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Weniger Sorgen und Not

Seit 20 Jahren ist es in der Samtgemeinde Hambergen leichter, alt zu werden. Das ist der Initiative der Kümmerer zu verdanken, die in der KGS Hambergen zur Jubiläumsfeier eingeladen hatte.

Hambergen. Liane Hudalla vom Lenkungsteam der Kümmerer Hambergen begrüßte herzlich und sehr persönlich die anwesenden Gäste, darunter Samtgemeindebürgermeister Gerd Brauns, Hambergens Gemeindebürgermeisterin Frauke Schünemann, die durch das Programm führte, sowie Ralf Puckhaber, Geschäftsstellenleiter der Volksbank.

Hudalla freute sich mit allen Gästen auf einen Rückblick auf die Vielfalt aus zwei Dekaden Kümmerer-Arbeit. Zugleich wünschte sie sich, dass die Initiative noch sichtbarer werde. „Wir brauchen Nachwuchs und Unterstützung, die das übernehmen“, sagte sie. Älter werden und fitter bleiben – diese Idee stehe hinter allem.

Auch Peter von Döllen, Journalist der Tageszeitung, griff diesen Gedanken in seinem Grußwort auf. Er hatte sich durch das Archiv seines Mediums gelesen und die Höhepunkte aus der Berichterstattung über die Kümmerer zusammengefasst. „Erkenntnisse und Erfahrungen werden angeboten, eben praktische Dinge. Das ist dann auch keine Einbahnstraße, aber auch keine Straße mit Gegenverkehr.“ Die Struktur der Kümmerer lasse sich, so von Döllen, eher mit einem Blutkreislauf oder mit einem Netz vergleichen. „Die Kümmerer bringen Generationen zusammen“, zitierte er die ehemalige Bürgermeisterin der Nachbargemeinde Osterholz-Scharmbeck, Brigitte Escherhausen.

Zuhören, helfen, da sein

Jan von Moor las die Grußworte der Journalistin Monika Fricke vor, die lebendig erzählen konnte, wie schön es sei, wenn einem jemand diese „fikkeliensche neumod’sche Technik“ an Laptop oder Smartphone mal „verkloogfiedeln“ könne. „Weniger Sorgen und Not“ bedeute die Arbeit der Kümmerer. Auch Landrat Bernd Lütjen, der die Kümmerer von Anfang an begleitet hatte, unterstrich, dass sich mit dieser Initiative und ihrem Ausmaß etwas ganz Neues Bahn gebrochen habe. „Es gibt im Landkreis viele Initiativen, die sich einbringen und helfen, aber nie in dieser Form. Bei den Kümmerern ist der Name Programm. Dahinter steckt etwas Wertvolles: Kümmern ist zuzuhören, zu helfen, da zu sein. Und nicht nach Zuständigkeiten zu fragen.“

Wenn das Leben beim Älterwerden schwieriger werde und kleine Aufgaben zu Herausforderungen würden, „da ist das Zutun der Kümmerer aus dem sozialen Leben von Hambergen gar nicht wegzudenken“, sagte Lütjen. „Ihr schafft Sicherheit und Orientierung durch kleine Gesten, Nähe, Gemeinschaft, Menschlichkeit. Ihr bringt Menschen zusammen. Keiner muss allein bleiben.“

Eine neue Zeit des Alterns

Der ehemalige Pastor Heino Hüncken hatte vor 20 Jahren gemeinsam mit Landrat Lütjen die Hamberger Aktiven eingeladen, um sich mit ihnen mit der Frage zu beschäftigen, wie man in der Samtgemeinde alt werden wolle. „Denn die Älteren von heute und morgen sind nicht mehr die Alten von gestern.“

Margrit Kluge und Hartmut Pukies waren es, die die Anwesenden motivierten, sich um die Umsetzung der gesammelten Ideen zu kümmern – „die Kümmerer waren geboren“, erinnerte Pastor Hüncken in seinen Glückwünschen in der Festschrift. Er verwies aber auch auf Herausforderungen, die bis heute geblieben seien: „Zu leicht verfällt man in die alten Verhaltensmuster von Betüddeln, Betreuen und Versorgen.“ Es sei eben der Aufbruch in eine neue Zeit des Alterns.

Mehr als praktische Hilfe

Liane Hudalla wird in der Festschrift mit den Worten zitiert: „Wir haben unzähligen Menschen in der Samtgemeinde in verschiedensten Situationen und Lebenslagen helfen können. Dafür hat es viele Kümmerer gebraucht, und dafür haben wir immer wieder neue Kümmerer gefunden.“

Die Kümmerer bedeuten inzwischen mehr als Helfen. Dazu gehören auch gemeinsames Feiern, Ausflüge, Repair-Café, Schulpatenschaften, Weinproben, Kinobesuche und Exkursionen. „Oftmals haben wir mit unseren Angeboten Lücken oder Defizite ausgefüllt“, heißt es weiter.

Bürgermeisterin Schünemann überbrachte die Grußworte der niedersächsischen Innenministerin und Bundesratsmitglieds Daniela Behrens. Diese hob besonders die treibende Kraft Hudallas für die Kümmerer hervor. Hudalla habe diese Idee als ehemalige Kommunalpolitikerin aus ihrer Heimat Franken wohl mit in ihre neue Hamberger Heimat gebracht. Mit ihren Worten rührte Behrens nicht nur die Angesprochene.

Das anschließende stattliche Buffet war natürlich selbst gemacht vom Männerkochclub der Kümmerer – vermutlich mit Geschirr und Besteck des Kümmerer-Verleihs „Tischlein deck dich“.


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