

Lilienthal. Das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) ist das größte und leistungsstärkste Infrarot-Weltraumteleskop, das je gebaut wurde. Es wurde gemeinsam von der NASA, der ESA und der CSA entwickelt. Seit Ende 2021 operiert es am Lagrange-Punkt L2, rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Die exemplarische Abbildung des JWST zeigt ein seltenes kosmisches Phänomen, das als Einstein-Ring bezeichnet wird. Was auf den ersten Blick wie eine einzelne, seltsam geformte Galaxie aussieht, sind in Wirklichkeit zwei Galaxien, die weit voneinander entfernt sind.
Neueste Bilder vom Teleskop lassen nun am Alter des Universums zweifeln – bisher wurden 13,8 Milliarden Jahre geschätzt. Die Bilder zeigen Galaxien, die nach bisher geltender Rechnung 13,6 Gigajahre (1 Milliarde Jahre sind 1 Gigajahr) alt sein müssten. Irritierend ist jedoch, dass diese Galaxien schon so weit entwickelt sind, wie Experten es aus anderen Fotos kennen, in denen die Galaxien zur Zeit der Aufnahme aber mindestens 1 Milliarde Jahre alt sein müssten.
Entweder stimmen die Entwicklungsmodelle nicht oder das Alter des Universums ist größer als 13,8 Milliarden Jahre. Der Astronom Dr. Rajendra Gupta von der Universität Ottawa veränderte die Kosmologie so, dass das Universum etwa 26 Gigajahre alt sein könnte, also fast doppelt so alt, wie bisher angenommen.
Aus diesem Grund lädt die Astronomische Vereinigung Lilienthal (AVL) am Dienstag, 29. September, um 19.30 Uhr zu einem Vortrag mit dem Referenten Dr. Gert Traupe ein. Er wird diese Rechnung mit einfachen Mitteln überprüfen und die Voraussetzungen, die dabei zu Grunde liegen, erklären.



