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Ingrid Mahnken

Horizonte Festival: Gelungener Auftakt - Blues - Zwischen Lebensfreude und Weltschmerz

Bremervörde. Sie gehören zur Crème de la Crème, des deutschen Blues. Die Rede ist von Georg Schroeter (Piano und Gesang) und Marc Breitfelder (Mundharmonika), der gleich aus einem ganzen Koffer voller mitgebrachter Instrumente schöpfen konnte. Seit über 30 Jahren sind die beiden Kieler Künstler in der Musikszene aktiv. In Memphis/Tennessee erspielten sie sich bei dem bedeutendsten Blues-Wettbewerb der Welt, der „International Blues Challenge“ den ersten Platz.
Ein umjubelte Blues- Konzert beim Horizonte Festival mit Georg Schroeter, Marc Breitfelder, Kalle Reuter und Achim Erz.  Foto: im

Ein umjubelte Blues- Konzert beim Horizonte Festival mit Georg Schroeter, Marc Breitfelder, Kalle Reuter und Achim Erz. Foto: im

Auf dem Horizonte Festival im Bremervörder Rathaussaal wurden sie von Kalle Reuter (Gitarre) und Achim Erz (Schlagzeug) begleitet. Gemeinsam nahmen sie die Zuhörer mit auf eine groovige Reise durch das musikalische Amerika.
„Nach acht Wochen Horizonte Festival-Entzug und im verflixten siebten Jahr“ zeigte sich der Tandem-Vorsitzende Andreas von Glahn im Namen der Kooperationspartner, dem Kultur- und Heimatkreis, dem Natur- und Erlebnispark und dem Verein „Tandem, soziale Teilhabe gestalten“, zuversichtlich, dass auch die kommenden Festivalveranstaltungen von Erfolg gekrönt sein werden.
Sein besonderer Dank galt der Sparkasse Rotenburg-Osterholz die diese Veranstaltungen maßgeblich finanziell unterstützt.
„Wir starten mit unserem aktuellen Horizonte Festival nicht langsam und nicht leise“, versprach Andreas von Glahn vor Beginn der Veranstaltung. Und er sollte recht behalten. Von der ersten Minute an löste das Quartett durch Vielseitigkeit und virtuoses Können, gekrönt durch Spielfreude und atemberaubende Solis, wahre Begeisterungsstürme aus. Schon bei dem ersten Blues „Sugar Mama“ flitzten die Finger von Georg Schroeter in einem rasanten Tempo auf dem Piano über die Tasten. In seinen Songs sang er mit seiner leicht rauchigen, ausdrucksstarken Blues-Stimme von unbändiger Lebensfreude und Weltschmerz. „Blues kann man nur spielen, wenn es einem so richtig dreckig geht“, so Georg Schroeter, „wenn man, so wie einst die Afro-Amerikaner auf den Baumwollfeldern durch die Hölle gegangen ist.“ Für sie war die Musik wie eine Droge, immer verbunden mit der Hoffnung, dass alles gut werde. Neben Cover-Versionen von zum Beispiel J. J. Cale, Eric Clapton, Chuck Berry oder den Rolling Stones, spielte das Quartett auch Eigenkompositionen wie „Talk to me“, ein Dialog zwischen Mann und Frau. Der erst 20-jährige Kalle Reuter, jüngstes Mitglied der Band, wurde für sein kraftvolles Gitarrenspiel und gefühlvollem Gesang mit einem außerordentlichen Klatschkonzert bedacht.
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war sicherlich das Solostück „Station by Station“ bei dem Marc Breitfelder seine Mundharmonika in einer einmaligen Spieltechnik bearbeitete, als gebe es kein Morgen mehr. Unter seinen Händen verwandelte sich die Mundorgel in eine akustische Dampflok, mit der er sie mal flehend, mal wispernd und dann wieder kreischend und fordernd, auf die Reise durch Amerikas tiefen Süden schickte. Auch das von Georg Schroeter geschriebene „Rockin USA“, auf der Tour durch die Vereinigten Staaten entstanden, machte noch mal richtig Dampf. Das Publikum war nach zweieinhalbstündigem musikalischen Hochgenuss außer Rand und Band und erklatschte sich noch weitere Zugaben. Hier wurde noch mal das ganze Spektrum des Quartetts mit „Kiss me Baby“ und „Down by the Riverside“ aufgezeigt, was der Blues zu bieten hat.


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