Amelie Nobel

Vor 75 Jahren starb Anne Frank im KZ Bergen-Belsen

Vor 75 Jahren, am 15. April 1945 wird das Konzentrationslager Bergen-Belsen durch britische Soldaten befreit. Eine der Häftlinge war Anne Frank. Ihre Geschichte ist dank ihres berühmten Tagebuches unvergesslich.
 

Bilder
Eines der berühmtesten Tagebücher der Welt: Das der jungen Jüdin Anne Frank.  Foto: an

Eines der berühmtesten Tagebücher der Welt: Das der jungen Jüdin Anne Frank. Foto: an

Die Geschichte Anne Franks
 
Anne Frank wird am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren. Aufgrund des Antisemitismus in Deutschland entschließen sich ihre Eltern Otto und Edith Frank gemeinsam mit ihren Kindern Margot und Anne, das Land zu verlassen und nach Amsterdam zu ziehen. Am 10. Mai 1940 werden die Niederlande von den Nazis überfallen. Von nun an gibt es strenge Gesetze und Verordnungen für Juden und Jüdinnen. Sie müssen einen gelben Stern an der Kleidung tragen, damit sie als Juden erkennbar sind.
Annes Vater hat im Hinterhaus seiner Firma einen geheimen Unterschlupf eingerichtet. Auch hier gibt es strenge Regeln. Alle müssen leise sein und die Fenster ständig geschlossen bleiben. Zu groß ist die Angst der Familie und der vier weiteren Untergetauchten entdeckt zu werden. Am 4. August 1944 wird das Versteck der Familie entdeckt. Anne und die anderen Untergetauchten sowie zwei Helfer werden verhaftet. Die Nazis verschleppen sie in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Während ihre Eltern in Ausschwitz zurückbleiben, werden Anne und ihre Schwester ins Konzentrationslager Bergen-Belsen verschickt. Im Februar 1945 sterben beide an den Folgen eines Fleckenfiebers. Otto Frank ist der Einzige der Untergetauchten im Hinterhaus, der überlebt.
 
Das berühmte Tagebuch
 
Die Geschichte Anne Frank zeigt nur eins von vielen Schicksalen, doch es ist deshalb so gut erhalten, da Anne alles in ihrem Tagebuch festhält, welches sie zu ihrem 13. Geburtstag bekommt. Sie beginnt von nun an zu schreiben und ist sich nicht natürlich nicht bewusst, wie viele Menschen ihr Tagebuch einmal lesen werden. So schreibt sie am 20. Juni 1942: „Es ist für jemanden wie mich ein eigenartiges Gefühl, Tagebuch zu schreiben. Nicht nur, dass ich noch nie geschrieben habe, sondern ich denke auch, dass sich später keiner, weder ich noch ein anderer, für die Herzensergüsse eines dreizehnjährigen Schulmädchens interessieren wird“. Doch es kommt anders. Es wird eines der berühmtesten Tagebücher der Welt.
 
Die Bedeutung der Geschichte heute
 
Für mich, als siebzehnjähriges Mädchen, ist die Geschichte beeindruckend. Deshalb finde ich es schade, dass ich sie in der Schule nicht richtig durchgenommen habe. Ich erinnere mich nur daran, ein Referat über Anne Frank gehört zu haben. Beim Lesen des Tagebuches hat mich Anne wirklich beeindruckt. Es waren vor allem ihre tiefgründigen Gedankengänge und ihre Leichtigkeit zu schreiben, die mir gefallen haben. So schreibt sie am 9. Oktober 1942: „Ein schönes Volk, die Deutschen, und da gehöre ich eigentlich auch noch dazu! Aber nein, Hitler hat uns längst staatenlos gemacht. Und im Übrigen gibt es keine größere Feindschaft auf dieser Welt als zwischen Deutschen und Juden.“
Annes Geschichte wäre auch traurig, wenn sie fiktional wäre. Zu wissen, dass ihr dies wirklich widerfahren ist, macht sie unendlich tragisch und grausam.
Auch von der Dankbarkeit Anne Franks und dem Umgang mit dem Leben in der schwierigen Zeit kann man einiges lernen. Am 13. Januar 1943 schreibt sie in ihr Tagebuch:„Und wir, wir haben es gut, besser als Millionen anderer Menschen. Wir sitzen sicher und ruhig und essen sozusagen unser Geld auf. Wir sind so egoistisch, dass wir über „nach dem Krieg“ sprechen…“
Über die Bedeutung von Anne Franks Schicksal habe ich auch mit meinen Freundinnen gesprochen. Meine Freundin Miriam hat das Buch nicht komplett gelesen, aber ausschnittsweise in der Schule behandelt. Manchmal sei es für sie schwer gewesen, das Buch zu verstehen. Trotzdem findet Miriam das Buch spannend, da man sich bewusst machen muss, dass man hier die innersten Gedanken eines jungen Mädchens liest. Miriam würde gerne das Buch einmal komplett lesen. Meine Freundin Lea war schon im Anne-Frank-Haus in Amsterdam und hat das Buch mehrmals gelesen. Sie ist beeindruckt von Anne Frank und bewundert, wie man in so jungen Jahren so präzise von seinen alltäglichen Gefühlen schreiben kann. Für Lea ist vor allem die Frage spannend, was aus Anne Frank geworden wäre und ob ihr Traum, eine berühmte Schriftstellerin zu werden, sich erfüllt hätte. Sie findet es wichtig, das Thema Anne Frank stärker in der Schule zu behandeln, da sie die Perspektive eines jüdischen Mädchens ins Zentrum rückt, von der viel zu lernen sei.
 
75 Jahre nach der Befreiung
 Ich finde ich es, als Jugendliche, wichtig, auch 75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, an das Schicksal der Anne Frank zu erinnern, beziehungsweise sich mit dem System der Konzentrationslager und dem Leben in der damaligen Zeit zu befassen. Zum einen, um sich zu bilden und diesen wichtigen Teil der deutschen Geschichte zu verstehen sowie den Opfern zu gedenken. Und zum anderen, um zu verhindern, dass so etwas wie zu Zeiten des Nationalsozialismus wieder passiert.


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