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Klein und kuschelig

Lilienthal (alvo). Der WIR lädt zum besonderen Weihnachtsmarkt.

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Der WIR musste in diesem Jahr etwas kleiner planen, freut sich aber, den Lilienthaler Bürger:innen in Krisenzeiten trotzdem einen Weihnachtsmarkt bieten zu können. Foto: alvo

Der WIR musste in diesem Jahr etwas kleiner planen, freut sich aber, den Lilienthaler Bürger:innen in Krisenzeiten trotzdem einen Weihnachtsmarkt bieten zu können. Foto: alvo

In letzter Minute musst der Wirtschaftsinteressenring kreativ werden und die Planungen für den Lilienthaler Weihnachtsmarkt noch einmal komplett umkrempeln.

Es gibt Zeiten, da muss auch der Weihnachtsmann seinen Gürtel etwas enger schnallen. 2019 hatte der letzte große Weihnachtsmarkt im Lilienthaler Amtsgarten stattgefunden und nach zwei Jahren Zwangspause aus bekannten Gründen sollte nun mit dem 35. Weihnachtsmarkt an damalige Erfolge angeknüpft werden. Doch es sollte ganz anders kommen: Im Zuge der allgemeinen und bundesweit verordneten Energie- und sonstigen Sparmaßnahmen, wegen derer das Rathaus plötzlich nicht mehr wie früher als Ausstellungsraum für rund 50 Kunsthandwerker:innen zur Verfügung stand, wurde der Weihnachtsmarkt 2022 schliesslich abgesagt.

 

Klein aber fein und kuschelig

 

„Wir waren mit der Planung und Organisation sozusagen fertig, aber diese unerwartete Lageänderung mit dem Wegfall eines solchen Publikumsmagneten lässt sich nicht einfach so verkraften“, erklärte Sven Behrens, Erster Vorsitzender des Wirtschafts-Interessenrings. WIR) Lilienthal e.V., die schwere Entscheidung. Dann gab es aber wohl doch so manche Hinweise und Nachfragen verwunderter oder sogar enttäuschter Bürger:innen, weswegen der WIR sich noch einmal mit Stadtverwaltung sowie Gemeinderat besprochen und letztendlich den Entschluss gefasst hat, zumindest eine abgespeckte Version durchzuführen. Behrens: „Klein, aber fein und schön kuschelig soll er werden, unser Weihnachtsmarkt am Brunnenplatz beim Rathaus. Zu passenden Hintergrundklängen, präsentiert von von DJ Bene, können an den 2019 neu beschafften Ständen Tiffany-Kunstwerke, Schwibbögen, Weihnachtspyramiden, Hundezubehör und Naturprodukte wie Marmelade oder auch Seife begutachtet und gekauft werden.“

Darüber hinaus lassen kulinarische Angebote wie Cup-Cakes, Crêpes, Glühwein, Bier und andere Kaltgetränke zusammen mit den Leckereien eines zünftigen Imbisswagens Hunger- und Durstgefühle gar nicht erst aufkommen. Kinder kommen beim beliebten und lustigen Entenangeln zu ihrem Spaß und vielleicht hat der Weihnachtsmann ja auch noch ein paar Süssigkeiten für sie in seinem grossen Strohsack.

 

Positive Erfahrung und Gemeinschaftserlebnis

 

„Die Veranstaltung wird sich rein finanziell gesehen sicher nicht rechnen, aber wir sind sehr froh, Lilienthal und seiner Umgebung in diesen Zeiten überhaupt einen Weihnachtsmarkt bieten zu können. Die Menschen haben es schwer genug mit den täglich neu eintrudelnden beunruhigenden Hiobsbotschaften und brauchen schlichtweg auch wieder positive Erfahrungen wie solche Gemeinschaftserlebnisse“, sagt Martina Dammann, WIR-Schatzmeisterin. Moris Sego, Vorstandsbeisitzer und als Betreiber eines Restaurants bestens über einen im doppelten Sinne bestehenden Hunger der Bürger:innen informiert, nickte zustimmend.

Anja Dähncke, Leiterin der Geschäftsstelle Am Wolfsberg. war auch d‘accord, wies aber noch auf die aufgrund der plötzlichen Lageänderungen erforderlichen zeitraubenden Umorganisationsmaßnahmen hin. Behrens ergänzte etwas bedauernd: „Der zeitliche und finanzielle Aufwand für Marketing, Werbung und Auftritte in sozialen Plattformen sind bei einem kleinen oder großen Weihnachtsmarkt nahezu gleich, unser Kernproblem sind auch nicht fehlende Motivation oder Manpower - so helfen beispiels- und dankenswerterweise auch Beschäftigte des Bauhofs beim Auf-und Abbau - sondern die unproportional ansteigenden Kosten bei gleichzeitig sinkender Sponsorenzahl und seit 2020 kaum vorhandenen Möglichkeiten, ein finanzielles Polster für die Realisierung weiterer Vorhaben anzulegen.“ Die WIR-Mitglieder zahlten zwar Beiträge, dadurch allein könnten aber entstehende Defizite kaum ausgeglichen werden. Daher gelte es, einen aktualisierten genauen und machbaren Plan zu entwerfen, um weitere Spender, Sponsoren, Geschäftsleute sowie Freiwillige anzusprechen und für den WIR zu gewinnen, damit die hiesige Wirtschaft, somit auch die Region, gestärkt wird und beliebte Veranstaltungen für die Bürger:innen auch in dunklen Phasen als Aufheller stattfinden können.

 

Zweitägiges Programm

 

So wie am Samstag, 26. November, wenn der kleine Weihnachtsmarkt ab 13 Uhr schon zum Essen und Shoppen einlädt, bevor Sven Behrens und Bürgermeister Kim Fürwentsches ihn um 15 Uhr offiziell eröffnen. Um 17.30 Uhr erfolgt als besonderes Highlight ein Auftritt der 12-köpfigen Lloydstreet Bigband aus Bremervörde, die mit ihrem unverkennbaren Sound den stimmungsvoll beleuchteten Brunnenplatz swingen lassen wird. Bis 20 Uhr kann dann bei hoffentlich nicht so sommerlichen Temperaturen entlang der schmucken Marktbuden geschlendert, gestaunt, eingekauft und behutsam der Weihnachtsgeist geweckt werden. Am Sonntag öffnet der Markt noch einmal von 12 bis 18 Uhr seine Türen, der Eintritt ist frei, Parkmöglichkeiten sind vorhanden und die Linie 4 hält in unmittelbarer Nähe des vorweihnachtlichen Geschehens.


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