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Drei Generationen, 60 Jahre Handwerk

Seit 60 Jahren gehört das Stelljes Team zu Osterholz-Scharmbeck. Heute führt Benjamin Stelljes den Familienbetrieb in dritter Generation – mit einem klaren Bekenntnis zu persönlichem Service und Kundennähe.

Osterholz-Scharmbeck. Das 60-jährige Jubiläum der Firma Stelljes Team Sanitär- & Heizungsinstallation GmbH kam für das Ehepaar Stelljes überraschend. „Wir waren der Meinung, dass der 60. erst nächstes Jahr dran ist“, sagen Manuela und Benjamin Stelljes. Doch das Gründungsjahr der alteingesessenen Osterholz-Scharmbecker Firma in dritter Generation ist tatsächlich 1966. „Die Feierlichkeiten dafür planen wir jetzt für den Sommer nächstes Jahr.“ Im Sommer säßen auch die Kunden bei etwaigen Heizungsausfällen nicht so im Kalten.

Die Anfänge in der Rathausstraße

Im Hinterkopf hat das Stelljes Team immer die Kundinnen und Kunden. Und das geht schon zurück auf Großvater Herbert Stelljes, der damals noch zu Hause in der Rathausstraße seine kleine Firma aufgemacht hatte. 1973 zog die Firma in das von Herbert errichtete Gebäude in der Luisenstraße um, bis heute der Firmensitz des Stelljes Teams.

Sohn Olaf wurde ebenfalls Heizungsbau- und Sanitärmeister und machte seinen Techniker in Karlsruhe, wo er während der Schulzeit mit seiner Frau Susanne und den kleinen Söhnen Benjamin und Marc wohnte. „Als wir zurückkamen, wohnten wir auch in der Luisenstraße“, kann sich Benjamin Stelljes erinnern, der dann großer Bruder von zwei Geschwistern wurde: „Opa saß in seinem Chef-Büro und hat uns immer einen Heiermann gegeben, womit wir uns was Süßes an der Tankstelle gekauft haben.“

Opa Herbert war Zentral- und Lüftungsbauer, „und mit 14 Jahren wusste ich schon, was ich werden will. Ich wollte auch sowas machen wie Opa und Papa.“ Benjamin begleitete Herbert und Olaf Stelljes zu Baustellen und anderen Objekten.

Wachstum und neue Ideen

Vater Olaf, selbst Meister und später Spezialist für Haustechnik, fuhr nicht mehr so viel auf die Baustellen, weil er sich immer stärker mit 3-D-Badplanungen beschäftigte. 1998 übernahm er den Betrieb seines Vaters Herbert. In dieser Zeit war die Firma Stelljes mit ihren Aufgaben und Möglichkeiten enorm gewachsen und siedelte nach Pennigbüttel um, wo neben dem Stelljes Team der eigene BadMax miteröffnet wurde.

Mit der Zweigstelle SMS Haustechnik in Grimmen wuchs der Mitarbeiterstamm zwischenzeitlich auf gut 110 Mitarbeiter. Doch mit dem Ende des Sanierungshypes und dem Beginn des Internets schrumpfte sich das Stelljes Team wieder gesund und kehrte 2010 zu seinen Wurzeln in die Luisenstraße zurück.

„Das war der richtige Schritt“, findet Benjamin Stelljes, der die mutigen Ideen seines Vaters Olaf ab 1999 zunächst als Lehrling in Cuxhaven und dann als Wehrdienstsoldat beobachten konnte. Ein knappes Jahr später machte auch Benjamin seinen Heizungsbau- und Sanitärmeister und sammelte viel Neues in einer Schwarmstedter Firma, in der er als Meister arbeitete.

Diese zwei Jahre Zeit brauchte auch die Beziehung zwischen dem kreativen Kopf und Vater Olaf und dem Handwerker und Sohn Benjamin. Letztendlich konnten beide erfolgreich im Stelljes Team miteinander arbeiten.

Vom Badezimmer auf Rädern bis zum Luxus-Örtchen

Viele Ideen wurden von Olaf Stelljes entwickelt und ausprobiert. Manche, wie die Dampfduschen, setzten sich nicht so durch. Andere wiederum, wie ein Top-Badezimmer auf Rädern zur Überbrückung von Bad-Umbauphasen oder ein Luxus-Toilettenwagen für extravagante Anlässe wie Hochzeiten, sind bis heute über eine eigene Firma, die Manol GbR, buchbar.

„Darauf sind wir bei unserer Hochzeit 2013 gekommen“, sagt Manuela Stelljes mit einem Blick zu ihrem Mann. Sie hatte mit ihrem Schwiegervater die Idee eines Luxus-Örtchens bis zur Umsetzung weitergesponnen. „Das war ein feiner Kerl.“

Nur zehn Jahre später wurde Olaf Stelljes ernsthaft krank und rechnete wohl selbst am allerwenigsten damit, dass ihn diese Krankheit und ihre Folgen nur wenige Monate danach im Alter von 61 Jahren das Leben kosten würden.

Plötzlich in der Verantwortung

„2024 war er tot, und ich fühlte mich wie ins kalte Wasser gestoßen, als ich im Oktober 2024 Geschäftsführer und 2025 auch Eigentümer der Firma wurde“, sagt Benjamin Stelljes.

Doch es ist gut gegangen: „Wir haben einen ewigen Kundenstamm“, sagt der heute 44-Jährige dankbar. Zur Verwunderung seiner Frau kennt er viele Besonderheiten und Geschichten der Menschen in seiner Kundenkartei. Und nicht nur das: „Ich kenne die Anlagen, die Haustechnik, ich weiß, wo was bei wem wie steht.“

Seit Mai 2025 ist auch seine Frau Manuela als Bürokraft Mitglied im Familienbetrieb, der einen guten Mitarbeiterstamm von rund zehn Kollegen hat. „Ich könnte gut noch jemanden gebrauchen, der über Erfahrung und Energie verfügt. Mir fehlt der zweite Mann“, sagt Benjamin Stelljes. „Aber wo will man den hersuchen?“

Aber auch so laufe die Firma sehr gut. „Zunächst möchte ich erstmal so bleiben“, sagt Stelljes, der seine Firma nach dem nachhaltig schmerzhaften Verlust in ruhiges und sicheres Fahrwasser bringen konnte: „Wir haben viel Arbeit, und das wird sich erstmal nicht ändern.“

Persönlicher Service statt schnellem Verkauf

Seinen Auftrag sieht Stelljes nicht im schnellen Verkauf von Wärmepumpen und Solartechnik wie bei großen Mitbewerbern, bei denen Kunden anschließend mitunter vergeblich auf Kundendienst hofften. Stattdessen setzt er auf ein nachhaltiges Geschäft, das neben Beratung und Verkauf auch Wartung und Pflege beinhaltet.

„Wir sind auch da für leckende Wasserhähne“, unterstreicht Stelljes. „Wir sehen uns als Problemlöser und betreuen unsere Privatkunden. Wir werden das Persönliche und den Service hochhalten und sind dafür 365 Tage im Jahr erreichbar.“

Dabei wird bei Stelljes modern gearbeitet: Die Techniker arbeiten mit neuen EDV-Programmen auf mobilen Tablets. Doch am gestrigen Freitag, 25. September, ruhten auch die – denn Grund zum Feiern war das Gründungsdatum vor genau 60 Jahren.

„Wir werden als Stelljes-Team gemeinsam zur Feier des Tages essen gehen“, sagt Manuela Stelljes. „Unser Firmenjubiläum werden wir mit unseren Geschäftsfreunden und Partnern dann im nächsten Jahr feiern.“


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