

Osterholz-Scharmbeck. Ab September 2025 wurden insgesamt 1150 Fragebögen an entlassene Patienten verschickt. Die Ergebnisse dieser Befragung wurden nun vorgestellt. 37 Prozent davon, das sind gut 426 Antworten, kamen als Rückläufer in die Auswertung, für die das durchführende Institut für Qualitätsmessung und Evaluation (IQME aus Berlin) beauftragt worden war. „Damit sind die Ergebnisse als übertragbar auf das gesamte Patientenklientel des Kreiskrankenhauses Osterholz einzustufen“, so das Kreiskrankenhaus in einer Mitteilung und freute sich, dass Patientinnen und Patienten dem Krankenhaus erneut Bestnoten in der Versorgung gegeben hätten.
„Eben nicht nur die Großen“
Der Leiterin des Kreiskrankenhauses Osterholz, Doris Sonström, war es besonders wichtig, auf den politischen Kontext hinzuweisen: Während der geplanten Umstrukturierung und Zentralisierung des Gesundheitswesens könnten nicht nur große Häuser eine bessere Qualität aufweisen. „Die kleinen Krankenhäuser wie unser Kreiskrankenhaus können das nun erwiesenermaßen ganz hervorragend. „Eben nicht nur die großen.“
Alle paar Jahre unterziehe man sich im stationären Betrieb dieser Umfrage durch ein externes Institut. „So messen wir kontinuierlich unsere Qualität und arbeiten an der steten Verbesserung unseres Hauses.“
Die Beauftragte für Qualitätsmanagement im Kreiskrankenhaus, Anne Machreich, ergänzte: „Die Meinung der Patienten ist so ein Teil unseres Konzepts zur Qualitätssteigerung.“ Sie stellte den Fragebogen kurz vor: „Andere Kennung, gleicher Bogen“, sagte sie mit Blick auf die Kopfzeile der Fragebögen, sodass die Antworten fachabteilungs- und stationsbezogen ausgewertet werden können.
Bewertung und Bedeutung
Insgesamt 24 Fragen umfasste der zweiseitige Fragebogen, der jedem Patienten unabhängig von der Aufenthaltsdauer per Post zugesandt worden war. Die Rückmeldungen wurden anonymisiert bearbeitet. Sechs Frageblöcke mit jeweils bis zu sechs Fragen hatte der Patient in fünf Abstufungen von ausgezeichnet bis schlecht zu beurteilen. Zudem sollte er dem jeweils abgefragten Umstand in drei Abstufungen von sehr wichtig bis eher unwichtig Bedeutung beimessen.
Wie wichtig ist einem Patienten also das Essen oder die Berücksichtigung seiner Wünsche und Bedenken bei der Betreuung durch die Pflegekräfte? „Diese abgefragte Bedeutung priorisieren wir. Soweit wir wissen, fragt kein anderes Institut nach der Bedeutung für die Patienten“, sagte Doris Sonström.
Aus den Ergebnissen zu Bewertung und Bedeutung wurde der Zufriedenheitsindex ermittelt, eine Zahl zwischen 0 (schlecht/nein) und 100 (ausgezeichnet/voll und ganz). Dieser Zufriedenheitsindex des Kreiskrankenhauses wurde mit dem durchschnittlichen Zufriedenheitsindex von 178 unterschiedlichen Krankenhäusern in der Bundesrepublik verglichen.
Nur bei der Entlassung unter dem Durchschnitt
Allein bei der Bewertung und Bedeutung der Frage „Wie empfanden Sie rückblickend den Zeitpunkt Ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus?“ lag das Kreiskrankenhaus mit 85 Punkten zwei Punkte hinter dem Durchschnitt. Das bedeute, dass man in Osterholz-Scharmbeck etwas schlechter als ausgezeichnet, aber deutlich über sehr gut liege.
„Das ist Jammern auf hohem Niveau“, sagte Sonström mit Blick auf das sehr gute und teils noch bessere Abschneiden des Kreiskrankenhauses bei Atmosphäre, Umgang und Qualität der Pflege, dem Umgang der Ärztinnen und Ärzte mit den Patienten sowie bei der Qualität der medizinischen Versorgung und Schmerzbehandlung.
Die Organisation der Nachbetreuung und Weiterbehandlung, der Aufenthaltsbereich, das Miteinbeziehen der Angehörigen und die Frage, wie es dem Patienten zurzeit gesundheitlich gehe, waren vier Bereiche, die mit 53 bis 63 Indexpunkten – unter sehr gut und etwas über gut – am schlechtesten abschnitten.
„Uns waren die Aspekte der medizinischen Versorgungsqualität und der Information, Qualität und des Umgangs der Ärztinnen und Ärzte am wichtigsten“, sagte Sonström und zeigte sich auch hier sehr zufrieden mit den hohen Indexwerten von 77 und 78, gleichauf mit der mehr als sehr guten Bewertung der Pflege und der Pflegekräfte.
Noch Luft nach oben
Anne Machreich sagte: „Auch diese Ergebnisse beschäftigen unsere Projektgruppe im Qualitätsmanagement. Hier wird alles aus der Perspektive der Berufsgruppen der Ärzteschaft und der Pflege noch einmal beleuchtet und mögliche Schritte zur Verbesserung diskutiert.“
Der Pflegedienstleiter des Kreiskrankenhauses, Sönke Caspers, berichtete aus der Projektgruppenarbeit, dass diese regelmäßigen, anderthalbstündigen Austauschtermine das Mindset des Pflege- und des Ärzteteams bereits geändert hätten. „Und das macht Spaß.“
Er fasste zusammen: „Ein Ergebnis, das stolz macht, aber gleichzeitig ermahnt, nichts einfach vor sich hin plätschern zu lassen.“ Schließlich habe die Befragung gezeigt, dass hinsichtlich der Entlassungsgespräche und der Organisation der Nachbetreuung noch Luft nach oben sei.
Anne Machreich sieht als Qualitätsmanagerin ein hohes Niveau als Ausgangspunkt. „Die Verbesserung ist ein kontinuierlicher Prozess.“
Platz fünf in Niedersachsen
Der Dank der Kreiskrankenhausleiterin Doris Sonström galt allen teilnehmenden Patientinnen und Patienten – auch für das gute Abschneiden. „Diese Klinikbewertung ist keine Momentaufnahme, sondern ein wichtiges und hoffentlich niedrigschwelliges Rückmeldeportal.“
Dass das Kreiskrankenhaus auf dem richtigen Weg sei, zeige auch das Niedersachsen-Ranking: Innerhalb seiner Bettengrößenklasse belege das Haus den ersten Platz, im Gesamtranking – und damit auch im Vergleich mit großen Häusern – Platz fünf. Im deutschlandweiten Vergleich soll das Kreiskrankenhaus zu den Top 7 gehören.




