Ralf G. Poppe

10 Jahre HeidstückenHus in Oerel

Was 2016 als Traum von einer eigenen Seniorenresidenz begann, ist in Oerel zu einer Erfolgsgeschichte geworden, denn das HeidstückenHus feiert sein zehnjähriges Bestehen und kennt weder Personalmangel noch hohe Fluktuation.

Oerel. Das HeidstückenHus der Geschwister Tina und Mark Noetzelmann in Oerel steht seit 2016 für ein herzliches Miteinander aller involvierten Personen. Die kaum existierende Fluktuation unter den Mitarbeitenden bestätigt zudem das gute Arbeitsklima. Am 1. November feiert die Einrichtung ihr zehnjähriges Bestehen.

Der Anfang damals war spannend, sagen die Noetzelmanns. Bestimmt habe man damals Fehler gemacht, die passierten sicher auch heute noch ab und an. Man glaube allerdings, dass nicht viele Dinge verkehrt gelaufen sein können, da der Betrieb sich nach zehn Jahren nicht nur einen guten Ruf erarbeitet habe, sondern zudem finanziell gut dastehe. Gestartet ist die Familie Noetzelmann mit 16 Mitarbeitenden. Die Eltern der Geschäftsführung, Ursel und Uwe Noetzelmann, packen immer noch hilfreich mit an. Mittlerweile arbeiten 49 Personen am Wohlergehen der HeidstückenHus-Bewohner:innen.

 

Alle Zimmer ebenerdig mit Terrasse

Tina Noetzelmann wagte den Sprung in ihre Selbstständigkeit 2016, nachdem sie ihre Anstellung als Pflegedienstleitung im Seniorenheim Lintig beendet hatte. Sie erfüllte sich ihren Traum einer eigenen Seniorenresidenz. Unterstützt wurde sie in den ersten Jahren von ihrer ehemaligen Chefin Kerstin Spiering, die nach einem reibungslosen start ihren Platz in der Geschäftsführung vor circa sechs Jahren an Mark Noetzelmann weitergab. „Als meine Schwester vor mittlerweile zwölf, dreizehn Jahren auf die Idee gekommen ist, eine eigene Residenz zu realisieren, haben wir zwar zuerst etwas gelacht, dann jedoch schnell begonnen, ein Grundstück zu suchen. Der damalige Oereler Bürgermeister, Helmut Ringe, hat mit unserem Onkel gesprochen, der damals noch lebte und in Oerel wohnte“, erinnert sich Mark Noetzelmann. „Unser Onkel erzählte ihm, was wir vorhaben. Ringe antwortete, dass Oerel damit dann komplett sei, denn man habe Schulen, Kindergarten, Tagespflege, aber noch kein Seniorenheim. Daraufhin haben wir ein großartiges Grundstück bekommen. Und sind, glaube ich, im Umkreis eins der ganz, ganz wenige Häuser dieser Art, die komplett ebenerdig sind. Jedes Zimmer hat eine eigene Terrasse.“ Tina Noetzelmann fügt hinzu: „Das ermöglicht uns, selbst bettlägerige Bewohner bei schönem Wetter draußen die Sonnenstrahlen genießen zu lassen.“

Anfangs gab es 37 Zimmer, davon vier Doppelzimmer. Zum fünfjährigen Bestehen hatte sich die Zahl der Räume für die Bewohner:innen bereits auf 47 – inklusive vier Doppelzimmer – erhöht. Statt 41 Bewohner:innen finden seither 51 ältere Menschen im HeidstückenHus ein liebevolles Zuhause. Im Obergeschoss befinden sich lediglich die Verwaltung und das Lager.

 

Die Bewohner:innen

Die Bewohner:innen vom HeidstückenHus kommen größtenteils aus dem Ort oder aus Barchel, Basdahl und Oese. „Die weiteste Anreise hatte eine Dame, die aus Berlin hierhergezogen ist“, so Tina Noetzelmann. Ihre Tochter sei in dei Region gezogen und wollte für ihre Mutter ein gutes Zuhause finden, weshalb sie sie mit hierhernahm.

