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Schüler:innen fragen Kandidaten

Osterholz-Scharmbeck (mf). Die Direktkandidaten der Landtagwahl diskutierten mit Schüler:innen der BBS.

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Von links: Eckard Schlöbcke, Frederik Burdorf, Mesut Ercik, Henry Balzer und Axel Miesner stellten sich vor der Wahl den Fragen von Schüler:innen. Durch die Diskussion führten Marie Haarde, Jonas Anderleit-Kattau und Feentje Bracht. Foto: mf

Von links: Eckard Schlöbcke, Frederik Burdorf, Mesut Ercik, Henry Balzer und Axel Miesner stellten sich vor der Wahl den Fragen von Schüler:innen. Durch die Diskussion führten Marie Haarde, Jonas Anderleit-Kattau und Feentje Bracht. Foto: mf

Kurz vor der Landtagswahl luden die Berufsbildenden Schulen Osterholz-Scharmbeck die Direktkandidaten aus dem Wahlkreis ein, um den Fragen der Schüler:innen Rede und Antwort zu stehen und miteinander zu diskutieren.

Gekommen waren die Kandidaten der Linkspartei, Bündnis 90 / Die Grünen, der FDP, der SPD sowie der CDU. Neben Themen wie der Inflation und der Energiekrise kamen auch Bildung und ÖPNV zur Sprache.

 

Energie ist Thema Nummer eins

 

Ohne große Überraschung dominierte ein Thema die Podiumsdiskussion: Der Anstieg der Energiepreise. Alle Kandidaten bejahten zum einen die Frage, ob sie persönlich versuchten, Energie zu sparen, zum anderen waren auch alle klar für die weitere Entlastung durch politische Maßnahmen: Axel Miesner, aktueller Landtagsabgeordneter der CDU, sprach sich für einen Energiepreisdeckel aus, Grüne und FDP schlossen sich diesem Urteil an. Eckhard Schlöbcke, Kandidat der Linken, fand klare Worte gegen die umstrittene Gasumlage. „Die Gasumlage ist eine Fehlkonstruktion“, kommentierte auch Miesner, ergänzte aber ebenfalls, dass gewisse Mehrzahlungen in Krisenzeiten durchaus akzeptiert werden müssten.

Der Inflation müsse generell entgegengewirkt werden, so Schlöbcke. Zwar seien staatliche Hilfen wie Bafög oder Wohngeld erhöht worden, jedoch reiche dies nicht aus, hier müsse es weitere Maßnahmen geben.

 

Alle wollen besseren ÖPNV

 

Auch im Bereich des ÖPNV bestand große Einigkeit: Frederik Burdorf, Kandidat der SPD, meinte, dass es eine Nachfolge für das 9-Euro Ticket geben müsse, gleichzeitig dürfe aber nicht vergessen werden, den Ausbau des Nahverkehrs in ländlichen Regionen auch mitzudenken. Langfristig müsse man auf ein durch Umlagen finanziertes System umsteigen, Schlöbcke sprach ebenfalls davon, den ÖPNV schrittweise kostenlos zu machen. Miesner bewarb das neue „TIM-Ticket“, dass es jungen Menschen ermöglicht, für 30 Euro im Monat durch das Gebiet des VBN zu fahren, während Mesut Ercik, dem Kandidaten der Grünen, der Gedanke des Tickets nicht weit genug geht. Stattdessen brauche es ein Ticket, bei dem nicht pauschal für jeden Tag ein Euro gezahlt werde, sondern eines, bei dem nur pro gefahrenen Tag ein Euro fällig wäre. Wer also nur 10 Tage im Monat fährt, müsse statt 30 nur 10 Euro zahlen.

Im Bereich der E-Mobilität sprach sich Henry Balzer, Kandidat der FDP, dafür aus, nicht nur den Rückbau der bereits geschaffenen Infrastruktur aufzuhalten, sondern die Errichtung neuer Ladesäulen und ähnliche Projekte wieder mehr zu fördern.

 

Geteilte Meinungen zu Schulnoten

 

Das Thema Bildung wurde, anders als die vorangegangenen Themen, kontroverser diskutiert. Während sich alle Kandidaten einig waren, dass der Stellenwert von Ausbildungen in der Gesellschaft wieder steigen müsse, gab es vor allem bei Zensuren und Schulnoten unterschiedliche Ansichten. Während Miesner und Balzer sich eindeutig für die Notwendigkeit der Noten aussprachen meinte Burdorf, dass Zensuren beim Berufseinstieg keinen Wert mehr hätten. Der SPD-Kandidat und Ercik waren außerdem klar für eine weitere Reformierung des Schulsystems: So müsse die Gebundenheit an die Fächer im Unterricht aufgelöst werden und verstärkt auf Integrierte Gesamtschulen und Jahrgangsübergreifende Lerngruppen gesetzt werden. In ihren Abschlussplädoyers riefen die Kandidaten dazu auf, wählen zu gehen, die dadurch getroffenen Entscheidungen seien für die Zukunft besonders wichtig, so Burdorf. Ercik fügte hinzu: „Wenn ich euch sehe, sehe ich die Zukunft.“


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