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Lichter gegen Antisemitismus

Unter dem Motto „Wie weit sind wir schon wieder?“ erinnert sie Initiative „NIE WIEDER“ in Worpswede an die Opfer der Novemberpogrome von 1938 und warnt vor zunehmendem Antisemitismus.

Worpswede. Mit einer Gedenkveranstaltung am Montag, 9. November, erinnert die Initiative „NIE WIEDER – Erinnern für die Zukunft – Gemeinsam gegen Rechts“ an die nationalsozialistischen Novemberpogrome von 1938. Unter dem Motto „Wie weit sind wir schon wieder?“ soll dabei nicht nur der jüdischen Opfer gedacht, sondern auch der Blick auf den zunehmenden Antisemitismus und die Gefährdung demokratischer Werte in der Gegenwart gerichtet werden.

Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr in der Rathausdiele, Bauernreihe 1. Nach der Begrüßung durch Initiativenmitglied und Ratsherrn Jochen Semken wird der neue Worpsweder Bürgermeister Felix Westpfahl einleitende Worte sprechen. Mit seiner Teilnahme setzt Westpfahl die Unterstützung der Gedenkarbeit durch seinen Amtsvorgänger Stefan Schwenke fort.

Im Mittelpunkt des anschließenden Programms stehen kurze Vorträge von Mitgliedern der Initiative. Sie beschäftigen sich mit der nationalsozialistischen Machtergreifung, dem Antisemitismus der AfD sowie der Situation jüdischen lebens in Niedersachsen. Zudem soll es darum gehen, wie sich Bürger:innen aktiv für Rechtsstaat und Demokratie einsetzen können.

Die Organisatoren sehen das Gedenken ausdrücklich auch als Auftrag für die Gegenwart. Angesichts zunehmenden Antisemitismus und des Erstarkens rechtsextremer Kräfte sei es notwendig, sich für demokratische Werte und den Schutz von Minderheiten einzusetzen. Die Initiative ruft dazu auf, nicht bei der Erinnerung stehenzubleiben, sondern gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

 

Lichtergang zum Rosa-Abraham-Platz

Nach den etwa 30-minütigen Vorträgen ziehen die Teilnehmenden im Rahmen einer angemeldeten Demonstration gemeinsam mit Lichtern zum Rosa-Abraham-Platz. Dort werden die Namen der jüdischen Opfer aus Worpswede verlesen. Es folgen ein stilles Gedenken und das Kaddisch, das jüdische Totengebet, vorgetragen von Ian Bild.

Die Novemberpogrome vom 9. bis 10. November 1938 markierten eine weitere Eskalation der nationalsozialistischen Judenverfolgung. Im gesamten Deutschen Reich wurden Synagogen in Brand gesetzt, jüdische Geschäfte zerstört und Menschen ermordet. Rund 30.000 jüdische Männer wurden anschließend in Konzentrationslager verschleppt.

Unterstützt wird der Aufruf der Initiative von zahlreichen örtlichen Vereinen, demokratischen Parteien, Kirchengemeinden und gesellschaftlichen Organisationen. Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen.


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