Die Tatsache, dass alle Wohnräume barrierefrei ebenerdig angelegt sind, macht das HeidstückenHus in der gesamten Region einzigartig – von der liebevollen Pflege ganz zu schweigen. „Wir haben einen Bewohner, der in mehreren Einrichtungen der Region vier Tage zur Probe gewohnt hat. Dann sagte er, er entscheide sich für das beste neue Zuhause und ist bei uns geblieben. Im kommenden Jahr ist er bereits zehn Jahre hier“, sagt Tina Noetzelmann.

„Es soll familiär bleiben im HeidstückenHus. Wir sind das komplette Gegenteil einer großen Kette. Bei uns arbeiten Menschen, um ihren Job in der Pflege, in der Hauswirtschaft gut zu machen. Wenn sie beispielsweise einmal Probleme mit Angehörigen von Bewohnern haben, sollen sie das nicht selbst ausfechten müssen, sondern die Gespräche gern an uns weiterleiten. Von Kollegen, die bei großen Ketten gearbeitet haben, hörten wir, dass die Mitarbeitenden dort für alles verantwortlich sind. Weil die Geschäftsführung zum Beispiel in München sitzt. Natürlich müssen wir schwarze Zahlen schreiben. Dennoch legen wir großen Wert darauf, dass es sowohl unseren Bewohnern als auch unseren Angestellten bei uns gut geht“, fügt Mark Noetzelmann hinzu. „Unsere Küchenleitung hat bei uns ihren Beruf gelernt, dann ihren Meisterbrief gemacht und ist hiergeblieben“ so seine Schwester. „Eigentlich war sie nur auf der Durchreise hier, wollte ursprünglich Lehrerin für einen Hauswirtschaftsberuf werden. Nun möchte sie bis zur Rente bleiben.“

Das Team habe einen Altersdurchschnitt von rund 40 Jahren – die jüngste Mitarbeiterin sei 18, der Älteste 72 Jahre alt. Das HeidstückenHus bekäme des Öfteren von Personaldienstleistern Angebote für Mitarbeitende, die sie leider ablehnen müssen. Denn das Team sei komplett. Wenn jemand in Rente gehe, rücke gleich jemand nach. Über Fachkräftemangel könne man sich in Oerel nicht beklagen.

 

Gute Zukunftsaussichten

Das HeidstückenHus hat nicht nur eine eigene Wäscherei für die Textilien der eigenen Bewohner:innen, sondern die Geschäftsleitung möchte den Service zeitnah ausweiten, ihn zudem anderen Häusern anbieten. Ein oder zwei Seniorenresidenzen, die bis zu 50 Bewohner:innen haben, könnten zukünftig bedient werden. Privathaushalte würden leider aus organisatorischen Gründen nicht in den Service mit einbezogen werden. „Die Kapazität unserer Wäscherei ist so ausgelegt, dass wir ein größeres Haus oder zwei kleinere Häuser mit in unseren Wasch-Service übernehmen könnten.“ Die Idee diesbezüglich sei entstanden, weil es einen enormen Aufwand dargestellt habe, den Wäschelieferungen stetig hinterher telefonieren zu müssen. „Nun haben wir alles in den eigenen Händen.“ Die Wäscherei sei von Anfang an gut besetzt gewesen, durch Schichtarbeit wären drei, vier Mitarbeitende dazu gekommen.

„Wir sind ein großartiges Team geworden. Am Anfang hat es zwar noch ein bisschen geruckelt. Aber das ist bei jeder Fußballmannschaft so, wenn ein neuer Trainer sie übernommen hat. Da wird geguckt, wie passen wir am besten zusammen. Das war in der Startphase vor zehn Jahren ein bisschen aufregender. Jetzt hat sich das sortiert. Wir haben seit Jahren ein Team, aus dem quasi nur jemand aussteigt, wenn er/sie in Rente geht“, sagt Mark Noetzelmann abschließend.

Weitere Informationen über das Senioren- und Pflegeheim HeidstückenHus GmbH im Kastanienweg 23 in Oerel gibt es unter der Telefonnummer 04765/8311440, per E-Mail unter info@heidstueckenhus.de sowie online unter heidstueckenhus.de.


UNTERNEHMEN DER REGION

E-PaperMarktplatzStellenmarktZusteller werdenLeserreiseMagazineNotdienst BremervördeNotdienst OHZReklamationgewinnspielformular