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Trauerbegleiterin Katharina Ziegler sprach mit Frank-Walter Steinmeier

Osterholz-Scharmbeck/Berlin (jm).Eine Email an das Bundespräsidialamt - mehr brauchte es nicht, um zum Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eingeladen zu werden: Trauerbegleiterin Katharina Ziegler sprach mit dem Bundespräsidenten und fünf Hinterbliebenen, die in der Pandemie Angehörige verloren haben.
Katharian Ziegler.  Foto: eb

Katharian Ziegler. Foto: eb

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier plant am 18. April eine Gedenkveranstaltung für die über 72.000 Menschen, die in Deutschland Opfer der Corona-Pandemie geworden sind. Katharina Ziegler, Trauerrednerin und- begleiterin aus Osterholz-Scharmbeck, hatte durch einen Medienbericht von der geplanten Gedenkfeier erfahren. „Ich habe mich dann im Bundespräsidialamt gemeldet, mich vorgestellt und meine Unterstützung angeboten“, erzählt Ziegler. Und ihr Angebot wurde tatsächlich angenommen.
Eine Mitarbeiterin des Bundespräsidenten antwortete auf Zieglers Email und lud sie zum Gespräch mit den Hinterbliebenen am 5. März ein, mit dem Steinmeier sich auf die Gedenkfeier vorbereiten wollte. Ziegler wurde, wie mehrere andere Teilnehmer:innen, per Videokonferenz ins Schloss Bellevue geschaltet. „Es war ein sehr intensives Gespräch, da sind auch Tränen geflossen“, berichtet Ziegler und lobt den Bundespräsidenten: „Er war sehr gut vorbereitet und hat jeden zu Wort kommen lassen.“ Steinmeier führe zwar in der Pandemie viele Gespräche, habe aber selten einen direkten Austausch mit Betroffenen. „Das ist noch eine ganz andere Dimension“, sagt Ziegler.
Ihr sei wichtig gewesen, im Gespräch darzustellen, wie die Pandemie das Sterben und Abschiednehmen für alle Menschen in Deutschland verändert, erklärt Ziegler. „Es sind auch 900.000 nicht an Corona Verstorbene unter diesen Umständen gestorben“, sagt sie. Ziegler berichtet etwa von einem Krebspatienten, für den sie jüngst eine Trauerfeier gestaltete. Der Mann verbrachte die letzten neun Wochen seines Lebens in einer Spezialklinik weit weg von Zuhause - und durfte zwei Mal Besuch von seiner Frau bekommen. Solche Geschichten dürften nicht außen vor gelassen werden. „In Artikel 1 unseres Grundgesetzes steht: ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar.‘ Das gilt auch über den Tod hinaus. Wie sterben wir in so einer Pandemie würdevoll? Das ist eine schwierige ethische Frage, die gestellt werden muss“, sagt Ziegler.
Das Gespräch wurde aufgezeichnet und kann unter https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Berichte/DE/Frank-Walter-Steinmeier/2021/03/210305-Gespraech-Hinterbliebene.html;jsessionid=4E73824A3D0E3E0D7F7D9DDA10E193FD.2_cid370?nn=9042446 angesehen werden.


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