Amelie Nobel

Erster bundesweiter Warntag seit dem Mauerfall

Landkreis. Am 10. September findet bundesweit der Warntag statt, womit die Bevölkerung auf das Thema „Warnung“ aufmerksam gemacht werden soll. Zudem führt der Landkreis eine Warn-App ein.
 

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Sirenen haben verschiedene Bedeutungen: Am 10. September werden um 11 Uhr deutschlandweit alle Sirenen zu hören sein.  Foto: adobestock/Joseph Kirsch

Sirenen haben verschiedene Bedeutungen: Am 10. September werden um 11 Uhr deutschlandweit alle Sirenen zu hören sein. Foto: adobestock/Joseph Kirsch

Landkreis. Am 10. September findet bundesweit der Warntag statt, womit die Bevölkerung auf das Thema „Warnung“ aufmerksam gemacht werden soll. Zudem führt der Landkreis eine Warn-App ein. Seit der Wiedervereinigung gab es keinen bundesweiten Probealarm mehr. Nun findet am 10. September erstmals wieder einer statt. Es handelt sich dabei um den sogenannten ersten „bundesweiten Warntag“, einen Aktionstag, bei dem sämtliche Warnmittel erprobt werden. Am 10. September werden deshalb um 11 Uhr deutschlandweit alle Sirenen zu hören sein. Gleichzeitig wird es entsprechende Hinweise über soziale Medien, Warn-Apps, im Fernsehen und im Radio geben. Die Geschichte des bundesweiten Probealarms Seit der Wiedervereinigung gab es keinen bundesweiten Probealarm mehr. Nach der Einführung der Reformen von Michail Gorbatschow (Glasnost und Perestroika) ging für die Verantwortlichen aus Bund und Ländern aus dem Osten keine Gefahr mehr aus. Die Folge: Einen bundesweiten Probealarm hielten die zuständigen Stellen nicht mehr für erforderlich und so verschwanden immer mehr Sirenen von den Dächern. Doch es gibt heute noch Ereignisse, bei denen eine bundesweite Warnung der Bevölkerung sinnvoll sein kann, zum Beispiel bei Überschwemmungen, gefährlichen Wetterlagen, Feuer oder Gefahr durch radioaktive Strahlung. Außerdem kann eine Warnung bei militärischen Angriffen, Chemieunfällen, Stromausfällen, Verkehrsstörungen oder eben bei Pandemien wichtig sein. Im Juni 2019 hat sich die IMK, (Ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder) deshalb darauf verständigt, wieder einen bundesweiten Probealarm durchzuführen. Ab diesem Jahr wird dieser immer am zweiten Donnerstag im September stattfinden. Was am Warntag passiert Am 10. September 2020 wird das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) eine Probewarnung an alle Warnmultiplikatoren schicken (dazu zählen zum Beispiel Rundfunksender). Diese senden die Probewarnungen an Endgeräte wie Radios und Warn-Apps. Außerdem werden auf kommunaler Ebene Sirenen zu hören sein. Um 11.20 Uhr soll es dann zu einer Entwarnung kommen. Warum findet der Warntag statt? Mit der Einführung des bundesweiten Warntages wird das Ziel verfolgt, die Bevölkerung über die Warnung bei Krisen und Katastrophen zu informieren und auch die vorhandene Technik, wie zum Beispiel die Sirenen zu testen. Generell soll die Bevölkerung auf das Thema „Warnung“ aufmerksam gemacht werden und die Funktion und der Ablauf einer Warnung verständlicher werden. Außerdem soll das Wissen über verfügbare Warnmittel erhöht werden und damit für alle Bürger*innen ein höherer Selbstschutz gewährleistet sein. Ein weiteres Ziel ist es, dass bundesweit einheitliche Sirenensignale bekannter werden. Dies sei ein wichtiger Schritt, denn immer mehr Menschen kennen die unterschiedlichen Sirenensignale nicht mehr, so Landrat Bernd Lütjen. Zuständig für den bundesweiten Warntag sind auf Bundesebene das BBK und auf Landesebene die Innenministerien. Auf kommunaler Ebene sind dies die Behörden für Katastrophenschutz. Bürgerinfo- und Warn-App Um Bürger*innen in Zukunft besser warnen zu können, führt der Landkreis Osterholz die spezielle Bürgerinfo- und Warn-App „BIWAPP“ ein. Mit der App können Bürger*innen aktuelle Informationen, Katastrophenmeldungen und Warnungen direkt empfangen. Dabei können Nutzer*innen selbst entscheiden, auf welche Informationen sie zugreifen wollen. Meldungen veröffentlichen können nur der Landkreis, die Regionalleitstelle Unterweser-Elbe sowie andere Katastrophenschutzbehörden, die die App nutzen. Mit BIWAPP weitet der Landkreis Osterholz sein Angebot rund um die Bevölkerungswarnung aus, erklärt Landrat Bernd Lütjen. Landrat, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister empfehlen den Bürger*innen im Landkreis Osterholz, sich vor dem bundesweiten Warntag die App auf das Smartphone zu laden - damit sie informiert bleiben, denn zusätzlich zu den Sirenensignalen wird jeder BIWAPP-Nutzer eine Warnmeldung auf sein Smartphone erhalten. Die App kann sowohl im App- als auch im Playstore herunterladen werden. Weitere Informationen zur Bürgerinfo-und Warn-App BIWAPP sind auch unter www.landkreis-osterholz.de/biwapp zu finden.


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