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Ralf G. Poppe

Jüdisches Leben im Fokus

Bremervörde. Die Klasse R7c hat mit einem Beitrag für den Rolf-Joseph-Preis zum Thema „Jüdisches Leben damals und heute“ gute Chancen auf den Sieg.

Die R7c kurz vor der Abreise. Die Klasse hatte als Projektbeitrag u.a. auf dem Schulhof einen menschlichen Davidstern gebildet und verschiedene Text- und Videobeiträge eingereicht.

Die R7c kurz vor der Abreise. Die Klasse hatte als Projektbeitrag u.a. auf dem Schulhof einen menschlichen Davidstern gebildet und verschiedene Text- und Videobeiträge eingereicht.

Eingereicht haben die Schüler:innen Texte, Videos und Fotos zum Thema und haben es damit innerhalb kürzester Zeit zum zweiten Mal mit einem Bremervörder Realschulprojekt geschafft, in das bundesweite Finale eines Wettbewerbs einzuziehen.

Im Juni hatte die R9a mit ihrer „High-Tech-Sitzanlage“ Gold im „Mach was“-Handwerks-Wettbewerb der Adolf Würth GmbH & Co. KG gewonnen. Nun fahren 23 Schüler:innen der aktuellen R7c von Bettina Paquet mit einer weiteren Lehrerin als Begleitung für vier Tage nach Berlin.

Die Bronzemedaille ist der Klasse, die am kommenden Donnerstag fast geschlossen nach Berlin reist, mindestens sicher. Denn eingeladen wurden lediglich die drei besten Beiträge bzw. deren Urheber:innen. Am Freitag steht eine Besichtigung der Synagoge Pestalozzistraße auf dem Programm, am Samstag folgt eine Stadtführung durch das jüdische Berlin. Anschließend erwartet die Finalisten ein buntes Programm im Jüdischen Museum Berlin. Ab 18 Uhr erfolgt dort die festliche Preisverleihung im Saal der W. Michael Blumenthal Akademie.

 

Die Recherche

 

Wie kam die R7c dazu, sich mit dem jüdischen Leben damals und heute zu beschäftigen? „Es fing damit an, dass wir `Damals war es Friedrich´ von Hans Peter Richter im Deutschunterricht gelesen haben“, erklärt Danielle Wendland. Anschließend wollten die Kinder mehr über das Judentum erfahren. Anhand eines Zeitungsartikels über Juden aus Beverstedt, die verschleppt worden waren, kam es dann dazu, dass Zeitzeuge Martin Bensen die Klasse besuchte (der Anzeiger berichtete). So konnte die Klasse Grundlagen des jüdischen Lebens und Glaubens aufarbeiten und Fragen stellen.

„Wir sind dadurch sensibler geworden, auch wenn wir nun z.B. im Radio hören, dass es Übergriffe auf unsere jüdischen Mitbürger gab“, sagt Lahja Diekmann. Es käme doch nicht auf die Haut- oder Haarfarbe eines Menschen an oder auf die Religion, sondern auf das Innere, auf das Herz einer Person, bekräftigt sie ihre Meinung. Fast zeitgleich erfuhr die Klasse vom Wettbewerb der Rolf Joseph Preisausschreibung 2022.

 

Der Rolf-Joseph-Preis

 

Die Teilnahme am Rolf-Joseph-Preis 2022 zum Gedenken an den Berliner Holocaust-Überlebenden Rolf Joseph war für Klassenstufen 5 bis einschließlich 13 (als Klasse, Gruppe, oder auch allein) geöffnet. In Zusammenarbeit mit der „Jugend schreibt“-Seite der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) prämiert die Joseph-Gruppe e.V. die besten Einsendungen zum Thema „Jüdisches Leben damals und heute“. Der Gewinnerbeitrag erhält einen Geldpreis in Höhe von 400 Euro, der zweite und dritte Platz werden mit 300 Euro bzw. 200 Euro ausgezeichnet. Obendrein werden die Gewinnerbeiträge (soweit es deren Form zulässt) auf der wöchentlich erscheinenden „Jugend schreibt“-Seite der F.A.Z. und/oder auf https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/jugend-schreibt/rolf-joseph-preis/ veröffentlicht.

Die Idee zur Einreichung stammte von Klassenlehrerin Paquet: „Warum sollten wir das eine nicht mit dem anderen verbinden“, dachte sie sich, nachdem die Klasse die Arbeit sozusagen bereits im Vorfeld aus Eigeninteresse erledigt hatte. Zur Belohnung darf die Klasse sich in Berlin nun auch noch Madame Tussauds Berlin, Sea Life und Berlin Dungeon ansehen.

www.jmberlin.de/rolf-joseph-preisverleihung

 


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