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Rede und Antwort

Schüler der Jahrgänge zehn bis dreizehn der IGS Buschhausen luden die Bürgermeisterkandidaten zu sich in die Schule ein, auch um sie als Menschen und nicht nur als Politiker kennenzulernen.

Bürgermeister-Wahlkampf in der IGS. Zum Schluss ein Gruppenfoto.
Hinten von links nach rechts: Johannes Schümann (IGS), Torsten Haß (SPD), Markus Wiedelmann (parteilos), Detlef Gödicke (Bürgerfraktion), Marie Jordan (CDU), Mario Segelhorst (IGS), Margarete Kloppenborg (IGS), Tanja König (IGS).  Vorn von links nach rechts, die Moderatoren aus dem 12. und 13. Jahrgang: Elija-David Samorski, Jette Segelken, Jakob Anders, Jette Bruns und Lotte Stephan.

Bürgermeister-Wahlkampf in der IGS. Zum Schluss ein Gruppenfoto. Hinten von links nach rechts: Johannes Schümann (IGS), Torsten Haß (SPD), Markus Wiedelmann (parteilos), Detlef Gödicke (Bürgerfraktion), Marie Jordan (CDU), Mario Segelhorst (IGS), Margarete Kloppenborg (IGS), Tanja König (IGS). Vorn von links nach rechts, die Moderatoren aus dem 12. und 13. Jahrgang: Elija-David Samorski, Jette Segelken, Jakob Anders, Jette Bruns und Lotte Stephan.

Bild: Ks

Osterholz-Scharmbeck. Auf das Podium hatten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Bürgermeisterkandidaten Marie Jordan (CDU), Detlef Gödicke (Bürgerfraktion), Torsten Haß (SPD) und Markus Wiedelmann (parteilos) gebeten.

Ausdrücklich sollte keine klassische Podiumsdiskussion entstehen. Vielmehr sollte die Veranstaltung die Möglichkeit bieten, sich unmittelbar vor der Bürgermeisterwahl ein Bild von den Kandidierenden und ihren Positionen zu machen, erklärte Gesamtschuldirektorin Margarete Kloppenborg. „Für die IGS Osterholz-Scharmbeck ist die Veranstaltung ein wichtiger Bestandteil gelebter Demokratiebildung. Junge Menschen sollen Politik nicht nur im Unterricht kennenlernen, sondern erleben, dass sie selbst Fragen stellen, Positionen hinterfragen und mit ihrer Stimme Einfluss auf die Entwicklung ihrer Stadt nehmen können“, so die Direktorin.

Was mögen Sie? Was nervt?

Die konkreten Fragen zu den Themen Schule und Bildung, Jugend und Freizeit, Wohnen, Mobilität sowie die zukünftige Entwicklung Osterholz-Scharmbecks stammten aus der Schülerschaft der betreffenden Jahrgänge, die im Vorfeld zusammengetragen wurden. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus fünf Schülerinnen und Schülern strickte daraus eine knackig kurze und bestens vorbereitete Veranstaltung. In der Arbeitsgruppe waren aus der Schülerschaft Elija-David Samorski (Jahrgang 12), Jette Segelken, Jakob Anders, Jette Bruns und Lotte Stephan (alle Jahrgang 13), die auch als Moderatorenteam fungierten, vertreten. Aus der Lehrerschaft dabei waren Tanja König, Fachbereichsleiterin Deutsch, Verantwortlich für Demokratiebildung, und Johannes Schümann, Fachbereichsleiter Gesellschaftslehre.

Es wurden aber auch ganz konkrete Fragen gestellt, die darauf zielten, den Menschen hinter der Politikerfassade kennenzulernen. Zum Beispiel wurde gefragt: „Was mögen Sie und was nervt Sie?“ Markus Wiedelmann (parteilos) liebt die Stadt im Grünen und lobt das friedliche Miteinander und das Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger. Was ihn nervt? In vielen Bereichen der Stadt vermisst er Weiterentwicklung, zum Beispiel in der Innenstadt. Ähnlich geht es Marie Jordan (CDU). Sie liebe engagierte Menschen. Die Stadt habe viel Potenzial, das aber nicht genutzt werde. Torsten Haß (SPD) lobt: „Es ist eine tolle Stadt mit Power“. Es lasse sich gut leben, er genieße, was da ist. Es nerve ihn das Schlechtreden der Stadt. Detlef Gödicke (Bürgerfraktion) möge, dass die Stadt ihn möge. Die Schulen seien klasse. Er freue sich auf den ersten Spatenstich des Neubaus der IGS, der im Stadtrat beschlossen worden sei.

