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Starkes Interesse am Handwerk

Bei der Berufsorientierungswoche an den Berufsbildenden Schulen informierten sich Schüler:innen der achten Klasse über verschiedene Handwerks- und Pflegeberufe.

Wie geht es jetzt weiter mit dem Zimmererbock? Fachlehrer Johannes Overesch erklärt den Schülern die nächsten Arbeitsschritte. Foto: cne

Wie geht es jetzt weiter mit dem Zimmererbock? Fachlehrer Johannes Overesch erklärt den Schülern die nächsten Arbeitsschritte. Foto: cne

„Das Interesse an den handwerklichen Berufen ist stark vertreten“, konnte Michael von Düllen, der gemeinsam mit Timm Helmke seit gut elf Jahren den Berufsorientierungstag für den achten Jahrgang an der Kooperativen Gesamtschule Hambergen (KGS) und der Integrierten Gesamtschule Buschhausen (IGS) organisiert, feststellen.

Und das sei auch gut so: „Gerade im Handwerk fehlt langsam der Nachwuchs.“ Die Berufsorientierungswoche gibt den Schüler:innen im achten Jahrgang die Möglichkeit, eine Woche lang in handwerkliche oder pflegende Berufe hineinzuschnuppern. Damit soll zum einen die Berufsfindung der Jugendlichen unterstützt, aber auch Mädchen für technische Berufe ebenso begeistert werden, wie etwa Jungen für die Pflege.

 

Alternative zu „Trendberufen“

 

Zunächst durften die 170 Schüler:innen aus 13 verschiedenen Handwerks-, Industrie- und Pflegeberufen vier verschiedene Berufe auswählen, die sie dann im Laufe der Projektwoche unter Anleitung der Fachlehrkräfte ausprobieren konnten. Mit den handwerksspezifischen Werkzeugen sollten die Jugendlichen dabei eigene Werkstücke herstellen, die dann mit nach Hause genommen werden konnten. Bei den IT-Systemelektronikern etwa lernten die Jugendlichen, wie sie Daten im LAN austauschen und ein Netzwerkkabel selbst bauen konnten. In der Werkstatt der Zimmerer wurde ein Zimmererbock hergestellt, und im Lehrbereich der Maurer wurde ein einzügiger Schornstein hochgezogen.

Viele Eltern könnten ihren Kindern bei der Berufswahl heute kaum noch helfen, zu viel habe sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten verändert, wissen Dennis Büschke und Neda Gunschera, die an der KGS im achten Jahrgang unterrichten. Daher sind Angebote wie die Berufsorientierungswoche an den Berufsbildenden Schulen auch für die Eltern interessant, stellen doch die vorgestellten Berufe eine hervorragende Alternative zu den häufig überlaufenen „Trendberufen“ dar.

„Wir erleben hier immer wieder Schüler:innen die im Umgang mit Werkzeug und Material geradezu aufblühen und plötzlich nicht mehr scheu an der Seite stehen, sondern ihren Klassenkameraden bei der Lösung einer Aufgabe aktiv – und kundig – helfen können“, berichtet Neda Gunschera.

Diese Erfahrungen haben auch André Schlenker, didaktischer Leiter an der IGS Buschhausen und Kollegin Yvonne Schindler gemacht.

 

Von talentfrei bis hoch talentiert

 

Handwerk hat immer noch goldenen Boden, wie ein altes Sprichwort sagt. Es werden immer mehr gut ausgebildete Nachwuchs-Handwerker gesucht, die mit einem Gespür für technische Feinheiten Probleme angehen und lösen helfen.

Holger Jacob, Zimmerermeister und Lehrer für Fachpraxis an den BBS, der in dieser Woche die Maurerarbeiten beaufsichtigt, fasst zusammen: „Wir hatten die ganze Palette von talentfrei bis hoch talentiert! Hauptsache ist aber, dass sich die Schülerinnen und Schüler überhaupt auf die gestellten Aufgaben einlassen.“ Das bot den Jugendlichen die Möglichkeit, ihre eigenen Stärken über das übliche Schulfach-Lernen hinaus zu erfahren und mit mehr Selbstbewusstsein an den Platz im Klassenzimmer zurückzukehren.


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