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Nach Corona-Zwangspause geht die KGS wieder ins Moor

Hambergen (jm). Zum ersten Mal in seiner Geschichte musste das Moorprojekt der KGS Hambergen mit dem NABU im letzten Jahr eine Zwangspause einlegen. Jetzt soll es weitergehen.

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Jürgen Röper vom NABU Hambergen übergab das Moorbuch und damit die Patenschaft für das Heilsmoor an Kathleen Pallaske und Enno Funk aus dem siebten Jahrgang der KGS.

Jürgen Röper vom NABU Hambergen übergab das Moorbuch und damit die Patenschaft für das Heilsmoor an Kathleen Pallaske und Enno Funk aus dem siebten Jahrgang der KGS.

Seit 18 Jahren bemühen sich die NABU-Gruppe Hambergen und die Kooperative Gesamtschule am Wällenberg (KGS) gemeinsam darum, das Heilsmoor in der Samtgemeinde zu erhalten. Ebenso wie das jährliche Entkusseln hat es Tradition, dass die Patenschaft für das Moor in den Wintermonaten mit einer kleinen Feierstunde an den jeweils siebten Jahrgang übergeben wird. Nachdem das Projekt im letzten Jahr zum ersten Mal in seiner Geschichte ausfallen musste, soll es jetzt weitergehen.
Am vergangenen Montag versammelten sich die Schülerinnen und Schüler des siebten Jahrgangs in der Mensa der KGS, um sich schon einmal auf die Arbeit, die vor ihnen liegt, einzustimmen - diesmal pandemiebedingt allerdings ohne einige Gäste vom Naturschutzbund. Wegen des aktuellen Infektionsgeschehens waren sich alle Beteiligten einig, dass die teilweise über 70-jähringen NABU-Mitglieder besser zuhause bleiben. Im Moor an der frischen Luft werden die Naturschützer:innen wieder dabei sein.
Jürgen Röper, der das Kooperationsprojekt mit Lehrer Klaus-Dieter Lüken ins Leben rief, ließ sich den Besuch in der Gesamtschule jedoch nicht nehmen. Da das Entkusseln im letzten Jahr ausgefallen war, kam ihm nun die Aufgabe zu, das Moorbuch und somit die Patenschaft für das Heilsmoor an den aktuellen siebten Jahrgang zu übergeben. Normalerweise übernehmen das die Schüler:innen des achten Jahrgangs, die ihren Job im Moor bereits erledigt haben.
 
Moorprojekt im Wandel der Zeit
 
Ende Januar ziehen die Siebtklässler:innen, begleitet von ihren Lehrkräften und Expert:innen vom NABU wieder durch das Heilsmoor, um Kiefern und Birken zu beseitigen. Die durstigen Bäume trocknen den Boden aus und verhindern, dass typische Moorpflanzen dort wachsen können. Mit Spaten und Heckenscheren gehen die Schülerinnen und Schüler den Bäumen an den Kragen und leisten dem NABU wertvolle Hilfe.
Stand 1998 noch die Erhaltung des Moores als Lebensraum für einzigartige Tier- und Pflanzenarten im Vordergrund, denkt man heute auch vermehrt an die Tatsache, dass der Moorboden tonnenweise Kohlenstoffdioxid speichert. Thomas Köhring, der das Projekt seitens der KGS betreut, hat Zahlen parat: „Zehn Quadratmeter Moor speichern 1,5 Tonnen Kohlendioxid.“ Daran habe wohl vor fast 20 Jahren, als das Projekt gegründet wurde, kaum jemand gedacht, meint auch Jan Wesseling. Der kommissarische Schulleiter nahm erstmals an der Übergabe der Moorpatenschaft teil - das Projekt kannte er aber natürlich schon. Wesseling sagte zu, beim Entkusseln selbst mitzuhelfen. Eine Premiere war auch der Besuch des neuen Samtgemeindebürgermeisters - auch wenn Gerd Brauns schon mehr als einmal vom Moorprojekt der KGS gehört hat. Der neue Verwaltungschef kündigte sich ebenfalls als Helfer beim Entkusseln im Januar an.


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