Was tun in der Freizeit?

Eine andere Charakterfrage war hypothetisch: „Sie sind 17 Jahre alt und haben 20 Euro in der Tasche. Was fangen Sie damit an?“ Detlef Gödicke (Bürgerfraktion) versteht, dass die Jugend nicht mit dem Freizeitangebot der Stadt zufrieden ist. Er befürworte ein kostenloses Angebot eines Jugendzentrums, wie er es für sich damals wahrnehmen konnte. Torsten Haß (SPD) zog in Erwägung, ins Allwetterbad oder ins KuZ zu gehen, auf der Marktweide oder im Jugendhaus zu chillen oder mit dem Deutschland Ticket nach Bremen zu fahren. Marie Jordan (CDU) würde sich eine Cola kaufen und sich mit anderen auf dem Marktplatz treffen, alternativ Sport treiben, laufen oder reiten. Markus Wiedelmann (parteilos) kannte sich in der Lebenswirklichkeit vieler Jugendlicher aus: „Bei Rossmann etwas zum Naschen kaufen und am PC zocken gehen. Eventuell mit dem Zug nach Bremen fahren.“

Ein Realitätscheck fragte anschließend ab, wofür die Stadt bzw. ein Bürgermeister zuständig sei. Unterschwellig wiesen die Fragen darauf hin, was junge Leute von heute sich wünschen. „Schulbeginn erst um 9 Uhr“. Die Kandidaten zeigten ein rotes Schild: „Nein“, keine Zuständigkeit. Detlef Gödicke (Bürgerfraktion) erklärte, dies sei Ländersache. Die Stadt sei lediglich für die Räumlichkeiten zuständig, nicht aber für den Unterrichtsbeginn. „Busverbindungen verbessern, auch nachts.“ „Nein“, aber Markus Wiedelmann weckte Hoffnung, mit einer politischen Mehrheit, könne man sich dafür stark machen. Verlängerte Öffnungszeiten der Campus-Bibliothek während der Abiturvorbereitungen. Ein grünes „Ja“ von den Bürgermeisterkandidaten, die hiervon, so die Hoffnung, einen Auftrag ableiten.

Jeder zweite Euro für Bildung

Weiter erfuhren die Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihrer Fragen von Torsten Haß (SPD), dass mehr als jeder zweite Euro der Stadt in die Bildung fließe. Er zählte alle gegenwärtigen Projekte auf. Bildung sei die Grundlage für die Zukunft, was der CDU am Herzen liege, so Marie Jordan über Modernisierungs- und Neubauvorhaben. Zentrale Frage sei die Finanzierung. „Wir sind Bedarfskommune. Das schränkt uns ein“, sagte sie. Ihr Wunsch sei eine Einnahmeverbesserung durch die Ausweisung neuer Gewerbeflächen, damit sich Unternehmen mit attraktiven Arbeitsplätzen ansiedelten. Auch Markus Wiedelmann sprach sich für Gewerbeansiedlung als Steuereinnahmequelle aus, um noch bessere Bildungseinrichtungen zu schaffen.

Möglichkeiten des verbesserten Austausches zwischen Politik und Jugend wurden ebenso thematisiert. Treffpunkte, Freizeitmöglichkeiten und den Öffentlichen Personennahverkehr rückten die Schülerinnen und Schüler immer wieder in den Fokus. Mehr Beteiligung der Jugend und mehr Nähe zu ihren Themen wünschten sich die Politiker. Dass es für die Realisierung von Notwendigkeiten und Wünschen immer auch jemanden geben muss, der sich dafür stark macht, oftmals auch kontinuierlich und jahrelang, und dass es schließlich immer Mehrheiten und Gelder braucht, machte die Veranstaltung den Jugendlichen bewusst.

 


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