

Ritterhude. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 wird das Projekt „B 74neu OU Ritterhude“ mit der Nummer „B74-G10-NI“ geführt und aufgrund des hohen Nutzen-Kosten-Verhältnisses als vordringlich eingestuft. Die aus Sicht des Landes zugrunde gelegte Notwendigkeit für die neue Straße wird folgendermaßen begründet: „Damit der Landkreis Osterholz von wirtschaftlichen Impulsen profitieren kann, soll eine gute Erreichbarkeit des Güterverkehrszentrums (GVZ) in Bremen und der Häfen Bremen, Bremerhaven und Hamburg insbesondere durch die Verlegung der B 74 im Bereich Scharmbeckstotel/Ritterhude mit Anschluss an den Knotenpunkt A27/A281 ermöglicht werden. Mit der B 74 wird der Verkehr gebündelt und das nachgeordnete Straßennetz entlastet und durch die Verlegung die Verkehrssituation und die Lebensqualität in den Ortsdurchfahrten deutlich verbessert.“
Seit Jahren streiten sich Befürworter und Gegner des Projekts über die Sinnhaftigkeit und Dimension der Planungen. Vertreter des „Turn- und Sportgemeinde Ritterhude e. V.“ haben jetzt bei einem Vortrag im vereinseigenen Clubhaus einen neuen Vorschlag ins Spiel gebracht.
Abgespeckte Ortsumgehung
Bernhard Schomburg berät und unterstützt seit über 25 Jahren ehrenamtlich die Ritterhuder Sportler und hatte gemeinsam mit dem 1. Vorsitzenden der TuSG, Hans-Hermann Magerkurth, zu dem Infoabend eingeladen. In seinem engagiert vorgetragenen Plädoyer für die Planung einer abgespeckten Trassenversion machte Schomburg deutlich, dass man eine Verkehrsentlastung für die Bewohner Ritterhudes durch eine Umgehungsstraße befürworte. Allerdings seien die aktuellen Ausbauabsichten der Behörden der „B 74 neu“ völlig überdimensioniert. So seien „Dreispurigkeit“, „monströse“ Brückenbauwerke, Auf- und Abfahrten, die von oben betrachtet wie ein vierblättriges Kleeblatt aussehen und ein hoher Flächenverbrauch nicht akzeptabel.
Die Überlegungen der Ritterhuder sehen eine um 40 Prozent verkürzte und nur zweispurige Variante der Umgehungsstraße vor. Insgesamt würden dadurch die Eingriffe in Natur und Landschaft reduziert und auch die Kosten für das Projekt minimiert. Diese Entwurfsplanung habe man dem niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen am 5. März in Hannover vorgestellt. Ihre Einwände seien mit Interesse aufgenommen worden.
Unter den anwesenden Zuhörern des Abends waren auch Vertreter des „Bündnis B74nie“. Die Initiative, die von Umweltverbänden wie dem BUND, dem NABU oder dem ADFC Osterholz unterstützt wird, kämpft seit Jahren gegen den Straßenneubau der „OU Ritterhude B74neu“ und arbeitet kontinuierlich an Alternativen für die Entlastung der Ortsdurchfahrten. Ulrich Frech, Mitglied des „Bündnisses B74nie“, dankte den Initiatoren des Abends und sprach Bernhard Schomburg seine Hochachtung aus für sein großes Engagement in dieser Sache. Eine Entscheidung über die Vorzugsvariante der „B74neu“ ist nach Angaben der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) für den Jahreswechsel 2026/2027 vorgesehen.


