

Bremervörde. Bei einem Besuch informierten sich der Grünen-Landtagsabgeordnete Pascal Mennen und die Bremervörder Grünen-Sprecherin Marion Kaiser über die Situation an der Findorff Realschule und der Hauptschule Bremervörde.
Vor welchen gesellschaftlichen und bildungspolitischen Herausforderungen die Hauptschule Bremervörde und die Findorff-Realschule stehen, haben deren Schulleitungen bei einem Besuch von Pascal Mennen, schulpolitischer Sprecher der Grünen im Niedersächsischen Landtag, und Marion Kaiser, Sprecherin der Grünen in Bremervörde sowie Stadt- und Kreistagskandidatin, deutlich gemacht. Einen Einblick in die Situation gaben Realschulrektorin Bettina Paquet und Hauptschulrektor Axel Müller.
Schäden auf dem Schulgelände
Sorgen bereitet demnach unter anderem der Vandalismus auf dem Außengelände der städtischen Schulen. Besonders an Wochenenden komme es immer wieder zu Beschädigungen und Hinweisen auf Drogenkonsum. So seien unter anderem die Tür zur Mensa demoliert, Spielgeräte zerstört und Sitzbänke angezündet worden.
Auch die Sanitäranlagen seien wiederholt Ziel von Beschädigungen. Wände und Waschbecken wurden mit Fäkalien beschmiert und die Toiletten wiederholt beschädigt Nach Angaben der Schulen entstehen dadurch Kosten von mehreren Tausend Euro pro Quartal. Diskutiert wurde deshalb unter anderem ein Transpondersystem, mit dem der Zugang zu den Toiletten gesteuert und dokumentiert werden könnte. In Oldenburg habe man damit gute Erfahrungen gemacht. Als weiteres Projekt wurde eine künstlerische Gestaltung der Toiletten gemeinsam mit Kunstlehrer Rashid Ghazi sowie Schülerinnen und Schülern ins Gespräch gebracht.
Positiv bewerten die Beteiligten dagegen das Handyverbot. Dieses werde von den meisten Schülerinnen und Schülern akzeptiert. In den Pausen werde wieder mehr miteinander gesprochen, auch Gesellschaftsspiele würden häufiger genutzt. Kaiser sagte dazu: „Es beruhigt mich, dass die Nutzung nicht mehr möglich ist“.
Zu wenig Platz und Schulsozialarbeit
Handlungsbedarf sehen die Schulen auch bei den räumlichen Bedingungen. Der gemeinsame Schulhof sei für insgesamt 575 Schülerinnen und Schüler zu klein. Zudem fehlten ausreichend Sonnen- und Regenschutz sowie eine Pausenhalle. Auch die Bewegungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten auf dem Außengelände könnten ausgebaut werden.
An der Realschule reichen nach Einschätzung der Beteiligten zudem die vorhandenen Stunden für Schulsozialarbeit nicht aus. Insbesondere Schülerinnen und Schüler, die vom Gymnasium an die Realschule wechselten, zeigten teilweise psychische Auffälligkeiten und benötigten intensive Begleitung. „Schulen können diese Aufgabe nicht allein auffangen. Wenn wir wollen, dass Schülerinnen und Schüler erfolgreich lernen und sich positiv entwickeln, müssen wir ihnen auch die notwendige sozialpädagogische Unterstützung zu Verfügung stellen“, sagte Kaiser.
Auch Schulabsentismus beschäftigt beide Schulen. Mennen hatte dazu im Juni einen Antrag im Niedersächsischen Landtag gestellt. Nach Angaben aus dem Gespräch seien die Abläufe zwischen Schulen und Landkreis verbesserungsfähig. Vor allem fehlten konkrete Ansprechpartner. Mennen regte deshalb einen gemeinsamen Schulentwicklungsprozess mit Schulträger und Landkreis an, um Zuständigkeiten und Abläufe verbindlicher zu regeln.
Mensa und Aufenthaltsorte für Jugendliche
Weitere Themen waren Medienkompetenz und Informatik. Aus Sicht der Grünen sollten dafür mehr Unterrichtsangebote sowie Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte geschaffen werden.
Bei einem anschließenden Besuch der Mensa ging es außerdem um deren Nutzung. Das Mittagessen aus Salat, Hauptspeise und Nachspeise kostet vier Euro. Derzeit nehmen nach Angaben der Grünen lediglich 20 Kinder am Mittagessen teil. Als mögliche Option wurde ein verpflichtendes Mittagessen für die Klassen fünf und sechs genannt. „Ein solcher Ansatz könnte auch in Bremervörde geprüft werden, um die Mensa wirtschaftlich zu stärken und gleichzeitig ein verlässliches Mittagsessen sicherzustellen“, erklären die Grünen.
Über das Schulgelände hinaus sehen sie außerdem einen Bedarf an zusätzlichen Treffpunkten für Jugendliche in Bremervörde. Neben bestehenden Angeboten wie Spielplätzen und dem Jubs in Bahnhofsnähe schlagen die Grünen die Einrichtung eines Jugendbeirats vor. „Wir müssen die Jugendlichen in die Entwicklung dieser Stadt stärker einbeziehen, schließlich gibt es auch einen Seniorenbeirat“, so die Grünen.
Nach Auffassung der Partei müssten Schulen, Schulträger, Landkreis und Politik bei den verschiedenen Problemen enger zusammenarbeiten. Als zentrale Aufgaben nennt sie unter anderem Verbesserungen auf dem Schulgelände, Maßnahmen gegen Vandalismus, mehr Schulsozialarbeit, verbindliche Verfahren bei Schulabsentismus und zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeiten für Jugendliche.



