Vortrages des Referenten Oliver Hechtenberg.
Der Vortrag des Referenten Oliver Hechtenberg gab neue Erkenntnisse und Denkanstöße im Umgang mit dem hoffnungsvollen Nachwuchs.  Foto: im

Der Vortrag des Referenten Oliver Hechtenberg gab neue Erkenntnisse und Denkanstöße im Umgang mit dem hoffnungsvollen Nachwuchs. Foto: im

Eingeladen hatte das Forum „Bausteine - Bildung und Erziehung“ in der Gemeinde Gnarrenburg. Ihr Sprecher Volker Kullik freute sich über den voll besetzten Veranstaltungsraum, der erstmalig im Inneren des neuen Bürgerhauses stattfand. Der Tenor des Pädagogen und Psychologen, eigens aus dem Großraum Karlsruhe angereist: „Wir reden mit den Kindern zu viel und oft dummes Zeug.“ Doch wie drückt man sich klar und verständlich aus?
Anhand von praktischen Beispielen fand binnen kürzester Zeit ein lebhafter Dialog zwischen dem Referenten und den Besuchern des Abends statt. „Halten Sie Kinder nicht für doof“, so der Experte. „Sie ahmen uns nach, lernen quasi am Modell, wollen Muster erkennen und suchen nach Orientierungshilfen.“
Mit Verboten und Ungeduld, aber auch durch Missverständnisse stoße man bei den Kindern auf taube Ohren. Sein eindringlicher Rat: „Bevor Sie laut werden, gehen Sie mit ihrem hoffnungsvollen Nachwuchs in Verhandlung, machen Sie sich transparent, streichen Sie das ‚kein‘ aus ihrem Wortschatz. Denn die Gedanken der Kinder werden in Bildern verarbeitet in denen ‚kein‘ und ‚nicht‘ nicht vorkommt.“ Auch die Wörter: „wieso, weshalb warum“ bezeichnete er als „Killerphrasen“ und seien nicht hilfreich in der Kommunikation. Sein Appell: „Wir Erwachsene sollten zuvorderst an unserer Kommunikation arbeiten, um den noch kleinen Menschen Orientierung zu geben“.
Dabei sei es wichtig, mit den Kindern auf Augenhöhe zu gehen, aufmerksam zuzuhören und nachzufragen. Geduld und alternative Techniken, in denen das Kind auch versteht, was von ihm erwartet wird, seien das Gebot der Stunde. „Kinder sind Spurensucher in der Erforschung ihrer noch kleinen Welt. Seien Sie ehrlich, nörgeln Sie weniger und loben Sie positive Eigenschaften. Geben Sie klare und positive Anweisung. Kinder wollen Präsenz und Rückmeldung“, so der Referent.
Lohnenswert sei es, mindestens drei positive Dinge, die die Eltern mit ihren Kindern im Laufe des Tages erlebt hätten, vor dem Schlafengehen noch einmal zur Sprache zu bringen. Dabei sollten die Erwachsenen im Stillen die Menge an Verboten überprüfen. Seine feste Überzeugung: „Gute Kommunikation findet in einer guten Atmosphäre statt.“ Da sei Kreativität und Geduld gefragt, der Aufwand lohne sich.


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