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Naturschutz gegen Supermarkt

Eine geplante Ansiedlung eines Edeka-Marktes im Bereich Hüderbeek in Ritterhude stößt auf deutliche Kritik von Naturschutzseite.

Osterholz-Scharmbeck. Die Biologische Station Osterholz und weitere Naturschutzverbände wenden sich gegen eine aus ihrer Sicht zu weitreichende Bebauung des Areals südlich der B 74. Sie sehen zentrale Funktionen des Unteren Beeketals gefährdet: den Schutz wertvoller Lebensräume, den Hochwasserschutz, die Biotopvernetzung und die Bedeutung des Niederungsbereichs als Frischluftkorridor für angrenzende Wohngebiete.

Große Teile des Unteren Beeketals südlich der B 74 seien als feuchtes und nasses Grünland ausgeprägt und würden nur extensiv genutzt, heißt es in der Stellungnahme. Der Bereich, durch den die Ritterhuder Beeke ursprünglich floss, sei nicht nur Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sondern auch klimatisch bedeutsam. Zudem sei er als „Geschützter Landschaftsbestandteil“ gesetzlich geschützt.

Renaturierung seit Jahren Thema

Die Biologische Station Osterholz und andere Naturschutzverbände setzen sich nach eigenen Angaben seit vielen Jahren dafür ein, die Beeke wieder in ihr altes Bett zurückzuverlegen und das Gewässer zu renaturieren. Dazu habe es bereits konkrete Gespräche mit verschiedenen politischen Gremien gegeben. Auch der Landschaftsrahmenplan des Landkreises stufe die Renaturierung des Gewässers als „vordringlich“ ein.

Aus Sicht der Kritiker passt diese Zielrichtung nicht zu den aktuellen Planungen für den Edeka-Markt. Das Plangebiet sei im Regionalen Raumordnungsprogramm als Vorranggebiet für Natur und Landschaft, als Vorranggebiet für Freiraumfunktion sowie als Vorranggebiet für Hochwasserschutz ausgewiesen. Die Aue der unteren Beeke im angrenzenden geschützten Landschaftsbestandteil sei ausdrücklich unter Schutz gestellt, um das Orts- und Landschaftsbild zu erhalten, die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts zu sichern, das Kleinklima zu verbessern und schädliche Einwirkungen abzuwehren.

Besonders wichtig sei dabei der Erhalt der Lebensraumqualitäten für die typische Tier- und Pflanzenwelt des Auenbereichs. Genau diese Funktion sehen die Naturschützer durch die Planung bedroht.

Kritik an Flächeninanspruchnahme

Nach Darstellung der Verbände widerspricht die aktuelle Planung den Schutzzwecken und den Zielen der Raumordnung. Das gelte sowohl für eine Variante mit 1.800 Quadratmetern Verkaufsfläche als auch für eine kleinere Variante mit 1.200 Quadratmetern. Eine Entwicklung mit einem Versiegelungsgrad und einer Beeinträchtigung in der Größenordnung der vorhandenen Bebauung könne naturschutzfachlich möglicherweise noch tolerierbar sein, schreiben die Kritiker. Die in den Sitzungsunterlagen dargestellte Flächeninanspruchnahme lehnen sie dagegen entschieden ab.

Das Plangebiet habe eine unersetzliche Funktion als Korridor zwischen den geschützten Flächen an der Beeke. Zugleich biete es Raum für den Hochwasserschutz. Beides müsse an dieser Stelle Vorrang haben.

Eine städtebauliche Entwicklung der Flächen an der B 74 dürfe aus Sicht der Naturschutzverbände nur erfolgen, wenn ausreichend Raum für Tiere und die Biotopvernetzung zwischen dem angrenzenden Naturschutzgebiet im Norden und dem Bachsystem der Unteren Beeke erhalten bleibt. Die Planung dürfe den umweltfachlichen Zielen und den Vorgaben der Raumordnung nicht entgegenstehen.


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