Patrick Viol

Gegen Stereotypen - Girls’Day bei der Logistikschule der Bundeswehr

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Probetragen der Bundeswehrausrüstung: Junge Mädchen besuchten beim bundesweiten Girls‘Day das Logistikzentrum der Bundeswehr in Osterholz-Scharmbeck.  Foto: eb

Probetragen der Bundeswehrausrüstung: Junge Mädchen besuchten beim bundesweiten Girls‘Day das Logistikzentrum der Bundeswehr in Osterholz-Scharmbeck. Foto: eb

Osterholz-Scharmbeck. Am 28. März 2019 nahm die Logistikschule der Bundeswehr (LogSBw) traditionell am bundesweiten Girls’Day teil. Die LogSBw empfing dieses Jahr 60 Schülerinnen aus Niedersachsen und Bremen, um ihnen bei einem ereignisreichen Tag mit Tarnschminke, Hindernisbahn und EPa (Einmannpackung) einen kleinen Einblick in den Alltag der Bundeswehr zu gewähren.
Die Aktionstage des Girls’Day gibt es seit 2001 für Schülerinnen ab der fünften Klasse. Anstatt an diesem Tag in die Schule zu gehen, können die jungen Erwachsenen Berufe kennenlernen, in denen Mädchen bisher unterrepräsentiert sind. Bei den Mädchen sind das vor allem naturwissenschaftliche und technische Berufe, wie im Bereich der Informatik und Ingenieurswissenschaften. Seit über zehn Jahren investiert das Bildungsministerium im Rahmen von verschiedenen Projekte, die Frauen in sogenannten MINT*-Fächern fördern sollen.
Das gängige Märchen, dass Mädchen weder ein Händchen noch Interesse an technischen und naturwissenschaftlichen Berufen haben wurde seit Jahren widerlegt. Zwischen den Jahren 2007 und 2018 konnte das Bildungsministerium einen deutlichen Anstieg von Bewerbungen (von 16% in 2007 auf 38% in 2018) und Einstellungen (von 8% auf 27%) bei Unternehmen und Institutionen die am Girls’Day teilnehmen verzeichnen.
Die Begrüßung
Oberstleutnant Ann-Kathrin Tielken (Hörsaalleiterin in der I. Inspektion) begrüßte die Teilnehmerinnen in der zentralen Ausbildungseinrichtung für Auslandseinsätze der Logistikkräfte, dem Logistischen Übungszentrum (LogÜbZ). Nach dem Vortrag zu den umfangreichen Berufsbildern der Bundeswehr vom Karriereberatungsoffizier Oberfähnrich David Lührssen vom Karriereberatungsbüro Stade, ging es für die 60 Mädchen, in 2 Gruppen an die einzelnen Stationen zum Girls’Day in der Lucius D. Clay-Kaserne.
Am Material
An der Station „Leben im Felde“ wurde den Schülerinnen die Funktion und die Besonderheiten eines Alarmpostens und die Bestandteile der persönlichen Ausrüstung eines Soldaten erklärt. Diese konnten Freiwillige selbstverständlich auch zur Probe tragen. Des Weiteren lernten die Schülerinnen die Bestandteile einer Einmannpackung – kurz EPa – und die temporären Unterkünfte die sich mit mehreren Zeltbahnen erschaffen lassen, kennen. Besonderes Interesse genoss jedoch die Tarnschminke, welche bis zum Ende der Veranstaltung nicht nur die Schülerinnen zieren sollte. Auch die Hindernisbahn stellte, nach einer kurzen Einweisung und minimaler Hilfestellung, keine unüberwindbare Herausforderung dar.
Der technische Bereich
Hauptmann Andreas Schlick, Hörsaalleiter in der VIII. Inspektion genoss nach einer strammen Begrüßung mit Augenzwinkern, im technischen Bereich der LogSBw, die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Teilnehmenden des Aktionstages. Bei einer Demonstration konnten die Schülerinnen das Abladen eines Bergepanzers von einem tonnenschweren Mammut (Sattelzug) bestaunen. Einige hörten hierbei zum ersten Mal das eindringliche Motorengeräusch eines Panzers. Berührungsängste kannten die Schülerinnen jedoch keine, als es beim Erkunden der Fahrzeuge, darunter u.a. Eagle,
Dingo Enok, galt auf den Fahrersitz Platz zu nehmen und sich die Fahrzeuge von den Soldaten der LogSBw erklären zu lassen.
Abschied
Abschließend beantwortete Oberstleutnant Ann-Kathrin Tielken zum Abschied die letzten Fragen der Schülerinnen und entließ diese nach einem ereignisreichen Tag die mit einer Give-Away-Tasche und einem gemeinsamen Gruppenfoto.


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