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Landkreis gibt Ausblick auf wichtige Themen in diesem Jahr

Landkreis Osterholz (jm). Man mag es kaum glauben, es gibt auch noch andere Nachrichten als die Corona-Pandemie. Vergangene Woche gab der Landkreis einen Ausblick auf die wichtigsten Themen, die 2021 auf die Verwaltung zukommen.
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Der Landkreis hat viele Pläne, die auch über das Jahr 2021 hinausgehen.  Foto: jm

Der Landkreis hat viele Pläne, die auch über das Jahr 2021 hinausgehen. Foto: jm

Doch auch das Pressegespräch zum Jahresausblick wurde zunächst von der Pandemie überschattet: Landrat Bernd Lütjen kam vorweg auf den misslungenen Start der Terminvergabe für die Impfzentren in Niedersachsen zu sprechen (wir berichteten). Und auch das erste Thema des Ausblicks ist doch irgendwie mit Corona verknüpft.
 
Digitalisierung
 
Vor der Pandemie ein Dauerbrenner, seit März 2020 vor allem in den Teilbereichen Homeoffice und Schulen interessant: die Digitalisierung in Deutschland. Die Möglichkeit, von Zuhause aus zu arbeiten, habe es in der Kreisverwaltung schon vor der Pandemie gegeben, erinnert Bernd Lütjen. Für 570 von insgesamt 655 Beschäftigen - auch gleichzeitig. Täglich seien im Schnitt 370 Zugriffe von außerhalb zu verzeichnen, was einen Homeofficeanteil von rund 60 Prozent suggeriert. „Die Zahl ist aber in Wirklichkeit höher, weil wir viele Teilzeit-Stellen haben. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind nicht jeden Tag da“, erklärt Lütjen. Im Laufe des Jahres werde man sich weiter mit der Digitalisierung interner Abläufe beschäftigen, was wiederum auch die Notwendigkeit zur Anwesenheit reduzieren werde. Im vergangenen Jahr waren schon die Bauakten dran. Die sind inzwischen komplett digital erfasst: „In unserem Keller ist jetzt deutlich mehr Platz“, schmunzelt Lütjen.
Auch vor den Haustüren der Bürger:innen wird weiter digitalisiert: Beim Breitbandausbau wird der nächste Abschnitt, der rund 7.000 Adressen umfasst, im ersten Quartal 2021 abgeschlossen. Bis Ende 2022 sollen nahezu alle Haushalte im Landkreis einen Anschluss mit mindestens 30 MBit/s besitzen, lautet das Ziel. Dafür gibt es Fördermittel von allen Ebenen. Beim Mobilfunkausbau hingegen könne man finanziell nicht derart „in die Bresche springen“, sagt der Landrat. Hier seien die Anbieter selbst gefragt.
 
Bauprojekte
 
Gebaut wird vom Landkreis in diesem Jahr an zwei Stellen: Das Oberstufenhaus des Gymnasiums Lilienthal soll im kommenden Monat fertiggestellt werden. Baubeginn und Fertigstellung des neuen Seminarraums in der Bildungsstätte Bredbeck sind ebenfalls für dieses Jahr vorgesehen. Die Berufsbildenden Schulen in Osterholz-Scharmbeck müssen noch warten. Erst in 2022 könne die Sanierung beginnen, dieses Jahr sei man noch mit Planungen beschäftigt, ließ Lütjen wissen.
 
Planungen und Verfahren
 
Geplant wird in einer Verwaltung grundsätzlich viel, daran ändert sich auch in diesem Jahr nichts. Sehr weit fortgeschritten sind die Planungen zu Natura 2000: Bei der Kreistagssitzung am 25. März soll die letzte Schutzverordnung dazu beschlossen werden. Ein Ende ist aber noch nicht in Sicht. Im nächsten Schritt muss das Management der Flächen, die zu dem europäischen Netz aus Naturschutzgebieten gehören, geplant werden. Der Aufbau von Natura 2000 in Europa läuft bereits seit 1992.
Viele Pläne müssen noch geschmiedet werden, bevor das neue Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) das Licht der Welt erblicken kann. Der Entwurf soll gegen Ende des Jahres ausgelegt werden. Das Kreisentwicklungskonzept ist schon ein paar Schritte weiter und soll im März von den Abgeordneten des Kreistags abgesegnet werden. Aus ihm folgen wiederum neue Pläne, wie zum Beispiel ein Kreismobilitätskonzept. Dazu gehört natürlich auch der öffentliche Personennahverkehr, der - in Zusammenarbeit mit dem ZVBN und natürlich im Rahmen der finanziellen Mittel - ausgebaut werden soll.
Ganz handfeste Vorstellungen haben die Beteiligten von der Bioabfallvergärungsanlage, die die neu gegründete Kommunale Entsorgungsanstalt Nord-Niedersachsen errichten möchte. Hier gilt es in diesem Jahr, das Genehmigungsverfahren vorzubereiten.
In die Kategorie Zukunftsmusik fällt der Naturpark Teufelsmoor. Die Kreisverwaltung finde die Idee grundsätzlich gut und unterstütze auch den geplanten Signalbeschluss des Kreistages, sagt Lütjen. Konkret werde man sich mit dem Thema aber erst nach Natura 2000 und dem RROP beschäftigen können. Heißt: 2022.


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