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Faszinierende Auto-Geschichte(n)

Altes Blech in bester Form: Am Samstag, 5. September findet wieder das beliebte Oldtimer-Treffen bei Meyerhoff statt. Dabei geht es nicht nur darum, die Fahrzeuge zu präsentieren.

Ralf Greim und sein hohlraumversiegelter, komplett neu mit Originallack bearbeiteter „Strich-Achter“ Mercedes Benz /8 aus dem Jahre 1972, mit dem er eine besondere Geschichte verbindet.

Ralf Greim und sein hohlraumversiegelter, komplett neu mit Originallack bearbeiteter „Strich-Achter“ Mercedes Benz /8 aus dem Jahre 1972, mit dem er eine besondere Geschichte verbindet.

Bild: Ek

Buschhausen. Die Fakten, dass die Oldtimer- und Youngtimer-Show bei Meyerhoff zum bereits fünften Mal gut 100 Autos und Motorräder versammeln wird, und das am Samstag, den 5. September ab 10 Uhr auf dem Parkplatz des Möbelhauses Meyerhoff – nicht der Küchenwelt! (hier werden demnächst Ladesäulen für E-Autos stehen) -, müssen schnell kommuniziert werden. Denn die Faszination, die von den alten Fahrzeugen ausgeht, ist einfach zu groß, um die Konzentration länger als notwendig davon abzulenken. Bei regnerischem Wetter werden wohl einige Klassiker, gerade die Cabrios, in den Garagen bleiben, aber mit 60 bis 80 Fahrzeugen rechnen die Oldtimerfreunde in jedem Fall.

Ralf Greim parkte für das Pressefoto seinen alten Strich-Achter vor den Aufgang zum Einrichtungshaus, und schon war ein junger Mann, knappe 30 Jahre jünger als der Benz, wie magisch angezogen. Mit leuchtenden Augen nahm er einen druckfrischen Flyer entgegen, der die 5. Oldtimer- und Youngtimer-Show der Oldtimerfreunde Osterholz-Scharmbeck und umzu für den 5. September ankündigt.

Auch das Treffen zum Gespräch mit den Vertretern der Oldtimerfreunde verzögerte sich, weil eine ältere Dame mit Ralf Greim sehr viele Infos und Geschichten über seinen Strich-Achter austauschte. Und bei einem Baujahr von 1972 gab es über den Wagen viel zu erzählen. Endlich am Tisch mit Ralf Greim, Günter Breden und Lutz Christophers erzählten die Herren von der Wichtigkeit solcher Treffen für die Besitzer der alten Fahrzeuge: „Wo bekommt man benötigte Ersatzteile, möglichst im Original her?“ Christophers, der selbst schraubt, wo es geht, erklärte, dass es große Probleme beim Beschaffen von zum Beispiel Reparatur-Blechen gebe: „Die Werkzeuge sind nicht mehr da, die Pressen für Kotflügel sind entsorgt oder nicht mehr in gutem Zustand.“ Die Engländer wie MG hätten da große Probleme, für Opel Rekord gebe es so gut wie nichts mehr. „Für Porsche und Mercedes gibt es noch die meisten Teile“, fand er.

Preislich seien die allerdings jenseits von Gut und Böse. „Diese Treffen dienen dem Netzwerk, wer noch was weiß, wo es welche Teile geben könnte.“ Und wenn ein Kotflügel für einen 911er am 964er dann um drei Millimeter nicht passt, - „das kannst du doch nicht draufzinnen!“ Einig waren sich die Männer, dass der Traum vom Traum-Auto als Hobby meist erst nach Familie, Kindern und Beruf zeitlich und finanziell drin sei. Das Pflegen und Bewegen der alten Schätze fordere auf die schönste Art und Weise: Wenn der 356er Porsche nach der Winterpause nicht mehr anspringt, weil die alte Vergaseranlage nicht so schnell an das neumodische Benzin kommt, das so schnell verdunstet, und die kleine Pumpe länger ziehen muss und damit die Batterie zum Erliegen bringt, dann ist der laufende Motor unter der originallackglänzenden Motorhaube Musik in den Ohren, die Abgase berauschendes Parfum.

Und gerade die sportlichen Modelle wollen nicht nur bewegt, sondern auch ab und an vorsichtig gefordert werden. „Schneller als 230 km/h traue ich mich nicht“, gab Breden zu. Sein Klassiker verfüge zwar über außerordentliche Schönheit, aber nicht über ABS, Spurhaltesysteme, Airbags oder Sicherheitsgurte. Die gab es erst ab 1972, übrigens.

Es wird am 5. September unendlich viele Geschichten von Besitzern und Bewunderern geben, viele Auto-Schicksale werden dann auf dem Parkplatz des Möbelhauses Meyerhoff erzählt werden. Um 11 Uhr und gegen 13 Uhr starten die Oldtimerfreunde auf eine schöne jeweils 90-minütige Ausfahrt. Außerdem bieten die Oldtimer-Freunde gegen eine Spende wieder ein Mitfahren im Wunsch-Oldtimer an: „Die Route wird vom Beifahrersitz aus geführt – ja, dafür muss man schon was tun“, lachten die Männer. Eine Frau führte „ihren“ Oldtimer vor ihr Haus und ließ sich dort für ihre Kaffeekränzchen-Damen mit dem schicken Wagen ablichten. Das mal nur als als Inspiration.


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