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Betreutes Wohnen in Eickedorf

Der Wohnpark in Eickedorf soll mit einem neuem Konzept starten.

Grasberg. So lange wie möglich selbstbestimmt wohnen - und das bezahlbar. So lautet das Versprechen der „Service Residenz Eickedorf“, die im nächsten Jahr gebaut werden soll.

Pläne für eine Wohnanlage an der Eickedorfer Straße 19 gibt es schon länger: Ursprünglich sollte eine Pflegeeinrichtung entstehen. Der geplante Betreiber - die Convivo Gruppe - meldete Insolvenz an, bevor der Bau beginnen konnte. Jetzt haben die Initiatoren Michael Frerks, Dietmar Stelljes, Andrée Lohmann,Stefan Grabau und Werner Brauer eine eigene Gesellschaft gegründet, um das Projekt mit neuer Ausrichtung doch noch umzusetzen.

 

Betreut und bezahlbar

 

Das neue Konzept dreht sich um betreutes Wohnen und bezahlbare Mieten. Über 90 Wohneinheiten mit einem bis vier Zimmern in verschiedensten Größen sollen im nächsten Jahr entstehen. Zur Hauptzielgruppe gehören Menschen jeden Alters mit Handicap, die sich im Alltag an der einen oder anderen Stelle Hilfe wünschen. Das Angebot funktioniert nach dem Prinzip „alles kann, nichts muss“: Von Pflege über hauswirtschaftliche Unterstützung wie etwa einem Wäscheservice bis hin zu Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie können verschiedenste Leistungen ganz nach individuellem Bedarf ausgewählt werden. Essen auf Rädern wird es ebenso geben wie ein Mittagessen im Gemeinschaftsraum. Die Apotheke bringt Medikamente direkt in die Residenz und auch eine regelmäßige Sprechstunde, zu der ein Arzt nach Eickedorf kommt, ist geplant.

Die Anlage soll natürlich nicht von der Außenwelt isoliert sein, erklären die Gesellschafter. Dafür gibt es ein umfangreiches Mobilitätskonzept, das neben Fahrdiensten auch das Leihen von E-Bikes oder Autos ermöglicht und natürlich auch den ÖPNV und den Bürgerbus beinhaltet. Davon abgesehen wird der Wohnpark so gestaltet werden, dass man kaum Fernweh verspüren wird. Rund 2000 Quadratmeter parkähnliche Fläche mit viel Grün werden das Domizil umgeben, verrät Michael Frerks. Zum Mobilitätskonzept gehört auch eine Packstation, die verhindern soll, dass große Lieferwagen täglich quer durch die Anlage brausen.

 

Ein Zuhause für viele Jahre

 

Für die Pflegeleistungen wird voraussichtlich der Pflegedienst Lilienthal zuständig sein. Die Idee hinter dem Projekt ist, den Bewohnern eine langfristige Perspektive zu bieten. Wer beispielsweise schon zu Beginn des Ruhestands einzieht und sich einfach mehr Komfort im Alltag wünscht, ist in der Service Residenz ebenso gut aufgehoben wie Menschen, die umfangreichere Leistungen in Anspruch nehmen möchten. Auch ein Umzug innerhalb des Wohnparks in eine größere oder kleinere Wohnung ist denkbar, wenn sich die Bedürfnisse ändern.

Das Angebot gilt dabei nicht nur für Senioren: Die Service Residenz wird durch verschiedene Programme für bezahlbaren Wohnraum gefördert und steht bis zu einer gewissen Einkommensgrenze jedem offen. Wer vielleicht eine Berufsausbildung in Grasberg beginnt und auf der Suche nach einer günstigen Wohnung ist, wird hier möglicherweise auch fündig. Die Gesellschafter wünschen sich auch einen Ort, an dem verschiedene Generationen einander begegnen können.

 

Großzügige Einkommensgrenze

 

Die monatliche Miete (ohne weiterere Leistungen) wird zwischen 5,60 und 7 Euro pro Quadratmeter liegen. Einzelpersonen dürfen bis zu 3340 Euro brutto im Monat verdienen, bevor sie die Einkommensgrenze überschreiten. Für Paare liegt die Grenze bei 4483 Euro im Monat. „Damit decken wir etwa 70 Prozent der Bevölkerung im ländlichen Raum ab“, erklärt Werner Brauer. Vor hohen Nebenkosten müsse niemand Angst haben, denn die Gebäude würden besonders energieeffizient und -autark errichtet. Der Einkommensnachweis muss vom Landkreis überprüft werden - ein Berechtigungsschein ist für die Service Residenz aber nicht erforderlich. Daher müsse auch niemand ein kompliziertes oder langwieriges Antragsverfahren fürchten: „Die Einkommensüberprüfung läut ganz schnell und unbürokratisch ab“, sagt Werner Brauer.

 

Infoabend am 4. Juni

 

Geht es nach den Investoren, soll der Wohnpark bis Ende 2025 stehen, einen Bauantrag haben sie beim Landkreis bereits gestellt. Wegen des Trägerwechsels muss der Grasberger Gemeinderat dem Vorhaben erneut zustimmen - eine Formsache. Ebenfalls abgestimmt werden muss noch über den sogenannten Vorhabens- und Erschließungsplan, der Teil des Bebauungsplans für das Areal wird. Da sich die Gebäudestruktur im Vergleich zu den bisherigen Plänen nicht wesentlich geändert hat, dürfte dem Projekt nichts mehr im Wege stehen. Der Bauausschuss und der Gemeinderat tagen dazu im Juni.

Für Interessierte bieten die Betreiber am 4. Juni um 19 Uhr im Landhaus Wörpedorf (Wörpedorfer Straße 18) einen kostenlosen Infoabend zur neuen Service Residenz an.


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