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Torfkahnschiffer werben um Spenden für Sicherheitswesten

Worpswede (cne). Die Adolphsdorfer Torfschiffer brauchen neue Warnwesten. Die Volksbank unterstützt den Verein bei der Anschaffung mit einem Crowdfunding-Projekt.

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Sicherheit unter den braunen Segeln der Torfkähne bieten diese Westen, die turnusmäßig alle 10 Jahre ersetzt werden müssen. Die Volksbank unterstützt die Anschaffung mit Crowdfunding. Foto: eb

Sicherheit unter den braunen Segeln der Torfkähne bieten diese Westen, die turnusmäßig alle 10 Jahre ersetzt werden müssen. Die Volksbank unterstützt die Anschaffung mit Crowdfunding. Foto: eb

Was so leicht und unbeschwert erscheint, birgt doch Gefahren: Torfkahnfahrten auf der Hamme. Daher halten die Adolphsdorfer Torfschiffer hochmoderne, flache Rettungswesten für ihre Gäste bereit: pro Kahn 16 Westen plus einer Weste für den Schiffer.
„Allerdings sind die Westen wartungsintensiv“, erläutert Manfred Sievers, Vorsitzender der Adolphsdorfer Torfschiffer. Die Anschaffungskosten für die Westen, die sich bei Wasserkontakt selbst aufblasen, liegen bei 50 Euro, dazu fallen alle zwei Jahre Wartungskosten in Höhe von 30 Euro an. Außerdem haben die Westen ein „Verfallsdatum“: Nach 10 Jahren sollen sie nicht mehr eingesetzt werden, egal, wie neu sie aussehen mögen. „Diese 10-Jahres-Grenze haben unsere Sicherheitswesten jetzt erreicht“, sagt Kassenwart Rüdiger Heiß.
 
Bis zu 170 neue Westen werden gebraucht
 
Das bedeutet, dass die Torfschiffer 6500 Euro in die Hand nehmen müssen, um für die Sicherheit ihrer Gäste vorzusorgen. „Wir benötigen 140 Westen für Erwachsene und etwa 20, 30 Kinderwesten“, zählt Manfred Sievers auf. Das ist viel für den Verein, der zudem durch die während der Corona-Pandemie ausgefallenen Touren wenig bis keine Rücklagen bilden konnte.
Doch hier kommt nun die Volksbank Osterholz Bremervörde ins Spiel. „Es gibt viele Projekte in Vereinen oder gemeinnützigen Organisationen, die diese nicht durchführen können, weil ihnen die finanziellen Ressourcen fehlen“, sagt Jens Themsen, Marketingleiter der Volksbank Osterholz Bremervörde und zudem Mitglied im Stiftungsrat der Bank. Unter dem Motto „Viele schaffen mehr“ schufen die Volksbank eG Osterholz Bremervörde und die Stiftung der Volksbank eG Osterholz-Scharmbeck vor fünf Jahren eine sogenannte Crowdfunding-Plattform, mit der interessierte Bürger:innen aktiv mithelfen können, besonderen Projekte zu realisieren.
Wer im Internet auf die Seite www.viele-schaffen-mehr.de/projekte/rettungswesten-torfschiffer geht, oder auch die Homepage der Adolphsdorfer Torfschiffer (www.torfschiffe.de) besucht, von welcher auch ein Link zur Crowdfunding-Seite führt, kann hier die Torfschiffer bei der Finanzierung ihrer Rettungswesten unterstützen. Das ist allerdings nur online möglich, erläutert Thomas Eder, Leiter der Volksbank Worpswede, die sich ebenfalls für die Torfkahnschiffer einsetzt.
 
Volksbank verdopplet Beträge
 
„Die Volksbanken verdoppeln jede Spende zwischen fünf und 50 Euro. Jeden höheren Spendenbetrag unterstützen wir mit 50 Euro“, sagt Jens Themsen. Die Gesamtförderung durch die Volksbanken ist auf 3000 Euro beschränkt, sodass die Torfschiffer die fehlenden 3500 Euro über das Crowdfunding aufbringen wollen.
Der Startschuss für die Crowdfunding-Aktion erfolgte bei der Taufe des neuen Torfkahnes im Mai dieses Jahres, die Aktion läuft noch bis zum 31. Juli. Bisher sind auf dem Crowdfunding-Konto etwas mehr als 3000 Euro, also 46 Prozent, eingegangen. „Wir haben aber noch Zeit, auch die restliche Summe zusammenzubekommen“, hofft Rüdiger Heiß. Wird die angestrebte Spendensumme doch nicht erreicht, fließen die gespendeten Gelder automatisch an die Spender zurück, erklärt Thomas Eder. „Aus diesem Grund ist nur die online-Spende möglich!“
Wer die Adolphsdorfer Torfschiffer vielleicht lieber persönlich unterstützen möchte, den laden Manfred Sievers und Rüdiger Heiß ein, selbst als Torfschiffer auf der Hamme auf Tour zu gehen. „Wir suchen dringend Nachwuchs“, sagt Sievers. Die künftigen Torfschiffer sollten vor allen Dinge Freude daran haben, mit den Leuten zu schnacken. Wer noch keinen Sportbootführerschein Binnen und See hat, dem helfen die Adolphsdorfer beim Erwerb der wichtigen Lizenz.


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