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Der Positivtrend bleibt

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen wertet Zahlen aus: Betriebe haben für 6,4 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Anträge auf Ökoförderung gestellt.

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(lwk). Obwohl sich der jahrelange Bio-Boom verlangsamt hat, hat der Ökolandbau im Vergleich zum Vorjahr an Fläche gewonnen, wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) mitteilt. Fast 163.000 Hektar (ha) werden in Niedersachsen (Stand 27. Juli 2023) laut Antragsdatenbank mittlerweile ökologisch bewirtschaftet. Das entspricht 6,4 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

 

Welche Zahl gilt?

 

Zahlen und Statistiken im ökologischen Landbau können auf zwei Arten ermittelt werden: Zum einen über die gestellten Agraranträge - diese Zahlen werden in der Regel vom statistischen Landesamt genutzt. Zum anderen über eine aktive Meldung der Ökobetriebe und Ökoflächen über die privaten Bio-Kontrollstellen an das LAVES, der in Niedersachsen zuständige Öko-Kontrollbehörde - diese Zahlen werden von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ausgewertet und jeweils ca. Mitte des Jahres für das Vorjahr veröffentlicht.

Die offizielle Ökofläche für Niedersachsen liegt laut BLE aktuell bei 5,8 Prozent (Stand 31. Dezember 2022). „Ein Vorteil dieser Erhebung ist, dass bei der Flächenerhebung nur zertifizierte Bioflächen berücksichtigt werden. Sie ist also relativ genau“, erklärt Dr. Alexandra Wichura, bei der LWK Leiterin des Fachbereichs Ökologischer Landbau. „Ein Nachteil ist aber: Man erhält die Zahlen immer erst ein halbes Jahr später. Um einen Einblick auf die aktuelle Lage im jetzigen Jahr zu erhalten, bietet sich also der Blick auf die Agraranträge an.“

Da die Anträge nach der Antragsstellung geändert und auch zurückgezogen werden können, zeigt eine Auswertung im laufenden Jahr nicht den Ist-Zustand, sondern vielmehr die von den Betrieben zur Antragstellung beabsichtigte Entwicklung. Zudem können die Zahlen variieren, je nachdem wann die Antragszahlen aus der Datenbank abgerufen wurden. In der Regel passen die über das LAVES erhobene Ökofläche und die beantragten Agrarflächen allerdings gut zusammen. Ein Vergleich der vergangenen zwei Jahre zeigt, dass über die Antragsfläche die reale Fläche eher unter- als überschätzt wird.

 

Ökofläche in Niedersachsen bleibt positiver Trend

 

Die bisher in diesem Jahr zur Förderung beantragte Öko-Anbaufläche von 162.927 ha entspricht im Vergleich zur offiziellen Ökofläche aus 2022 einer Steigerung um 15.000 ha (2022: 147.931 ha; 2021: 143.024 ha; Quelle: BLE). „Der positive Trend der vergangenen Jahre ist damit ungebrochen“, sagt Wichura. Vor allem extensiv wirtschaftende Betriebe scheinen derzeit umzustellen, wie das Team der Umstellungsberatung der LWK festgestellt hat. Die Umstellungsbereitschaft bei Marktfruchtbetrieben scheint dagegen sehr verhalten.

Mit 11.958 ha befindet sich die größte ökologische Anbaufläche im Landkreis Lüchow-Dannenberg. 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche im Landkreis wird ökologisch bewirtschaftet. Dies entspricht 7,3 Prozent der ökologischen Fläche von ganz Niedersachsen. Auch der angrenzende Landkreis Lüneburg sowie der Heidekreis können mehr als 16 bzw. mehr als 14 Prozent ökologische Anbaufläche in ihren Landkreis-Gebieten vorweisen. Das größte absolute Wachstum im Vergleich zu 2022 zeigt sich im Landkreis Diepholz mit 2.314 ha. Das größte relative Wachstum hingegen mit über 900 Prozent ist in Salzgitter zu verzeichnen. Dies entspricht einem Zuwachs von 606 ha. Um 175 ha ist laut Agraranträgen die ökologische Anbaufläche in Holzminden gesunken, was einem Minus von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. „Trotz aller Vorläufigkeit der Antragszahlen zu diesem Zeitpunkt ist die Auswertung für die inhaltliche Ausrichtung unserer Arbeit eine wichtige Grundlage“, führt Wichura weiter aus.

 

Kulturen im Ökolandbau

 

Der stärkste Flächenzuwachs ist mit einem Plus von knapp 11.000 ha im Dauergrünland zu sehen. Deutliche Flächensteigerungen mit jeweils knapp 2500 ha und ca. 3000 ha sind im Getreide und im Futterbau zu verzeichnen. Beim Getreide wird vermehrt Wintergetreide angebaut, während die Fläche von Sommergetreide leicht rückläufig ist. Aufgrund des schlechten Absatzes im Vorjahr ist der Dinkelanbau um mehr als die Hälfte zurückgegangen.

Ein Großteil der Futterflächen ist auf eine Ausweitung des Silomais-Anbaus zurückzuführen. Relativ konstant blieben die Flächen für Kartoffeln und Zuckerrüben. Erwähnenswert ist, dass der Anteil seltener Nutzungsarten - hierzu zählen zum Beispiel Kulturen wie Soja und Sonnenblume - um ca. 1200 ha gestiegen ist. Bei den beiden genannten Kulturen hat sich die Fläche kontinuierlich vergrößert: auf knapp 1000 ha bei Soja und etwas mehr als 500 ha bei Sonnenblumen. Der Anbau von Hanf etabliert sich auf niedrigem Niveau.


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