Wie schmeckt Mut?`
Worpswede. Aus diesem Grund hatten die künstlerischen Leiterinnen der Einrichtung für zeitgenössische Bildung, Sara Schwienbacher und Valerie Löwe, ein Event der besonderen Art organisiert. Unter dem Motto: „Wie schmeckt Mut?“ waren vierundzwanzig Frauen von sechs Künstlerinnen zu einem „Eat-Art-Brunch“ persönlich eingeladen worden. Mut habe das gesamte Leben und Werk Paulas durchzogen. Sie habe gewagt, vertraute Wege zu verlassen, den eigenen Blick ernst zu nehmen und ihrer künstlerischen Stimme zu folgen.
Sechs Stillleben, sechs Stationen
Alle 24 Frauen erhielten eine persönliche Einladung. Dort hieß es dann zum Beispiel: „Ich finde mutig, mit wie viel Hingabe und Leidenschaft du deiner Theatergruppe begegnest. Für jeden Menschen findest du eigene Wege, in Beziehung zu treten – aufmerksam, offen und auf Augenhöhe. Dass du dich dabei so weich und berührbar machst, ohne dich über andere zu stellen, berührt mich sehr. Deshalb möchte ich dich von Herzen einladen.“
Das Einladungsschreiben enthielt sechs Abbildungen von Stillleben, die verschieden eingedeckte Tische zeigten. Die Teilnehmerinnen sollten im Vorfeld eines dieser Bilder auswählen und drei persönliche Entscheidungen treffen. So sollte die eigene Kleidung der Person durch Farbe, Form, Muster oder Material mit dem Foto in Resonanz treten. Mitgebrachte Speisen sollten ebenfalls der Aussage des Bildes entsprechen. Darüber hinaus durfte jede Teilnehmerin ein persönliches Symbol für Mut, Kraft oder Vertrauen mitbringen, das am Ende auch Teil des Stilllebens werden sollte.
Während der Veranstaltung saßen die Frauen aufgeteilt an verschiedenen Tischen, um gemeinsam zu essen und über den persönlichen Mut zu diskutieren. Nach rund zwanzig Minuten wurden dann die einzelnen Gruppen aufgelöst und neue Konstellationen an einer weiteren der insgesamt sechs Stationen gebildet. Sara Schwienbacher weiß: „Manchmal vergessen wir, wie mutig wir sind. Hier kann jede der Frauen über ihren Mut mit den anderen Teilnehmerinnen sprechen und sich austauschen.“
Buch zum Projekt
Am Ende des „Eat-Art-Brunch“ hatte sich das Bild der Tische verändert und neue Stillleben entstehen lassen. Ein Fotograf war während der gesamten Veranstaltung anwesend und hat das lebhafte Miteinander der mutigen Frauen in zahlreichen Bildern verewigt. Aus diesen Fotografien soll am Ende ein aussagekräftiges Bilderbuch mit dem Titel „Ich bin Ich“ entstehen und am 28. November während einer Vernissage zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert werden. Unterstützt wird das Projekt mit 5.000 Euro von der VGH-Stiftung. Wer mehr über die Arbeit der Kunstschule Paula erfahren möchte, kann dies auf der www.zeitgenössische-bildung.de.

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