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Vertrag für gemeinsame Bioabfallvergärungsanlage unterzeichnet

Osterholz-Scharmbeck (hc). Am vergangenen Mittwoch wurde auf dem Gelände der Abfall-Service Osterholz GmbH (ASO) von Vertretern der teilnehmenden Kommunen der Vertrag zur Gründung der Kommunalen Abfallentsorgungsanstalt Nord-Niedersachsen (KENN) unterzeichnet.

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ASO-Geschäftsführer Christof von Schroetter begrüßt seine Gäste Peter Bohlmann, Bernd Lütjen, Uwe Santjer und Cuxhavens Landrat Kai Uwe Bielefeld (von links)  in der ehemaligen Rottehalle der ASO in Pennigbüttel.  Foto: hc

ASO-Geschäftsführer Christof von Schroetter begrüßt seine Gäste Peter Bohlmann, Bernd Lütjen, Uwe Santjer und Cuxhavens Landrat Kai Uwe Bielefeld (von links) in der ehemaligen Rottehalle der ASO in Pennigbüttel. Foto: hc

Die Landkreise Osterholz, Verden, Cuxhaven und die Stadt Cuxhaven planen eine gemeinsame Bioabfallverwertung. Der Osterholzer Landrat Bernd Lütjen, der bezeichnenderweise in der ehemaligen Rottehalle auf dem ASO-Areal in Pennigbüttel der Gastgeber war, sieht in dieser Maßnahme ein Leuchtturm-Projekt mit Vorbildcharakter. Tatsächlich habe es schon Nachfragen aus ganz Deutschland gegeben. „Wir haben uns zusammengetan, um ein wesentliches Projekt anzugehen,“ stellte er fest. Studien hätten ergeben, dass die Menge von Bioabfall im Kreis Osterholz pro Jahr um circa 6 Prozent steigt. Derzeit beträgt der jährlich anfallende Biomüll in etwa 12.000 Tonnen - Tendenz steigend. Das ist zwar schon eine erhebliche Menge, aber die Inbetriebnahme einer modernen Bioabfallvergärungsanlage rechnet sich erst ab 30.000 Tonnen zu verarbeitendes Material.
Bereits seit 2018 werden von den vier beteiligten Kommunen Gespräche geführt, um in einer gemeinsamen Aktion den Betrieb einer Anlage zu stemmen. In Kooperation übertreffen die Kommunen nämlich mit kalkulierten 32.000 Tonnen Biomüll die Schwelle zur Wirtschaftlichkeit. Mithilfe von externen Fachleuten möchte man die Voraussetzungen schaffen, um in Zukunft nachhaltiger arbeiten und die Biomasse klimafreundlicher und effektiver verwerten zu können. Mit der Erzeugung von hochwertigem Kompost und dem Gas Biomethan, das anschließend in das Erdgasnetz eingespeist wird, soll auch umwelttechnisch ein Zeichen gesetzt werden. Berechnungen ergeben, dass durch die geplante Verwertung in der Vergärungsanlage pro Jahr zwischen 2.000 und 3.000 Tonnen CO2 eingespart wird.
Der Verdener Landrat Peter Bohlmann sieht in dem gemeinsamen Projekt neben der CO2-Minimierung auch noch einen Schritt gegen einen drohenden Müll-Tourismus. Mittelfristig könne man in den teilnehmenden Kommunen die Entsorgungssicherheit gewährleisten, und es gäbe Planungssicherheit auf Gebühren und Transportwege. Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer sieht in dem Gründungsvertrag ein gutes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit, die auch gerade in Zeiten der Klimakrise wichtig sei.
Während für die Nachrotte des Kompostes noch auf die vorübergehend stillgelegte Rottehalle der ASO in Pennigbüttel zurückgegriffen werden kann, belaufen sich die Kosten für den Neubau der Anlage im „GewerbePark A27“ auf circa 19 Millionen Euro. Im Jahr 2022 soll auf einem bereits reservierten Grundstück in dem Gewerbegebiet Baubeginn sein, und ab Mitte 2023 soll die Bioabfallvergärungsanlage nach den derzeitigen Planungen in Betrieb gehen.


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