Ulrich Evers

„Geht es der Region gut, geht es auch uns gut“ - Trotz schwieriger Rahmenbedingungen erfolgreiches Jahr 2019

Landkreis. Das Umfeld ist nach wie vor schwierig, doch trotzdem hat sich die Sparkasse Rotenburg Osterholz im Geschäftsjahr 2019 gut behaupten können. Das ist die Quintessenz der Jahresergebnisse, die der Sparkassen-Vorstand nun der Öffentlichkeit vorstellte.

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Der Vorstand der Sparkasse Rotenburg Osterholz, Thorben Prenntzell, Ulrich Messerschmidt und Stefan Kalt (v.l.), zeigt sich trotz weiterhin schweren Umfeldes zufrieden mit dem Jahresergebnis 2019.  Foto: ue

Der Vorstand der Sparkasse Rotenburg Osterholz, Thorben Prenntzell, Ulrich Messerschmidt und Stefan Kalt (v.l.), zeigt sich trotz weiterhin schweren Umfeldes zufrieden mit dem Jahresergebnis 2019. Foto: ue

„Nach dem schweren Jahr 2018 hatten wir ein deutlich verbessertes Jahr 2019, wenn auch in weiterhin schwerem Fahrwasser“, sagte Vorstandsvorsitzender Ulrich Messerschmidt.
2018 hätten vor allem die zu leistenden Unterstützungszahlungen für die marode Nord LB sehr belastend gewirkt. „Daran haben wir uns beteiligt. Das hat uns viel Geld gekostet, uns aber nicht den Jahresabschluss verhagelt“, so Messerschmidt weiter.
Konnte die Sparkasse Rotenburg Osterholz 2018 noch auf einen Jahresüberschuss von rund 220.000 Euro zurückblicken, lag er 2019 in Vorbewertung deutlich über einer Million Euro.
Nach wie vor sorgt die Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), dass die Zinsüberschüsse weiter zurückgehen. „Eine schwierige Situation für alle Primärbanken“, so Messerschmidt. Die jahrelang gültige Faustformel, dass der Zinsüberschuss die Kosten abdecke, sei nicht länger gültig. Der Druck auf die Banken wächst, was auch unbequeme Maßnahmen nach sich ziehe. Als Beispiel hierfür nannte der Vorstand die konsequente Einführung eines Verwahrentgeltes für sehr hohe Guthabenkonten von Firmenkunden und Kommunen, aber auch für neue Privatkunden.
Dennoch zeigten sich Ulrich Messerschmidt und seine Vorstandskollegen Stefan Kalt und Thorben Prenntzell zufrieden: „Wir haben uns unter den obwaltenden Umständen wacker geschlagen.“ Mit einem Eigenkapital von über 300 Millionen Euro ist die Sparkasse Rotenburg Osterholz die elftgrößte Sparkasse in Niedersachsen. Derzeit 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um die Belange von 130.000 Kunden. „Wir haben eine gesunde Sparkasse, um die uns drei nicht bange ist“, sagte Ulrich Messerschmidt auch im Namen seiner Vorstandskollegen.
Durch Fusion Kosten eingespart
Im Zuge der vorgenommenen Fusion beider Sparkassen konnte auf der Kostenseite erheblich eingespart werden. In Zeiten von historisch niedrigen Zinsen und Bauboom konnte die Sparkasse Rotenburg Osterholz ihre Darlehenszusagen im Vergleich zum Vorjahr nochmals um 38,4 Millionen auf insgesamt 423 Millionen Euro steigern. Im Konsumentenkreditbereich wurden über 2.500 Verträge abgeschlossen. Trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase wuchsen die Kundeneinlagen weiter an. Sie belaufen sich inzwischen auf fast 2,6 Milliarden Euro (+ 53 Millionen in 2019).
Eine gute Nachricht für alle Kunden: Im laufenden Jahr bleiben alle Preise und Gebühren stabil. „Um nur eine Maßnahme zu nennen, haben wir jeden Kunden in das für ihn günstigste Kontomodell eingeschlüsselt“, erklärte dazu Ulrich Messerschmidt.
Vor dem Hintergrund schwindender Zinsüberschüsse sucht die Sparkasse Rotenburg Osterholz indes andere Wege, sich finanziell auf ein noch sichereres Fundament zu stellen. Dies geschieht auch durch strukturelle Änderungen im Personalbereich. Von über 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor der Fusion beider Banken soll die Mitarbeiterzahl bis 2021 auf unter 500 sinken. „Das geschieht alles sozial verträglich, auch wenn das für uns nicht immer ganz billig ist“, sagte Messerschmidt. Überwiegend sei die Personalreduktion auch der Altersfluktuation geschuldet.
Geschäftsstellen zusammenlegen
Die Sparkasse Rotenburg Osterholz plant zum 1. Juli 2020, sieben ihrer personenbesetzten Geschäftsstellen mit größeren Einheiten zusammenzulegen. Davon betroffen sind die Geschäftsstellen Trupermoor, Lintel, Ihlpohl, Osterholz-Scharmbeck Innenstadt, Wilstedt und die beiden Rotenburger Standorte Harburger und Verdener Straße.
Der Grund liegt im veränderten Kundenverhalten im Zuge der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung. „Die Kunden stimmen mit den Füßen ab. Und für uns bedeutet die Filialzusammenlegung, dass wir Fachpersonal freibekommen, das dringend und händeringend an anderen Orten innerhalb unserer Sparkasse gebraucht wird“, betonte Ulrich Messerschmidt. Er sieht im Smartphone die Geschäftsstelle mit der höchsten Wachstumsrate. „Wir haben massive Investitionen im digitalen Sektor vor uns“, sagte dazu auch Thorben Prentzell. Nach den geplanten Maßnahmen „haben wir dann überall gut aufgestellte Einheiten“, ist sich Stefan Kalt sicher.
Den Standortentscheidungen liegen gründlich durchgeführte Analysen des Kundenverhaltens zugrunde. Demnach seien in den genannten Geschäftsstellen vor allem die SB-Komponenten, wie Geldautomat oder Kontoauszugsdrucker, sehr gut frequentiert. Diese werden an den Standorten (ausgenommen in der Innenstadt von Osterholz-Scharmbeck) auch zukünftig präsent sein.
Ungebrochen hoch ist das soziale Engagement der Sparkasse Rotenburg Osterholz in der Region. Über 600.000 Euro kommen der Region durch unterstützende Maßnahmen der Bank zugute. Ulrich Messerschmidt sieht das auch weiterhin als „Bestandteil unseres Auftrages. Geht es der Region gut, dann geht es auch uns gut. Das ist nichts, wo man anfängt, den Rotstift anzusetzen“, machte er abschließend klar.


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