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Warum wird ohne Not gefällt?

Mahnwachen und Petition für Bäume in der Brunnenstraße

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Kritisieren die Fällung der Bäume in der Brunnenstraße: Jana Basilon (v. li.), Rolf Hüchting, Marion Kaiser und Petra Fischer.

Kritisieren die Fällung der Bäume in der Brunnenstraße: Jana Basilon (v. li.), Rolf Hüchting, Marion Kaiser und Petra Fischer.

Bremervörde (rgp). Die Grünen-Sprecherinnen Jana Basilon und Marion Kaiser sowie Petra Fischer, Ortsratsmitglied von der Bunten Liste, fordern unbürokratisch eine Neu-Bewertung des Baumbestands an der Brunnenstraße, bevor es für die Bäume zu spät ist.

„Die beiden jüngsten Bäume zu Beginn der Brunnenstraße sind erst vor wenigen Jahren, im Zuge der Neugestaltung der Alten Straße, gepflanzt worden und werden bereits von drei Seiten durch das Pflaster der Alten Straße eingerahmt, gehören also quasi zu dieser. Darüber hinaus Rahmen sie den Eingang in die Brunnenstraße wunderschön ein, bilden eine Art Tor“ sagt Basilon.

 

Mahnwachen und Petition

 

In der vergangenen Woche haben die Bremervörder Grünen erstmals ihre Mahnwache für die Bäume abgehalten. Diese soll fortan immer montags um 17 Uhr in der Brunnenstraße stattfinden. „Viele Bürger sprachen uns an, ob und was man jetzt noch für die Bäume tun kann“, so Basilon weiter. Sie antwortet dann, man könne z.B. einen Brief an den Bürgermeister verfassen oder direkt um ein Gespräch bitten. „Am einfachsten ist es die von uns initiierte online Petition unter https://chng.it/JVnhkPKRs2 zu unterzeichnen. Diese hat innerhalb kürzester Zeit über 330 Unterschriften gebracht. Auch während des von den Grünen letztes Jahr veranstalteten Infostands zum Thema konnten innerhalb von zwei Stunden knapp 50 Unterschriften gesammelt werden. Das Thema bewegt die Bremervörder, was auch die große Anzahl an Gästen bei der letzten Ortsratssitzung Ende Januar zeigte.“

 

Kühlleistung nicht unterschätzen

 

Andere Städte wären froh, solch einen Baumbestand in ihrer Fußgängerzone zu haben, sagt Marion Kaiser. Die im Zuge der Neugestaltung der Brunnenstraße vorgesehenen Fällungen des vorhandenen Baumbestandes, hielten die Grünen gerade im Zeichen des Klimawandels nicht mehr für zeitgemäß. Man dürfe die Kühlleistung von urbanem Grün nicht unterschätzen. Die heißen Monate Mai, Juni und Juli hätten im vergangenen Jahr bereits einen Vorgeschmack für die Zukunft geliefert. Insbesondere die vulnerablen Menschen hätten bei extremer Hitze erhebliche Probleme.

„Wir sollten zum Wohle der Menschen in Bremervörde alles tun, um eine Überhitzung in der Innenstadt einzudämmen oder zu verhindern“, so Kaiser. Der alte Baumbestand kühle die Luft, bindet den Staub, biete Schatten und sorge damit für ein angenehmes Klima in der Straße und sei deshalb besonders schützenswert.

 

Tauben-Argument zieht nicht

 

„Das immer wieder angebrachte Argument, die Tauben verdrecken die Brunnenstraßen ist so nicht stichhaltig, denn in den Neuanpflanzungen werden sich auch Vögel aufhalten.“

(Nicht nur) Ortsratsmitglied Petra Fischer findet, dass die beiden alten Roteichen zusammen als Ensemble den Platz in der Mitte einschließen. „Sie sind dadurch ortsbildprägend für die Fußgängerzone.“ Die Bäume hätten im Übrigen einen Durchmesser von circa 50 Zentimetern. Bäume dieser Größenordnung seien bei der heutigen Klimasituation unbedingt zu erhalten.

 

Eingangstor zur Fußgängerzone

 

Die beiden Amberbäume im Süden bildeten ebenso ein Eingangstor zur Fußgängerzone. Gemeinsam mit den anderen Amberbäumen an der Südseite trügen sie mit ihrer bunten Herbstfärbung erheblich zur Aufenthaltsqualität bei. Weiterhin würden alle Bäume Schatten spenden und seien damit in Zeiten des Klimawandels unentbehrlich.

Ganz davon abgesehen wären die Bäume völlig gesund und den Wetterbedingungen gut angepasst, was man von den neu anzupflanzenden Felsenbirnen nicht sagen könne. „Robin Hill“ sei eine amerikanische Neuzüchtung, deren Hitzeresistenz sich erst noch bewähren müsse. Martin Hill fügte später bei einer Mahnwache noch hinzu, das z.B. der Bahnhofsvorplatz in Bremervörde ein mahnendes Beispiel für die Neuanpflanzung von Stadtbäumen anzusehen sei. Dort hätte man vor 15 Jahren zwölf große Bäume neu gepflanzt. „Zwei davon kümmern noch vor sich hin“, so Hill.


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